Thorsten Wahlers

Thorsten Wahlers

Thorsten Wahlers (* 8. Februar 1958 in Kaltenkirchen, Deutschland) ist ein deutscher Herz- und Thoraxchirurg und Hochschullehrer. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Köln.

Leben

Wahlers legte nach seinem Medizinstudium an den Universitäten in Bonn, Düsseldorf und Köln an der Universität Köln das medizinische Staatsexamen ab und wurde anschließend 1983 bei dem Kardiologen Hans Hermann Hilger über den „Einfluss von Oxyfedrin auf die bradykarden Herzrhythmusstörungen beim Menschen“ promoviert. Hiernach begann er seine chirurgische Weiterbildung am Zentrum Chirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover. Im Jahre 1986/1987 arbeitete er mit Magdi Yacoub am Harefield Hospital bei London und beschäftigte sich klinisch und wissenschaftlich mit neuen Techniken der Organkonservierung in der Herz- und Lungentransplantation. Er schloss seine Weiterbildung 1989 als Facharzt für Chirurgie ab. Er wurde 1990 Oberarzt an der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und erhielt 1991 seine Anerkennung als Facharzt für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie sowie als Facharzt für Gefäßchirurgie. 1992 habilitierte er sich in Hannover mit einem tierexperimentellen Thema zur Organprotektion in der Herz-Lungen-Transplantation und wurde 1995 leitender Oberarzt der Klinik. 1996 erfolgte seine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover.

1999 wurde er zum Ordinarius für Herzchirurgie an der Universität Jena ernannt und übernahm die Leitung der neueröffneten Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

In Jena wurde die Herzchirurgie durch ihn und seine Mitarbeiter von Grund auf neu aufgebaut, während die Thorax- und Gefäßchirurgie neu ausgerichtet wurde. Das Operationsprogramm wuchs nach der Eröffnung im September 1999 stetig. Die minimalinvasive Bypasschirurgie (Midcab) wurde neu eingeführt. Zusätzlich zum Routineoperationsprogramm erfolgten Implantationen von Herzunterstützungssystemen und Herztransplantationen (ab 2000). Wahlers führte die erste Lungen- und die erste Herzlungentransplantation in Thüringen durch. Im Mai 2002 implantierte er das erste Lion-Heart in Ostdeutschland, ein voll implantierbares Linksherzunterstützungssystem. Zum Zeitpunkt des Weggangs wurden mehr als 1000 Herzoperationen pro Jahr durchgeführt und die Klinik war unter den ersten zehn Transplantationszentren in der Bundesrepublik gelistet. Von 2001 bis 2003 plante er das neue Klinikum in Jena-Lobeda mit, der Umzug erfolgte 2004.

Im November 2005 wurde er auf das Ordinariat für Herzchirurgie, Herzchirurgische Intensivmedizin und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Köln berufen.

Zusammen mit seinem kardiologischen Kollegen Erland Erdmann wurde 2007 das neu erbaute Herzzentrum der Universität zu Köln bezogen. Im Jahre 2012 trat dort Stephan Baldus die Nachfolge Erdmanns an. 2009 - 2014 war er der Sprecher des Ordinarienkonventes der Herzchirurgen in Deutschland.

Daneben bestanden Schwerpunkte seiner Tätigkeit in der komplexen Bypasschirurgie (mit und ohne Herzlungen-Maschine), der minimal-invasiven Klappenchirurgie unter Einschluss aller katheterinterventionellen Verfahren, der Chirurgie bei Aneurysmen und Dissektionen der Hauptschlagader, der Durchführung von Zweit- und Drittoperationen, der Implantation von Herzunterstützungsdevices und Herz- und Lungentransplantationen sowie der Thoraxchirurgie in Kooperation mit Khosro Hekmat (seit 2012).

2023 wurden mehr als 600 TAVI-Implantationen durchgeführt. Die interdisziplinäre katheterinterventionelle Behandlung von Klappenvitien hat sich seit damals weiter positiv dynamisch weiter entwickelt. Zusätzlich konnte er in Köln ein ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) Programm etablieren, welches auch für andere Zentren für Patienten unter Wiederbelebung abrufbar ist. Im August 2024 ist er in den Ruhestand eingetreten.

Im Rahmen der Bypass-Operation des russischen Präsidenten Boris Jelzin im Jahr 1996 in Moskau, die unter Leitung des Herzchirurgen Rinat Aktschurin durchgeführt wurde, gehörte Wahlers einem internationalen Beraterteam an, dem unter anderem auch der deutsche Herzchirurg Axel Haverich angehörte.

Im internationalen Kontext wirkte er begleitend bei der Weiterentwicklung der medizinischen Hochschul- und Versorgungssituation in St. Petersburg. 2019 wurde von ihm eine Kooperation mit dem Sun Yat-Sen Memorial Hospital, Sun Yat-Sen University (abgekürzt SYSU, Chinesisch 中山大學, Pinyin: Zhōngshān dàxué), Ghuangzou, China initiiert, die aufgrund der Covid-Pandemie und der internationalen Entwicklung ruht.

Sechs seiner Schüler haben leitende Positionen in der Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie im europäischen Raum übernommen (Graz, Tina Cohnert; Bernau, Johannes Albes; Stuttgart, Ulrich Franke; Bochum, Justus Strauch; Kerckhoff Klinik Bad Nauheim, Yeong Choi; Harefield, Guys and St.Thomas NHS Foundation Trust, Anton Sabashnikow).

Seit 2024 ist Wahlers als Gutachter für Landes-, und Oberlandesgerichte im Themenbereich Behandlungsfehler tätig. Darüber hinaus ist er im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF), nominiert von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-, und Gefässchirurgie, als Gutachter bis 2028 benannt.

Auszeichnungen

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat er zahlreiche Forschungspreise als Einzelforscher (Auswahl) oder mit seinen Arbeitsgruppen erhalten:

Von 2014 bis 2024 war er an der Initiierung und Durchführung eines gemeinsamen Kardiologie-Herzchirurgie Kongresses in Köln (Cologne Cardiovascular Summit) beteiligt.

Mehr als 694 wissenschaftliche Arbeiten (Stand: August 2026) wurden von ihm in nationalen und internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Wahlers ist Koautor zahlreicher Fachbücher der Herzchirurgie und Kardiologie sowie Herausgeber von Büchern zu Operationstechniken in der Herzchirurgie und ECMO Anwendung.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Thorsten Wählers CV
Personendaten
NAME Wahlers, Thorsten
KURZBESCHREIBUNG deutscher Herzchirurg und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 8. Februar 1958
GEBURTSORT Kaltenkirchen