Thomas Koebner

Thomas Koebner (* 22. Juli 1941 in Berlin) ist ein deutscher Publizist, Literatur- und Medienwissenschaftler.

Leben

Koebner studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie bei Walter Müller-Seidel, Hans Sedlmayr, Wolfgang Stegmüller u. a.

Während dieser Zeit war er 10 Jahre lang hauptberuflich als Musikkritiker in München tätig. Nach der Promotion arbeitete er von 1967 bis 1970 als Lehrbeauftragter für Neuere deutsche Literaturgeschichte und für Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1970 bis 1972 war er als Dozent für Theater, Film und Fernsehwissenschaft an der Universität zu Köln tätig.

Von 1972 bis 1973 war er Filmbeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Von 1973 bis 1983 hatte er eine Professur für Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal inne, an deren Aufbau er beteiligt war. Von 1983 bis 1989 wurde er als Professor für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Medienwissenschaft an die Philipps-Universität Marburg berufen. Von 1989 bis 1992 war er Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). 1993 erhielt einen Ruf nach Hamburg, den er ablehnte, und nach Mainz, wo er von 1993 und bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 Professor für Filmwissenschaft war.

Tätigkeit als Autor und Herausgeber

Seit dem ersten Buch über Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers Hermann Broch (1965) veröffentlichte Koebner zahlreiche Bände und Texte zur deutschen Literatur des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, zum Musiktheater, zur Filmgeschichte und zum Fernsehfilm. Er ist Begründer etlicher Fachorgane, u. a. des Jahrbuchs Exilforschung, der Zeitschriften Diskurs (gemeinsam mit Jan Berg, Günther Erken, Bruno Fischli, Uta Ganschow, Lothar Schwab und Richard Weber), Medienwissenschaft und Augenblick, später der Vierteljahresschrift Film-Konzepte (gemeinsam mit Fabienne Liptay) und der kulturwissenschaftlichen Publikationsreihe Projektionen. Ferner gab er mehrere Buchreihen, darunter die auf über 50 Bände angewachsenen Filmstudien und etliche Sammelwerke heraus.

Seine Forschungsschwerpunkte sind „Film als Kunstwerk“; der Deutsche Film seit Caligari; der Europäische Film vom Neorealismus bis zur Gegenwart; die Geschichte des Fernsehfilms; das Lebenswerk von Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau, Federico Fellini, Ingmar Bergman, Luis Buñuel, Alfred Hitchcock, Roman Polański; Elemente filmischen Erzählens; Schauspielkunst im Film; Bildkomposition in den visuellen Künsten; Topos- und Motivforschung; Kulturelle Muster im Film; Tiefenpsychologie und Film; Konstruktion des Fremden und einer anderen Welt in Film und Literatur.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Monografien

Herausgeberschaften

Reihen

Einzelnachweise

  1. ↑ Dissertation: Die mythische Dimension in Hermann Brochs Romantrilogie „Die Schlafwandler“. Bern, Francke 1965, 142 Seiten.
  2. ↑ Ökumenischer Empfang der Berlinale 2010: Sonderpreis an Prof. Dr. Thomas Koebner | inter-film.org. Abgerufen am 3. Oktober 2017.
  3. ↑ Bayerische Akademie der schönen Künste. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Oktober 2017; abgerufen am 3. Oktober 2017.
Personendaten
NAME Koebner, Thomas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Publizist, Germanist und Medienwissenschaftler
GEBURTSDATUM 22. Juli 1941
GEBURTSORT Berlin