Leben und Werk
Anderson studierte an der Dr. Challoner's Grammar School in Buckinghamshire, an der Junior Guildhall School of Music und am New College in Oxford, wo er Stipendiat für Klavier und Dirigieren war. Außerdem nahm er an Meisterkursen mit Bernard Haitink und Richard Bonynge sowie an der Jorma Panula Academy in Helsinki und der Solti Academy in Venedig teil.
Nach Aufführungen von Humperdincks Hänsel und Gretel in Oxford im Jahr 2012 wurde Anderson 2013 auf Einladung des damaligen Intendanten Gerard Mortier als Korrepetitor und Dirigent an das Teatro Real in Madrid eingeladen. Mortier hatte im Rahmen des Humanitas-Programms eine Gastprofessur an der Universität Oxford inne. 2015 kam Anderson als Korrepetitor an die English National Opera und arbeitete beim Glyndebourne Festival erstmals mit dem Dirigenten Ivor Bolton zusammen. Er assistierte außerdem unter anderem Vladimir Jurowski, Donald Runnicles und Nicholas Carter. 2023 war er interimistisch als Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin tätig.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Oper und Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Als Dirigent arbeitete Anderson unter anderem an der Royal Opera, der Dutch National Opera, der Semperoper Dresden, der Hamburgischen Staatsoper, der Oper Frankfurt, dem Stadttheater Klagenfurt, beim Glyndebourne Festival und mit Opera Australia im Sydney Opera House. Im Konzertbereich arbeitete er unter anderem mit dem Klangforum Wien, der London Sinfonietta und der Birmingham Contemporary Music Group. Auftritte führten ihn unter anderem ins Wiener Konzerthaus, ins Barbican Centre und Southbank Centre in London sowie in die NOSPR-Halle in Katowice.
Ausgewählte Dirigate und Projekte
- 2018 dirigierte Anderson die Produktion zum 30-jährigen Jubiläum von Mark-Anthony Turnages Oper Greek.
- Zu seinen weiteren Arbeiten im zeitgenössischen Musiktheater zählt Gerald Barrys Oper The Intelligence Park mit Music Theatre Wales, der London Sinfonietta und der Royal Opera sowie Philip Venables’ Denis & Katya, das Anderson unter anderem bei Music Theatre Wales, der Opéra national de Montpellier und 2022 an der Dutch National Opera dirigierte.
- 2021 leitete er am Stadttheater Klagenfurt die Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Oper Il canto s'attrista, perché?.
- 2022 dirigierte Anderson das Preisträgerkonzert des Erste-Bank-Kompositionspreises im Wiener Konzerthaus im Rahmen von Wien Modern.
- 2023 leitete er am Stadttheater Klagenfurt die Uraufführung von Bernhard Langs Oper Hiob. Die Produktion wurde 2024 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis in der Kategorie „Beste Erst-/Uraufführung“ ausgezeichnet. Im selben Jahr dirigierte Anderson Thomas Adès’ Oper Powder Her Face an der Semperoper Dresden.
- Mit dem Klangforum Wien leitete Anderson Aufführungen von Georg Friedrich Haas’ Konzertinstallation 11.000 Saiten für 50 mikrotonal gestimmte Klaviere und Ensemble, unter anderem in Wien, Prag und Düsseldorf.
- 2024 gab Anderson mit Brett Deans Hamlet bei Opera Australia im Sydney Opera House sein Australien-Debüt.
- An der Aufnahme Abyss and Caress mit Werken der Komponistin Lucia Dlugoszewski wirkte Anderson als einer der Dirigenten mit. Die mit dem Klangforum Wien entstandene Aufnahme wurde in die Bestenliste 1/2024 des Preises der deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.
- 2025 dirigierte Anderson an der Hamburgischen Staatsoper die Uraufführung von Gordon Kampes Musiktheaterwerk Die Kreide im Mund des Wolfs mit Georg Nigl.
- Im März 2025 leitete Anderson eine Asientournee des Klangforum Wien mit Auftritten beim Hong Kong Arts Festival im Hong Kong Cultural Centre, am Daegu Opera House in Südkorea und beim Tokyo Spring Festival im Tokyo Bunka Kaikan. Auf dem Programm standen unter anderem die Meta-Oper AMOPERA, Wolfgang Mitterers tritsch tratsch sowie Werke von Pierre Boulez und Luciano Berio.
- Ebenfalls 2025 leitete Anderson in Glyndebourne die Uraufführung von Mark-Anthony Turnages Oper The Railway Children nach dem Roman von Edith Nesbit. Die Produktion wurde anschließend in der Queen Elizabeth Hall des Londoner Southbank Centre aufgeführt.
- In der Spielzeit 2026/27 debütierte Anderson an der Oper Frankfurt mit Warten auf heute, einem aus Werken von Arnold Schönberg und Frank Martin zusammengestellten Musiktheaterabend.
Zu den weiteren von Anderson dirigierten Uraufführungen zählt George Lewis’ The Deformation of Mastery mit der London Sinfonietta.