Thomas Kellmann

Thomas Kellmann (* 26. Juni 1963 in Viersen) ist ein deutscher Denkmalpfleger. Er war von 1990 bis 2025 beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover im Bereich Inventarisation tätig.

Wirken

Ausbildung und Berufstätigkeit

Thomas Kellmann legte 1982 am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium Viersen das Abitur ab. Anschließend studierte er bis 1984 Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Trier. Bis 1987 studierte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der Universiteit van Amsterdam und der Freien Universität Berlin. 1990 wurde er mit einer Arbeit zum Raumbegriff in Architektur und Städtebau der deutschen und niederländischen Moderne promoviert. 1990 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bau- und Kunstdenkmalpflege beim Institut für Denkmalpflege in Niedersachsen, dem Vorläufer des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover. 1996 wurde er zum Konservator und 2012 zum Oberkonservator ernannt. Seit 2001 war er Referent für städtebauliche Denkmalpflege. Ende 2025 ging Kellmann in den vorzeitigen Ruhestand. Er ist Miteigentümer einer historischen Hofstelle in Alfeld (Leine).

Arbeitsschwerpunkte

Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit als Denkmalpfleger gehörten der Lehmbau und historische Dachdeckungen, wie Dachsteine aus dem Solling. Von 2001 bis 2019 erstellte er eine Denkmaltopographie für die historische Altstadt von Einbeck, für die etwa 800 historische Hausstellen untersucht wurden. Ebenso entstand ein Kellerplan, der bis dahin einmalig in Niedersachsen war. 2018 erstellte er mit Peter Ferdinand Lufen und Christian Kämmerer die Denkmaltopographie für den nördlichen Teil des Landkreises Northeim mit den Städten Bad Gandersheim und Dassel, der Gemeinde Kalefeld sowie den Ortsteilen von Einbeck. Ab etwa den 2020er Jahren widmete er sich der Erfassung und Bewertung der Rundlinge und dem vernakularen Bauen am Beispiel der Kalthäuser im Wendland. Als Höhepunkte seiner Tätigkeit gelten der Erhalt des Brunotteschen Hofes in Wallenstedt von 1594 und die Sanierung der Porzellanmanufaktur Schloss Fürstenberg sowie der von Schloss Bevern.

Bei der Inventarisierung beschäftigte er sich frühzeitig mit den Zeugnissen der beginnenden Moderne wie dem Sanatorium Dr. Barner in Braunlage, den Zeugnissen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Stadt der Reichswerke Hermann Göring, der Stadt des KdF-Wagens und der Thingplätze sowie dem Neuen Bauen nach 1945 mit dem Kulturforum der Universität Braunschweig, dem Alvar-Aalto-Kulturhaus in Wolfsburg und der Musikhochschule Hannover.

Mitgliedschaften

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Ein Füllhorn von Erkenntnissen und Wissen in Einbecker Morgenpost vom 21. November 2017
  2. ↑ Ein Wissensschatz von außerordentlicher Qualität in Einbecker Morgenpost vom 22. Juni 2019
  3. ↑ Detailreicher Blick auf 1.300 Denkmale bei beobachter-online.de vom 29. Dezember 2018
Personendaten
NAME Kellmann, Thomas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Denkmalpfleger
GEBURTSDATUM 26. Juni 1963
GEBURTSORT Viersen