Thorndike-Nomogramm

Das Thorndike-Nomogramm ist ein zweidimensionales Diagramm der Poisson-Verteilung. In diesem Nomogramm lassen sich die Werte der Verteilungsfunktion (dies ist die Wahrscheinlichkeitssumme) auf graphischem Weg näherungsweise ermitteln. Es ist benannt nach Frances Thorndike, die dieses Nomogramm 1926 entwickelte. Im Oktober 1926 wurde das Thorndike-Nomogramm veröffentlicht unter dem Titel „Application of Poisson’s Probability Summation“.

Praktische Bedeutung

Die wichtigsten Anwendungen des Thorndike-Nomogramms liegen in der Qualitätssicherung. Vor allem in der industriellen Serienproduktion stellt das Thorndike-Nomogramm ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung der Qualitätslage, für die Stichprobentechnik und für die Regelkartentechnik dar. Das Thorndike-Nomogramm ermöglicht einfache Lösungswege zu Problemstellungen der Art „Anzahl von Fehlern pro Einheit“. Eine typische Problemstellung dieser Art wäre etwa die Anzahl Lötfehler pro Fernsehgerät. Weniger bekannt ist, dass solche Problemstellungen auch außerhalb von Technik oder Industrie oft vorkommen, beispielsweise Anzahl Astlöcher pro Tischplatte oder Anzahl Pigmentflecken pro Patient.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil des Thorndike-Nomogramms besteht darin, dass man zu seiner Benutzung kein Mathematiker sein muss, man muss auch keine besonderen theoretischen Kenntnisse der Statistik besitzen. Nur mit dem auf Papier gedruckten Nomogramm (oder einer Fotokopie) plus Bleistift und Lineal lassen sich sehr leicht in wenigen Sekunden Ergebnisse erzielen. Ein kleiner Nachteil besteht darin, dass die Ergebnisse nur eine näherungsweise Genauigkeit haben – die geringen Abweichungen von den mathematisch exakten Werten haben aber für die Praxis meistens keine Bedeutung.

Alternativen

Formelzeichen im Thorndike-Nomogramm

Die in der Qualitätssicherung verwendeten Formelzeichen unterscheiden sich teilweise von den Formelzeichen in mathematischen Fachbüchern. In der Qualitätssicherung ist die folgende Schreibweise üblich:

Funktionsweise

Man nehme

Einzelnachweise

  1. ↑ Frances Thorndike: Applications of Poisson’s Probability Summation. In: Bell System Technical Journal. Band 5, 1926, OCLC 9183909, S. 604–624.