Thomas Holtzmann (* 1. April 1927 in München; † 4. Januar 2013 ebenda) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.
Thomas Holtzmann studierte zunächst in München Theaterwissenschaft, hatte jedoch schon während des Studiums privaten Schauspielunterricht. Am Ateliertheater München spielte er in Jean Anouilhs Medea mit Jason seine erste große Rolle. Dies war die Grundlage für seine ersten Engagements in den Stadttheatern bzw. Städtischen Bühnen von Schleswig, Nürnberg, Saarbrücken und Köln.
Einen ersten Erfolg feierte Holtzmann 1959 am Berliner Schiller-Theater mit Edward Albees Zwei-Personenstück Die Zoogeschichte. 1961 gelang ihm der Durchbruch mit dem Prinzen von Homburg von Heinrich von Kleist unter der Regie des Intendanten Boleslaw Barlog. Im selben Jahr kehrte er in seine Heimatstadt München zurück und arbeitete fortan viel mit Fritz Kortner zusammen. Danach wurde er Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater und spielte dort unter anderem in einer Sellner-Inszenierung den Orest in Die Fliegen von Jean-Paul Sartre sowie Goethes Faust.
Während der Intendanz von Hans Lietzau war Holtzmann auch am Schauspielhaus Hamburg engagiert, wo er unter anderem 1969 in einer Kortner-Inszenierung den Clavigo spielte und 1970 in der deutschen Erstaufführung von Arthur Kopits Stück Indianer den Sitting Bull verkörperte. Ab 1970 war er an den Städtischen Bühnen in Berlin als Mitglied tätig. In der Saison 1976/77 kehrte er noch einmal an das Schauspielhaus Hamburg zurück und spielte dort in Inszenierungen von Wilfried Minks den Prospero in Shakespeares Sturm sowie den Fernando in Goethes Stella.
Von 1977 bis 2001 war Holtzmann Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Ein großer Erfolg dieser Zeit war unter anderem sein Malvolio in William Shakespeares Was ihr wollt unter der Regie von Dieter Dorn. Legendär ist die als Leseprobe inszenierte Aufführung von Samuel Becketts Warten auf Godot. Regie führte George Tabori, und Holtzmann spielte wie so oft an den Kammerspielen an der Seite von Peter Lühr. 2001 wechselte er mit dem Intendanten Dorn sowie zahlreichen anderen Schauspielern der Kammerspiele an das Bayerische Staatsschauspiel, wo er bereits früher tätig war. Dort inszenierte Dorn mit ihm als Antonio den Kaufmann von Venedig und Barbara Frey Becketts Endspiel.
Im Kino war Holtzmann nur selten zu sehen, häufiger dagegen im Fernsehen. In der deutsch-französischen Koproduktion Wer sind Sie, Dr. Sorge? übernahm er 1961 eine Hauptrolle, ebenso in dem Fernsehspiel Die Wölfe von Regisseur Falk Harnack im Jahre 1963. In der Krimiserie Der Kommissar spielte er 1969 in der Folge Auf dem Stundenplan: Mord unter der Regie von Theodor Grädler den hauptverdächtigen Berufsschullehrer. In der Fernsehminiserie Fabrik der Offiziere, der Neuverfilmung eines Romans von Hans Hellmut Kirst, war er in der Rolle des Generalmajors Modersohn zu sehen. Er trat auch in mehreren Folgen der Krimiserien Derrick und Der Alte auf sowie in einer Episode von Der Bulle von Tölz. Seine letzte Fernsehrolle hatte er 2004 in der Verfilmung des Bühnendramas Onkel Wanja von Anton Tschechow.
2007 entstand zum 80. Geburtstag ein Fernsehporträt mit dem Titel Holtzmanns Erzählungen – Mit dem Münchner Schauspieler auf Welt- und Theaterreise. In seinen letzten Lebensjahren trat Holtzmann vor allem mit Lesungen, auch für Hörbücher, hervor. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er am 27. Februar 2010 im Münchner Cuvilliés-Theater, wo er zusammen mit seiner Frau aus den Tagebüchern von Sofja und Leo Tolstoi las.
Thomas Holtzmann war von 1956 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Gustl Halenke-Holtzmann, geborene Halenke, verheiratet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Holtzmann, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theater- und Filmschauspieler |
| GEBURTSDATUM | 1. April 1927 |
| GEBURTSORT | München, Bayern, Deutsches Reich |
| STERBEDATUM | 4. Januar 2013 |
| STERBEORT | München, Bayern, Deutschland |