Thomas Witzke

Thomas Witzke (* 1963 in Finsterwalde) ist ein deutscher Mineraloge und Geochemiker.

Leben und Wirken

Witzke studierte von 1985 bis 1990 Mineralogie und Geochemie an der Bergakademie Freiberg. Seine Diplomarbeit hatte „Sekundärminerale und Haldenbrandminerale des Döhlener Beckens bei Dresden“ zum Thema.

Sein allgemeines Interesse an Umwandlungs- und Verwitterungsprozessen sowie der Bildung von Sekundärmineralen führte ihn zum Studium der Verbindungen vom Hydrotalcit-Typ einschließlich der Entwicklung von Strukturmodellen und der Verfeinerung der Rietveld-Methode. Er wechselte an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo er 1995 mit einer „Untersuchung natürlicher sulfathaltiger hybrider Schichtstrukturen (Hydrotalcit-Gruppe): Charakterisierung, Systematik, Strukturmodellierung und Rietveld-Verfeinerung“ promovierte.

Ein DFG-Postdoktoranden-Stipendium 1995 und ein zweites Stipendium 1997 nutzte er für weitere Studien über die Bildungsbedingungen synthetischer und natürlicher schwermetallfixierender Hybridstrukturen der Hydrotalcit-Gruppe sowie Einbau von Schwermetallen, organischen und anorganischen Anionen in hybride Schichtstrukturen vom Hydrotalcit-Typ.

Im März 2000 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Mineralogie und Lagerstättenlehre der RWTH Aachen und 2005 zum Institut für Chemie an die Universität Rostock, wo er zusammen mit der Yara GmbH & Co. KG Rostock Industrieprojekt an der Entwicklung einer nitratselektiven Hydrotalcit-Verbindung als Bodenverbesserer arbeitete. Fünf Jahre später kehrte er an die Martin-Luther-Universität nach Halle zurück. Gegenwärtig ist er im niederländischen Almelo als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei PANalytical tätig.

Seit dem 1. Januar 2015 gehört er als deutscher Vertreter der „Commission on new Minerals, Nomenclature and Classification“ (CNMNC) an.

Neben der Untersuchung der Hydrotalcit-Verbindungen gilt sein wissenschaftliches Interesse hauptsächlich den Mineralneubildungen auf brennenden Halden sowie allgemein den Mineralen mit Typlokalität in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Mineralbeschreibungen

Thomas Witzke entdeckte und beschrieb als Haupt- oder Co-Autor bisher über zwanzig Minerale (aufgelistet nach Jahr der Entdeckung bzw. Eingangsjahr der IMA):

Ehrungen

Publikationen

Commons: Bildersammlung von Thomas Witzke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kurzbiographien der „Hawley Medal“-Träger 2005 (Memento vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)
  2. ↑ List of CNMNC Officers, Chairmen Emeritus and Members. In: cnmnc.main.jp. International Mineralogical Association/CNMNC, abgerufen am 22. Juli 2026.
  3. ↑ S. J. Mills, A. G. Christy, J.-M. R. Génin, T. Kameda, F. Colombo: Nomenclature of the hydrotalcite supergroup: Natural layered double hydroxides. In: Mineralogical Magazine. Band 76, Nr. 5, 2012, S. 1289–1336, doi:10.1180/minmag.2012.076.5.10 (englisch, Digitalisat als Downloadlink verfügbar bei researchgate.net [PDF; 5,2 MB; abgerufen am 22. Juli 2026]).
  4. ↑ Thomas Witzke, J. Göske, und H. Pöllmann: Natroglaucocerinite, [Zn5Al3(OH)16][(SO4)1.5Na1.5(SO4)0.75(H2O)9]. In: Joint Committee on Powder Diffraction, Grant in Aid Report. Band 48, 1996, S. 1849 (englisch, zitiert bei mineralindex.org [abgerufen am 22. Juli 2026]).
  5. ↑ The Hawley Medal for 2005 to Axel D. Renno, Leander Franz, Thomas Witzke and Peter M. Herzig. In: Mineralogical Association of Canada (Hrsg.): Canadian Mineralogist. Band 44, Nr. 1, 2006, S. 295–296, doi:10.2113/gscanmin.44.1.295 (englisch).
  6. ↑ Axel D. Renno, Leander Franz, Thomas Witzke, Peter M. Herzig: The coexistence of melts of hydrous copper chloride, sulfide and silicate compositions in a magnesiohastingsite cumulate, Tubaf seamount, Papua New Guinea. In: The Canadian Mineralogist. Band 42, Nr. 1, 2004, S. 1–16, doi:10.2113/gscanmin.42.1.1 (englisch).
  7. ↑ Witzkeite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 22. Juli 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Witzke, Thomas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mineraloge und Geochemiker
GEBURTSDATUM 1963
GEBURTSORT Finsterwalde