Thomas Colman Dibdin

Thomas Colman Dibdin: Berglandschaft mit einem See (1867, Mountainous Scene with a Lake), Aquarell, Feder in brauner Tusche, Gouache und Graphit auf Papier, Yale Center for British Art, Paul Mellon Collection, New Haven, Connecticut, USA

Thomas Colman Dibdin (* 22. Oktober 1810 in Betchworth, Surrey; † 26. Dezember 1893 in Sydenham, London) war ein britischer Maler, Illustrator, Lithograf und Bühnenmaler. Er schuf vor allem Landschaften, Veduten und Architekturmotive in Aquarell und veröffentlichte Lehrbücher zur Aquarellmalerei.

Leben

Thomas Colman Dibdin war der Sohn des Dramatikers und Schauspielers Thomas John Dibdin sowie der Enkel des Dramatikers, Schauspielers und Amateurmalers Charles Dibdin. Sein Sohn Robert Lowes Dibdin war ebenfalls Maler, seine Enkelin Marian Alice Montford (geb. Dibdin) Malerin und sein Urenkel Adrian Montford Bildhauer.

Zunächst absolvierte Dibdin eine Lehre bei einem Apotheker. Von etwa 1827 bis 1838 arbeitete er bei der Post, nach anderen Angaben als Schreiber im General Post Office. Anschließend widmete er sich der Malerei. Eine künstlerische Ausbildung erhielt er nicht, er war Autodidakt. Er unternahm Reisen nach Nordfrankreich, Deutschland und Belgien, wo er Altstädte und Gebäude zeichnete. In London war er als Bühnenmaler für das Olympic Theatre und das City Theatre tätig. Im Jahr 1851 malte er für Sadler’s Wells ein Diorama des Ganges. Er lebte in London, zuletzt in Sydenham. Aufgrund nachlassender Sehkraft gab er 1883 die Malerei auf. Er starb am 26. Dezember 1893 in Sydenham.

Werk

St. Michael’s Cave, Gibraltar (Die St.-Michaels-Höhle in Gibraltar), aus der Folge Select Views of the Rock and Fortress of Gibraltar, veröffentlicht 1846. Farblithografie von Thomas Colman Dibdin nach J. M. Carter. Government Art Collection

Thomas Colman Dibdins Aquarelle zeigen Landschaften, Stadtansichten, Architektur und Interieurs. Teilweise entstanden sie nach Vorlagen anderer Künstler. Das betrifft auch seine Indien-Motive, die auf der Grundlage von Skizzen anderer Künstler in England entstanden. Er arbeitete seine Aquarelle mit Deckfarbe und Gummiarabikum aus.

Als Illustrator war Dibdin an mehreren Buchprojekten beteiligt. Er illustrierte eine Ausgabe der Werke von Felicia Hemans (1839) sowie Bacon’s Oriental Annual. Für James Fergussons The Rock-Cut Temples of India (1845) zeichnete er die lithografischen Tafeln. Dibdin behauptete, der Erfinder der Chromolithografie zu sein. Diese Angabe ist jedoch nicht unabhängig belegt.

Als Autor veröffentlichte er Progressive Lessons in Water Colour Painting (1848) und A Guide to Water Colour Painting (London 1859).

Arbeiten Dibdins befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen: Nationalgalerie Berlin (Handzeichnungen), British Museum und Victoria and Albert Museum in London, National Gallery of Ireland in Dublin, Ashmolean Museum in Oxford, Art Gallery of New South Wales in Sydney, Museum of Gloucester, Leicester Museum and Art Gallery, University of Nottingham. Weitere Aquarelle befinden sich im Besitz des Morgan Library & Museum in New York (View of Rouen, 1882) und des Musée des beaux-arts de Montréal (St. Laurent Tower with St. Ouen in the Background, 1872).

Literatur

Commons: Thomas Colman Dibdin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Dibdin, Thomas Colman. In: Saur (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 27. München/Leipzig 2000, S. 144.
  2. 1 2 St. Michael's Cave, Gibraltar. In: Government Art Collection. Abgerufen am 28. Oktober 2026 (britisches Englisch).