Thuro Balzer

Thuro Balzer

Thuro Balzer, eigentlich Arthur Franz Balzer (* 9. Mai 1882 in Weißhof, Westpreußen; † 8. November 1967 in Hannover) war ein deutscher Maler, Grafiker und Gymnasiallehrer. Er war vor allem als Landschaftsmaler und -Grafiker bekannt.

Leben und Werk

Von 1900 bis 1904 absolvierte Balzer ein Studium an der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau; zuvor erwarb er in Malerwerkstätten die handwerklichen Grundlagen. 1904 bestand er zusätzlich die Prüfung als Zeichenlehrer und 1905 absolvierte er die Prüfung zum Turnlehrer. Nach kurzer Praxis als Zeichenlehrer und Turnlehrer und Ableistung des Militärdienstes war er 1907 Meisterschüler bei Eduard Kaempffer. 1908 wurde Balzer Kunsterzieher an der Großen Stadtschule in Rostock. Neben der Lehrtätigkeit und der Förderung von künstlerischem Nachwuchs entstanden viele Landschafts- und Stadtbilder. 1919 war Balzer Mitbegründer und bis 1922 Vorsitzender der Vereinigung Rostocker Künstler, die bis Mitte der 1930er Jahre bestand, und er war Mitglied der zweiten Generation der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Im Jahr 1924 unternahm er eine Studienreise nach Italien, die seine Malweise deutlich beeinflusste.

In der Zeit des Nationalsozialismus war er obligatorisches Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Thuro Balzer fügte sich in die Mitgliedschaft, konnte durch sein soziales Engagement auch manchen Künstlerkollegen helfen, zog sich nach Möglichkeit aber in die Feldberger Seenlandschaft mit dem Dorf Carwitz zurück, die er 1936 für sich entdeckt hatte.

Er erstellte seit 1911 im Auftrag von Behörden und Unternehmen viele Gebrauchsgrafiken u. a. für die Universität Rostock. Im Jahr 1942 gingen über 80 seiner Bilder, die Grafik- und Fotosammlung, Materialien, Werkzeuge und Fotoausrüstung in seinem Atelier bei einem Bombenangriff auf Rostock verloren. Er zog in ein neues Atelier in der Kröpeliner Straße, wo er auch weiterhin Laienkünstler unterrichtete.

1964 zog Balzer mit seiner Frau zu seinem Sohn nach Ahlem bei Hannover. Im Rostocker Ortsteil Brinckmansdorf wurde ihm eine Straße gewidmet.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

Ausstellungsbeteiligungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Stephan Sehlke: Balzer, Thuro. In: Pädagogen – Pastoren – Patrioten. Biographisches Handbuch. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-9497-8. S. 23.
  2. ↑ # 188. Balzer, Artur Franz (Thuro). In: Walther Neumann: Die Große Stadtschule zu Rostock in 3 ½ Jahrhunderten. Boldt, Rostock 1930, S. 142.
  3. ↑ Webpräsenz des Kunstmuseums Ahrenshoop
  4. ↑ Lisa Jürß: Balzer, Thuro. In: Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online, K. G. Saur, 2021.
  5. ↑ Online-Stadtplan der Stadt Rostock (Memento vom 24. Juli 2010 im Internet Archive)
  6. ↑ Ausstellungen Kunstverein zu Rostock.
  7. ↑ Thuro Balzer – Fotografien Goldbergkunst, Kunstverein in Goldberg (Mecklenburg).
  8. ↑ Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands: Jahresschau 1945 der Kunstschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern im Landesmuseum zu Schwerin vom 25. November bis 31. Dezember 1945. Schwerin 1945 (SLUB Dresden [abgerufen am 18. Juli 2023]).
  9. ↑ Verlagsangaben bei Edition Schwarzdruck.
Personendaten
NAME Balzer, Thuro
ALTERNATIVNAMEN Balzer, Arthur Franz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler
GEBURTSDATUM 9. Mai 1882
GEBURTSORT Weißhof, Westpreußen
STERBEDATUM 8. November 1967
STERBEORT Hannover