Thomas Nicolaou

Thomas Nicolaou (* 7. Juli 1937 in Ambeliko/Griechenland; † 9. September 2008) war ein griechisch-deutscher Schriftsteller und Übersetzer.

Leben

Thomas Nicolaou wuchs ab 1947 bei seinen Großeltern auf. Nach der Niederlage der Volksfront im Griechischen Bürgerkrieg im Jahre 1949 gelangte er als Flüchtlingskind über Albanien in die DDR. Er absolvierte ein Studium der Journalistik an der Universität Leipzig und wirkte vier Jahre als wissenschaftlicher Assistent. Ab 1966 war er freier Schriftsteller. Bei einigen Büchern arbeitete er zusammen mit seiner Ehefrau Carola Nicolaou (1949–2004), einer Übersetzerin (aus dem Griechischen), Herausgeberin und Kinderbuchautorin. Sie lebten in der mecklenburgischen Künstlerkolonie Drispeth, wo sie zahlreiche Kontakte zu DDR-Schriftstellerkollegen, u. a. zu Christa Wolf, pflegten. Ab 1979 reiste Nicolaou regelmäßig in seine thessalische Heimat; 1992 ließ er sich mit seiner Ehefrau Carola und seinem Sohn Peter in seinem Heimatort Ambeliko nieder.

Thomas Nicolaou war Verfasser von erzählenden Werken und Kinderbüchern; daneben wirkte er als Übersetzer und Herausgeber neugriechischer Autoren.

Schon vor der Wende in der DDR wurde bekannt, dass Nicolaou, der der Kommunistischen Partei Griechenlands angehörte, als „IM Anton“ Informant des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen war und zahlreiche Künstlerkollegen verriet, von denen einige zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. In der DDR wurde Nicolaou mit dem Orden „Stern der Völkerfreundschaft“ ausgezeichnet.

Werke

Herausgeberschaft

Übersetzungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl.: Braun, Matthias: Kulturinsel und Machtinstrument, Göttingen 2007, S. 266, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche) sowie Joachim Walther bei Matti und Stasi auf dem Land auf Welt.de, ausserdem Ulf-Dieter Klemm: „Literaturagentur Stasi“, in: Lettre International Nr. 134, Herbst 2021, S. 50ff.