Thomas Schriefers (* 1964 in Wuppertal) ist ein deutscher Architekt, Künstler, Publizist und Ausstellungskurator.
Thomas Schriefers wuchs in einem Künstlerhaushalt auf, der Vater Werner Schriefers (1926–2003) war Maler und Hochschullehrer, die Mutter Margret Schriefers-Imhof (1928–2014) Textildesignerin, Zeichnerin und Objektkünstlerin. In diesem Umfeld waren die Kunst und alle anverwandten Disziplinen selbstverständlicher Teil des Alltags. Daraus resultierte neben der Begeisterung für das Zeichnen früh der im Alter von 10 Jahren geäußerte Wunsch, „Plätzebauer“ werden zu wollen. Demgemäß studierte Schriefers ab 1983 dann Architektur an der RWTH Aachen und schloss das Studium mit dem akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs ab. Er promovierte dort 1995 bei Manfred Speidel zur Collage in der Grundlehre (Grundlagen der Gestaltung). Sein künstlerischer Lehrer war in dieser Zeit der britische Bildhauer und Grafiker Eduardo Paolozzi.
In seiner freikünstlerischen Arbeit bevorzugt Schriefers als Ausdrucksmittel die Zeichnung und Collage. Seine Tätigkeit bestimmen Wechselwirkungen und interdisziplinäre Brückenschläge. Er erhielt 1993 in Potsdam die Schinkelmedaille und den Schinkelpreis der Sparte Kunst und Bauen für ein Projekt in Potsdam, dessen Entwurfszeichnungen heute im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin aufbewahrt werden.
Seit 1998 kuratiert Schriefers Ausstellungen, u. a. für das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin, das Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig, die Koelnmesse, das Kunstmuseum Ahlen und das Marta Herford. Kooperationen mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, dem Bureau International des Expositions (BIE) in Paris, dem Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) in Berlin und der Koelnmesse führten zu Ausstellungs- und Buchprojekten, die sich mit den Weltausstellungen befassen.
Weltausstellungen sind seit fast 30 Jahren ein zentrales Arbeitsfeld, was sich ab 1997 in diversen von ihm kuratierten Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen artikuliert. Auf den Weltausstellungen in Hannover (2000), Saragossa (2008), Schanghai (2010), Yeosu (2012), Mailand (2015), Astana (2017) und Dubai (2020) war Schriefers engagiert, ebenso in Osaka (2025).
Für das Kolumba Museum in Köln bearbeitete Schriefers von 2003 bis 2005 die dort beheimatete Werk- und Formensammlung Schriefers und verfasste dazu das Werkbuch, in dem er die kulturgeschichtlichen Aspekte der verschiedenen Objektgruppen erarbeitete. An der Bergischen Universität Wuppertal begleitet er die Entwicklung der dort eingerichteten Design Sammlung Schriefers, die dem Institut für angewandte Kunst- und Bildwissenschaften angegliedert ist.
Lehrtätigkeiten führten Schriefers seit 1996 an die Bergische Universität Wuppertal, die Fachhochschule Köln und die Akademie der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, mit Einzelveranstaltungen auch an die Bauhaus-Universität Weimar, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, die Fachhochschule Düsseldorf und die Fachhochschule Darmstadt, die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, die Technische Universität Dortmund und das Politecnico di Milano.
Schriefers ist Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg, des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK), des Deutschen Werkbunds NW und des Instituts für angewandte Kunst- und Bildwissenschaften, Designsammlung Schriefers an der Bergischen Universität Wuppertal (Vorstand).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schriefers, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt, Künstler, Publizist und Ausstellungskurator |
| GEBURTSDATUM | 1964 |
| GEBURTSORT | Wuppertal |