| Seidelbastgewächse | ||||||||||||
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Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Thymelaeaceae | ||||||||||||
| Juss. |
Die Seidelbastgewächse oder Spatzenzungengewächse (Thymelaeaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Malvenartigen (Malvales). Ihre bekannteste Pflanzenart in Mitteleuropa ist der Echte Seidelbast (Daphne mezereum). Einige Arten werden als Zierpflanzen, zur Holzgewinnung oder zur Herstellung von Räucherwerk genutzt.


Es handelt sich meist um verholzende Pflanzen: Bäume oder Sträucher, selten Lianen; selten sind es auch krautige Pflanzen. Sie sind immergrün oder laubabwerfend. Typisch ist für diese Familie ihre sehr faserige Rinde. Bei vielen Arten riechen die vegetativen Pflanzenteile unangenehm.
Die Laubblätter sind meist gegen-, seltener wechselständig oder wirtelig angeordnet. Die stets einfachen und ganzrandigen Laubblätter können mittelgroß bis klein sein. Bei manchen Arten sind sie auch ähnlich wie bei den Heidekrautgewächsen (Ericaceae) verkleinert. Die Blattnerven sind meist parallel angeordnet. Bei vielen Arten hinterlassen die abgefallenen Blätter deutliche Blattnarben. Nebenblätter fehlen.
Die Blüten stehen einzeln oder meist in seiten- oder endständigen, dichten büscheligen, kopfigen, traubigen oder rispigen Blütenständen zusammen. Oft sind Hochblätter vorhanden. Einige Arten sind kauliflor.
Die radiärsymmetrischen bis leicht asymmetrischen Blüten sind und vier- oder fünfzählig (selten sechszählig). Bei den meisten Arten sind die Blüten zwittrig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind, dann kommen einhäusig (monözische) oder zweihäusig (diözische) getrenntgeschlechtige Arten vor. Fast immer ist ein auffälliger Blütenbecher (Hypanthium) vorhanden, bei Synandrodaphne fehlt er mehr oder weniger. Der meist hohle Blütenboden ist meist scheibenförmig zu einem sogenannten Diskus erweitert. Die Kelchblätter sind unten oft zu einer Kelchröhre verwachsen. Bei einigen Arten sind die Kelchblätter bunt gefärbt und bilden den Schauapparat der Blüte, während die Kronblätter schuppenförmig reduziert sind und am Eingang der Kelchröhre sitzen oder ganz fehlen. Es sind meist zwei Kreise mit je vier oder fünf Staubblättern vorhanden, die untereinander frei sind, aber mit der Kelchröhre verwachsen sind. Es können aber auch 11 bis 35 Staubblätter vorhanden sein. Bei Pimelea sind nur zwei fertile Staubblätter vorhanden. Wenn zwei Fruchtblätter vorhanden sind, dann ist eines stark reduziert, sie sind zu einem mittel- oder oberständigen, einfächrigen Fruchtknoten verwachsen. Es können aber auch drei bis fünf, selten bis zu zwölf Fruchtblätter vorhanden sein, die zu einem mittel- oder oberständigen, zwei- bis fünffächrigen Fruchtknoten verwachsen sind.
Als Früchte kommen Beeren, lokulizidale Kapselfrüchte (Aquilaria), achänenartige Nussfrüchte und Steinfrüchte vor.
Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 9, selten 7–10; Polyploidie ist häufig.
Viele Arten sind giftig. Sie enthalten Diterpenester, Cyclopropenoide Fettsäuren, Chelidonsäure, Myricetin.








Die meisten Arten bevorzugen trockene, lichtreiche Standorte beispielsweise in Gebüschen oder in trockenen Wäldern.
Die Familie Thymelaeaceae wurde 1789 unter dem Namen „Thymelaeae“ von Antoine-Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, secundum ordines naturales disposita juxta methodum in Horto Regio Parisiensi exaratam, Seite 76 erstveröffentlicht. Manchmal wird auch die Veröffentlichung von Michel Adanson in Familles des plantes, 2, 1763, Seite 278 zitiert. Typusgattung ist Thymelaea Mill. und auch der zweite deutsche Familienname bezieht sich auf den deutschen Trivialnamen Spatzenzungen dieser Gattung. Synonyme für Thymelaeaceae Juss. sind: Aquilariaceae R.Br. ex DC., Daphnaceae Vent., Gonystylaceae Tiegh., Phaleriaceae Meisn., Tepuianthaceae Maguire & Steyerm.
Arten der Familie Thymelaeaceae kommen weltweit von den gemäßigten Zonen bis in den Tropen vor, mit Ausnahme Sibiriens, der Sahara und Teilen Nordamerikas. Besondere Verbreitungsschwerpunkte sind die subtropischen Gebiete Australiens und Afrikas, außerdem die asiatischen Steppen und das Mittelmeergebiet. Sie weisen eine größere Diversität auf der Südhalbkugel auf.
Die Familie ist gegliedert in zwei Unterfamilien und eine Gattung, die weder in der einen noch der anderen Unterfamilie enthalten ist: Je nach Auffassung enthält die Familie etwa 50 bis 60 Gattungen mit 500 bis 800 Arten:
Die Bastfasern vieler Arten (beispielsweise bei Daphne, Edgeworthia, Thymelaea) sind sehr strapazierfähig und werden oder wurden zur Herstellung von Seilen oder Papier verwendet.
Viele Baumarten dieser Familie besitzen aromatisches, hartes Holz. Einige werden zum Bauen benutzt, andere werden zum Räuchern oder als Geruchsstoffe für Räucherwerke benutzt. Arten aus mehreren Gattungen dieser Familie werden Adlerholzbäume (beispielsweise Aquilaria oder Gyrinops) oder Agarholzbäume genannt.
Einige Arten in dieser Familie produzieren sogenanntes „Gaharu“ oder „Agarwood“ (beispielsweise bei Aquilaria). Es bildet sich oft aus dem Kernholz nach Verletzungen und wohl auch durch Pilzinfektionen. „Gaharu“ wird als Ausgangsstoff für Räucherwerk und Medizin sehr geschätzt. Auf Grund dieser Nutzung wurden einige Arten in ihren Habitaten dezimiert.
Aufgrund der zwar oft kleinen, aber hübschen und wohlriechenden Blüten werden einige Arten (beispielsweise von Daphne, Dais, Dirca, Pimelea) als Zierpflanzen verwendet.