Gustav Ludwig Theodor Marezoll (* 13. Februar 1794 in Göttingen; † 25. Februar 1873 in Leipzig) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.
Theodors Vater Johann Gottlob Marezoll (1761–1828) war Universitätstheologe in Göttingen und ein hochgeschätzter Kanzelredner. Die Familie zog kurz nach Theodors Geburt von Göttingen nach Kopenhagen; dort war der Vater Hauptpastor der deutschen Gemeinde der Petri-Kirche. 1803 zogen sie nach Jena, wo er Konsistorialrat, Superintendent und Oberpfarrer wurde; diese Position hatte er bis zu seinem Ende inne. Theodor besuchte ab 1807 das Lyzeum in Eisenberg und ab 1809 das Gymnasium in Weimar. Im Herbst 1811 nahm er in Jena das juristische Studium auf und wechselte nach einem Jahr nach Göttingen. Dort wurde er 1815 mit der Dissertation De institutionum ordine zum Dr. jur. promoviert. Anschließend erwarb er in Jena die Lehrberechtigung und war ab Sommer 1816 ein Jahr lang als Privatdozent tätig.
Im Frühjahr 1817 wurde er als außerordentlicher Professor der Rechte an die Universität Gießen berufen. Aufgrund eines Rufs nach Rostock erlangte er in Gießen im Herbst 1818 die ordentliche Professur. Er lehnte Rufe nach Kiel, Tübingen und Jena ab und wurde am 23. April 1827 zusätzlich Oberappellations-Rat in Gießen. 1830 bemühte er sich darum, an eine preußische Universität berufen zu werden. Zum Herbst 1837 wurde er zum (sechsten) ordentlichen Professor der Rechte in Leipzig und zugleich zum Hofrat berufen. Im Lauf der Jahre stieg er zur Position des dritten Ordinarius auf. An der Juristenfakultät bekleidete er zwischen 1840 und 1858 sechs Mal die Position des Dekans. Im Wintersemester 1861/1862 war er wegen Krankheit von Vorlesungen befreit; zum 1. Oktober 1863 wurde er in den Ruhestand entlassen und zugleich zum Domherrn ernannt.
Als Marezolls Leben knapp zehn Jahre später endete, erinnerten sich nur Teile seiner Kollegenschaft an ihn. Sein Schwiegersohn Karl Broschmann, seit einigen Jahren Pfarrer, sprach den Segen.
Marezoll erhielt im April 1836 das Ritterkreuz 1. Klasse des Großherzoglich Hessischen Ludwigsordens, im Oktober 1857 das Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Verdienstordens.
Theodor Marezoll verehelichte sich 1819 mit Caroline Krauß († etwa 1886), einer Tochter des Stadtgerichts-Direktors von Wetzlar, Georg Krauß († 15. Dezember 1839). Der Ehe entstammten sechs Töchter und ein Sohn:
Herausgeberschaft (1828 bis 1858)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marezoll, Theodor |
| ALTERNATIVNAMEN | Marezoll, Gustav Ludwig Theodor |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 13. Februar 1794 |
| GEBURTSORT | Göttingen |
| STERBEDATUM | 25. Februar 1873 |
| STERBEORT | Leipzig |