Thomas Fey

Thomas Fey (* 9. November 1960; † 24. Juni 2026 in Leutershausen an der Bergstraße) war ein deutscher Dirigent und Pianist.

Werdegang

Fey studierte Klavier und Dirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, seine weitere dirigentische Ausbildung erhielt er unter anderem bei Nikolaus Harnoncourt und Leonard Bernstein.

Bereits als Student gründete er den Schlierbacher Motettenchor (1985) und das Schlierbacher Kammerorchester (1987), aus denen 1993 der Heidelberger Motettenchor und die Heidelberger Sinfoniker hervorgingen. Als Dirigent dieser Ensembles konzertierte er in europäischen Ländern sowie in Nord- und Südamerika und begründete so den Ruf seines Ensembles als eines der führenden historisch orientierten Orchester der Gegenwart. Die Schwerpunkte seines Repertoires bildeten die Werke des Barock, der Wiener Klassik und der frühen deutschen Romantik. Solisten wie Rudolf Buchbinder, Wilhelm Bruns, Nelson Freire, Bernd Glemser, Cyprien Katsaris, Fazıl Say, Gerrit Zitterbart und Thomas Zehetmair konzertierten regelmäßig mit Fey und den Heidelberger Sinfonikern.

Seit 1991 veranstaltete Fey mit den Heidelberger Sinfonikern ein jährlich stattfindendes Festival. Den „Heidelberger Mozartwochen“ folgte ab 2003 das künstlerisch-programmatisch weiter gefasste Musikfestival „La Passione“. Im Jahre 2003 gründete Fey außerdem das Mannheimer Mozartorchester, dessen Bühnendebüt am 27. Januar 2006 zu Mozarts 250. Geburtstag stattfand. Mit diesem Orchester pflegte der Dirigent besonders die Werke von Mozarts heute oft zu Unrecht vergessenen künstlerischen Weggefährten wie etwa Ignaz Holzbauer, Antonio Salieri oder Franz Xaver Süßmayr. 2008 und 2010 erschienen Aufnahmen mit größtenteils unbekannten Ouvertüren, Bühnen- und Ballettmusiken Salieris.

Feys im Hänssler Verlag erscheinende CD-Einspielungen – darunter über 20 Sinfonien von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy – wurden von der Fachpresse gelobt. Die Aufnahme von Beethovens Vierter und Sechster Sinfonie erhielt eine Nominierung für den „Cannes Classical Award 2003“. Feys zweites Salieri-Album wurde im Dezember 2010 in der Kategorie Best Orchestral Performance für den Grammy Award nominiert.

Nach einem schweren Unfall im Jahr 2014 musste Thomas Fey seine Tätigkeiten aufgeben. Er starb im Juni 2026 an den Folgen des schweren Schädel-Hirn-Traumas, das er sich bei dem Unfall 2014 zugezogen hatte.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Dirigent Thomas Fey gestorben, klassik.com, 30. Juni, unter Berufung auf Dirigent Thomas Fey ist tot, rnz.de, 29. Juni 2026 (hinter Bezahlschranke)
  2. ↑ Best Orchestral Performance – Nominees 2011
  3. ↑ Matthias Roth: Heidelberger Sinfoniker sind in ihrer Existenz gefährdet. Rhein-Neckar-Zeitung vom 17. Februar 2015, abgerufen am 21. Juli 2018.
  4. ↑ Matthias Roth: Dirigent Fey kehrt nicht zurück. Rhein-Neckar-Zeitung vom 9. März 2018, abgerufen am 21. Juli 2018.
Personendaten
NAME Fey, Thomas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Dirigent und Pianist
GEBURTSDATUM 9. November 1960
STERBEDATUM 24. Juni 2026
STERBEORT Leutershausen an der Bergstraße