
Thomas Hartig (* 12. November 1886 in Silberstedt, Provinz Schleswig-Holstein; † 25. Juni 1940 in Winnipeg, Manitoba) war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher. Von 1925 bis 1940 war er Präses der Manitoba-Synode.
Hartig wurde 1886 in Silberstedt in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein geboren und besuchte die dortigen Schulen. Seine theologische Ausbildung erhielt er am Predigerseminar Kropp, wo er für den Pfarrdienst in den deutschsprachigen Gemeinden Nordamerikas vorbereitet wurde. Nach seinem theologischen Examen emigrierte er 1909 nach Kanada, wo er am 9. Juli durch die Manitoba-Synode zum Pfarramt ordiniert wurde. Seine erste Pfarrstelle trat er in Strathcona, ab 1912 ein Stadtteil von Edmonton, an. Während seines Pastorats wurde dort die Dreieinigkeitskirche errichtet. In seinem Pfarrhaus begann er mit Jürgen Goos ein Proseminar zur Ausbildung des theologischen Nachwuchses, das später zum Lutherischen College und Seminar anwuchs. Im Jahr 1917 folgte er einem Ruf an die Zionskirche in Wheatwyn im ländlichen Saskatchewan. Drei Jahre später gründete er die St.-Markus-Gemeinde in Markinch, die fortan ebenfalls zu seinem Pfarrsprengel gehörte.
Im Jahr 1925 wurde Hartig als Nachfolger des erkrankten Heinrich Becker zum Präses der Manitoba-Synode gewählt und wurde zudem Missionssuperintendent für Westkanada mit Sitz in Saskatoon. In seine Amtszeit fiel die Große Depression und die Weltwirtschaftskrise, die die ländlichen Gegenden der kanadischen Prärieprovinzen besonders hart traf. Als Folge konnte die Synode das Amt des hauptamtlichen Missionssuperintendenten nicht länger finanzieren, sodass Hartig einen Ruf an die St.-Petri-Kirche in Winnipeg annahm. Dennoch gelang es ihm, die Synode und ihre Hochschule erfolgreich durch die wirtschaftliche Krise zu bringen. Im Jahr 1938 verlieh ihm das Lutherische College und Seminar in Saskatoon den Ehrendoktorgrad eines Doctor of Divinity. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er zum ersten Vorsitzenden der Kanadischen Lutherischen Kommission für den Kriegsdienst, einem intersynodalen Ausschuss für die Militärseelsorge, gewählt.
Hartig war mit Christina Rathje verheiratet, mit der er sieben Kinder hatte. Er starb am 25. Juni 1940 in Winnipeg.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
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| Heinrich Becker | Präses der Manitoba-Synode 1925–1940 | Conrad Kleiner |
| Personendaten | |
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| NAME | Hartig, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschkanadischer lutherischer Geistlicher |
| GEBURTSDATUM | 12. November 1886 |
| GEBURTSORT | Siberstedt, Provinz Schleswig-Holstein |
| STERBEDATUM | 25. Juni 1940 |
| STERBEORT | Winnipeg, Manitoba |