| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 50′ N, 9° 58′ O | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Segeberg | |
| Höhe: | 31 m ü. NHN | |
| Fläche: | 23,11 km² | |
| Einwohner: | 23.585 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1021 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 24568 | |
| Vorwahl: | 04191 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SE | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 60 044 | |
| LOCODE: | DE KKN | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Holstenstraße 14 24568 Kaltenkirchen | |
| Website: | www.kaltenkirchen.de | |
| Bürgermeister: | Stefan Bohlen (CDU) | |
| Lage der Stadt Kaltenkirchen im Kreis Segeberg | ||
Kaltenkirchen (niederdeutsch Koldenkarken; umgangssprachlich Kaki) ist eine Mittelstadt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein.
Das Gebiet der Stadt Kaltenkirchen liegt im nördlichen Umland der norddeutschen Metropole Hamburg. Landschaftlich wird der Bereich dem Naturraum Barmstedt-Kisdorfer Geest, einem südlich gelegenen Teil der Schleswig-Holsteinischen Geest, zugerechnet. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 30 Metern.
Ortsteile Kaltenkirchens sind u. a. Moorkaten und Heidkaten.
In Alt-Holstein brachte die mittelalterliche Rodungstätigkeit auf der Geest den Schauenburger Grafen den Besitz zahlreicher Dörfer ein. Graf Adolf IV. betrieb einen planmäßigen Landesausbau und ließ neue Siedler ins Land führen. Seit dem 12. Jahrhundert entstanden im südlichen Holstein so zahlreiche neue Dörfer und Kirchen, welche die hoch- und spätmittelalterliche Kulturlandschaft prägten. Zu diesen zählt auch der Bau der ersten Feldsteinkirche Kaltenkirchens, der aus der Zeit um oder kurz nach 1200 stammt.
Der ursprüngliche Ortsname „Koldenkerken“ leitet sich von der ersten urkundlichen Nennung der Kirche im Jahr 1301 ab. Die Bedeutung aus niederdeutsch koold und kerke ist kongruent mit der heutigen neuhochdeutschen Übersetzung. Das Bestimmungswort kalt ist zu verstehen als „alt, verlassen, verfallend“. Seit 1701 wird der heutige Name Kaltenkirchen verwendet.
In einer Urkunde von 1316 wird „Koldenkerken“ als Teil der von der Segeberger Siegesburg verwalteten Vogtei Segeberg erwähnt, wobei die Kirche im Zentrum des Kirchspiels Koldenkerken bereits im Jahr 1301 Erwähnung findet. Das Kirchdorf lag an der alten Kimbrischen Heerstraße, über welche im 16. bis 18. Jahrhundert die Ochsendrift von Jütland verlief. Ein von Bad Bramstedt kommender östlicher Zweig des Ochsenweges führte über Kaltenkirchen, weiter über Ulzburg und Harksheide bis nach Ochsenzoll, an der Stadtgrenze zu Hamburg. Kaltenkirchen umfasste noch im 15. Jahrhundert außer der Kirche und dem Pfarrhaus nur wenige Katenstellen, die nach Caden (Gut Kaden) abgabepflichtig waren. Im Jahr 1496 wurde Gut Kaden durch König Johann I. verkauft, jedoch ohne Koldenkerken, das beim königlichen Teil des Herzogtums Holstein blieb. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf zweimal durch die Schweden niedergebrannt. 1624 wurde eine neue Kirche erbaut, deren Turm 1656 mit Ziegeln verkleidet wurde. 1873 stürzte das aus Feldsteinen gebaute Kirchenschiff ein und wurde 1875 bis auf den Turm abgebrochen. 1878–1879 wurde die Kirche in ihrer heutigen Gestalt neu erbaut. Das Haus der Kirchspielvogtei wurde bereits 1804 neu errichtet und ist noch heute erhalten. Kaltenkirchen wurde 1884 zum Endpunkt einer Eisenbahnverbindung mit Altona, die später nach Neumünster verlängert wurde und den Namen Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN) erhielt.
Im Ortsteil Moorkaten der Dorfgemeinde Kaltenkirchen befanden sich während des Zweiten Weltkriegs ein Flugplatz der Reichsluftwaffe sowie ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme zur Unterbringung von KZ-Häftlingen, die beim Ausbau des Militärflugplatzes Zwangsarbeit leisten mussten. Hunderte von Häftlingen kamen durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ums Leben oder wurden von den Wachmannschaften ermordet. Seit April 2000 befindet sich am Standort des ehemaligen KZ-Außenkommandos Kaltenkirchen die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch, die an das Leiden der Opfer erinnert.
Das frühere Militärflugplatz-Gelände in Moorkaten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bundeswehr als Standortübungsplatz genutzt. Diese Nutzung wurde inzwischen eingestellt und der ehemalige Standortübungsplatz soll als Kompensationsfläche für den Ausbau der A 20 herangezogen werden.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs siedelten sich deutsche Flüchtlinge aus dem ausgebombten Hamburg und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Kaltenkirchen an, wodurch sich die Bevölkerungszahl des Dorfes von 1939 bis 1946 auf rund 5000 Personen mehr als verdoppelte.
In den 1960er und 1970er Jahren wurde bei Kaltenkirchen der Großflughafen Hamburg-Kaltenkirchen als Ersatz für den Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel geplant. Diese Planungen werden nicht mehr verfolgt; allerdings hat die für einen möglichen Bau zuständige Flughafen Hamburg GmbH die nötigen Flächen in der Kaltenkirchener Heide immer noch in ihrem Besitz. Die Planungen kamen zuletzt 2003 wieder ins Gespräch.
Im Jahr 1953 wurde Kaltenkirchen amtsfreie Gemeinde. Am 1. Dezember 1973 erhielt Kaltenkirchen das Stadtrecht und hat seit 1974 die Funktion eines Unterzentrums mit Teilfunktion eines Mittelzentrums inne.
Das Rathaus wurde 1985/1986 erbaut. 2023 wurde ein Anbau in der Holstenstraße 14, mit Baukosten in Höhe von 6,2 Mio. Euro, fertiggestellt.

Die Altersstruktur der Bevölkerung ist in der nebenstehenden Alterspyramide auf Grundlage der Ergebnisse des Zensus 2022 dargestellt. Das Durchschnittsalter lag zum Zensusstichtag am 15. Mai 2022 bei 42,4 Jahren und damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 44,3 Jahren.
Zum 31. Dezember 2024 besaßen 84,3 % der Einwohner die deutsche und 15,7 % eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit hat seit 2016 zugenommen; damals lag er bei 9,9 %.
Zu den häufigeren ausländischen Staatsangehörigkeiten gehörten 2022 Rumänien und die Türkei (je 1,6 %), der Irak (1,4 %), Syrien (1,2 %) und Polen (1,0 %).
26,4 % der Bevölkerung gehörten 2022 der evangelischen und 5,7 % der römisch-katholischen Kirche an. Die übrigen 68,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.

Nach der Kommunalwahl vom 14. Mai 2023 entfielen von 32 Sitzen der neuen Stadtvertretung auf die CDU zehn Sitze. Auf die Wählergemeinschaft Pro Kaki entfielen acht, die SPD erhielt sieben und die AfD erreichte vier Sitze. Die FDP konnte zwei Sitze für sich gewinnen und war genauso wie Die Linke, die einen Sitz errang, mit der geltenden Gesetzeslage auf Landesebene in der neuen Stadtvertretung fraktionslos. Die Basis erhielt 0,2 % der Stimmen in Kaltenkirchen, was nicht für einen Sitz reichte. Bürgervorsteherin ist Ina Flach (Pro Kaki). Bei einer Nachwahl am 25. September 2023 errang die FDP einen weiteren Sitz und hat seit diesem Zeitpunkt wieder Fraktionsstatus.
Amtierender Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2024 Stefan Bohlen (CDU). Bei der Bürgermeisterwahl am 24. September 2023 setzte sich der 1982 geborene Bohlen im ersten Wahlgang mit 54,5 % der abgegebenen Stimmen gegen seine beiden Mitbewerber durch. Auf Platz zwei landete Frank Günter von der Wählergemeinschaft „Pro-Kaki“ mit 29,7 %. Die wenigsten Stimmen erhielt mit 15,9 % der Stimmen Kolja Olef, der ebenfalls parteilos antrat, aber von der SPD unterstützt wurde. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,3 %.
Das Kommunalwappen wurde von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert und dem Kaltenkirchener Theodor Brix gestaltet. Genehmigt wurde das Wappen am 18. Juli 1974.
| Blasonierung: „In Rot das silberne, holsteinische Nesselblatt, darauf ein roter, von zwei blauen Eichenblättern begleiteter Kirchturm mit blauer Haube nebst Spitzturm.“ | |
| Wappenbegründung: Das Wahrzeichen und älteste Gebäude des 1973 Stadt gewordenen Ortes ist die St.-Michaelis-Kirche, im Wappen durch ihren charakteristischen Turm vertreten. Zugleich steht dieser als stellvertretender Teil für den ganzen Kirchenbau und bezieht sich damit „redend“ auf den Ortsnamen. Die Ersterwähnung von Ort und Kirche geht auf das Jahr 1301 zurück, doch sind beide zweifellos älter. Ebenso wie von dem benachbarten Kirchspiel Bramstedt bekannt, nahm die Geschichte des Kirchspiels Kaltenkirchen wohl schon vor dem 13. Jahrhundert ihren Anfang. Vorgeschichtliche Grabhügel mit Urnenfunden deuten eine noch weiter zurückreichende Siedlungskontinuität an. Die Eichenblätter im Wappen sollen an das ehemalige Waldgebiet erinnern, in dem der Ort entstanden ist. Zur Verdeutlichung der Zugehörigkeit der Stadt zum Landesteil Holstein ist das örtliche Zeichen in das übergroße Nesselblatt eingezeichnet. In heutiger Zeit nutzt die moderne Stadt die Vorteile ihrer günstigen Lage in der Nähe des Großraumes Hamburg. Die Zugehörigkeit zum Bundesland Schleswig-Holstein wird durch die Wappenfarben Blau, Silber und Rot dokumentiert. |
Inmitten eines weißen Tuches, etwas zur Stange verschoben das Stadtwappen, begleitet oben und unten unweit des Randes von je einem roten Streifen. Die Flagge wurde am 8. Mai 1978 genehmigt.

Kaltenkirchen hat nach Aussage der Stadtverwaltung kein ausgeprägtes touristisches Ambiente, nur wenig Fremdenverkehr und nur wenige Kulturdenkmäler. In den 1970er Jahren wurden viele alte Gebäude abgerissen, insbesondere Reetdach-Fachwerkhäuser. Ein Beispiel für diese nahezu verschwundene Bauform ist das Bürgerhaus Kaltenkirchen, das nach einem Brandanschlag 2001 neu aufgebaut wurde und seit Mai 2009 auch für standesamtliche Trauungen genutzt wird. Das Bürgerhaus wurde durch ein weiteres Brandereignis am 9. September 2022 erheblich beschädigt und anschließend saniert. Die Sanierungs- und Modernisierungskosten in Höhe von rund 1,1 Mio. Euro wurden wesentlich durch eine Spende in Höhe von 500.000 Euro durch den Kaltenkirchener Klaus Schmidt teilfinanziert.
Ein altes Gebäude, das nicht abgerissen wurde, ist das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1884, das 2016 saniert wurde; in dessen Nähe befindet sich der neue Tunnelbahnhof Kaltenkirchen.
Das Vereinsleben wird unter anderem durch Sportvereine, Kulturvereine, Hilfsorganisationen und soziale Initiativen geprägt. Zu den größeren Sportvereinen zählen die Kaltenkirchener Turnerschaft (KT) und der FSC Kaltenkirchen.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kaltenkirchen wurde am 9. November 1888 von 33 Bürgern Kaltenkirchens gegründet. Sie ist der Nachfolger einer Zwangswehr.
Seit 1974 hatte die Feuerwehr Kaltenkirchen ihren Standort im Kisdorfer Weg. Im Jahr 2014 wurde ein Wachenneubau beschlossen. Es wurde eine neue Wache in der Süderstraße gebaut. Am 21. Oktober 2016 fand die Einweihungsfeier der neuen Feuerwache statt. Die neue Wache hat eine Fahrzeughalle mit 16 Stellplätzen und einer Stellfläche von ca. 1464 m². Die 1977 gegründete Jugendfeuerwehr spielt eine große Rolle, da aus ihr kontinuierlich Feuerwehrnachwuchs in die aktive Wehr übertritt.
Insgesamt verfügt die Feuerwehr Kaltenkirchen über 15 Einsatzfahrzeuge und zählt über 100 aktive Mitglieder.
Am 20. August 2021 wurden zwei neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) an die Wehr ausgeliefert. Die Fahrzeuge sollen das bisherige HLF aus dem Jahr 1997 und den Rüstwagen aus dem Jahr 1999 ersetzen.
Das ITF W15 Kaltenkirchen ist ein Tennisturnier der Damen, das im Rahmen der ITF World Tennis Tour (Kategorie W15) in Kaltenkirchen, Schleswig-Holstein, ausgetragen wird. Es dient als Nachfolgeturnier des ehemaligen ITF Future Nord 2019 und wird vom Tennisverband Schleswig-Holstein (TVSH) auf der Anlage des TC an der Schirnau veranstaltet.
Die Wirtschaft Kaltenkirchens ist geprägt von einem Möbel- und Einrichtungshaus, der Lebensmittelbranche und einem Baustoffhersteller. Das regionale Eisenbahnunternehmen AKN Eisenbahn GmbH, das Strecken im südlichen Schleswig-Holstein und in Teilen Hamburgs betreibt, hat seinen Verwaltungssitz und seine Werkstätten in Kaltenkirchen.


Siehe auch: Kategorie:Kaltenkirchen
Die Stadt liegt 32 km nördlich von Hamburg an der A 7 sowie an der Nahverkehrs-Bahnlinie A 2 des regionalen Eisenbahnunternehmens AKN Eisenbahn GmbH.
Kaltenkirchen ist Endpunkt der Entwicklungsachse Nord in der Metropolregion Hamburg sowie Mittelzentrum und besitzt insgesamt vier AKN-Eisenbahn-Stationen an der Strecke Hamburg-Altona–Ulzburg–Neumünster: Kaltenkirchen Süd (Industriegebiet), Kaltenkirchen (Stadtmitte), Holstentherme und die Haltestelle Dodenhof.
Die AKN-Strecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen wird seit 2023 für den elektrischen S-Bahn-Betrieb ausgebaut. Nach Abschluss der Maßnahmen soll die Strecke Ende 2028 als Linie S5 in das Hamburger S-Bahn-Netz integriert werden. Der ursprüngliche Betriebsbeginn war für Ende 2025, verzögerte sich jedoch.

In Kaltenkirchen gibt es drei Grundschulen, zwei Förderschulen, zwei Gemeinschaftsschulen, ein Gymnasium, eine Waldorfschule und eine Privatschule, sowie eine Volkshochschule.
Zu den Bildungseinrichtungen der Stadt gehören:

Die Stadt verfügt über ein Erlebnisbad mit angeschlossenem Saunabereich und Fitnessstudio. Zudem besitzt Kaltenkirchen ein etwa 2000 m² großes Warmwasserfreibad, das 1999 erbaut wurde und sich neben dem Erlebnisbad Holstentherme befindet.