TimeSlips

TimeSlips (deutsch: Zeitschnipsel) ist eine von der US-amerikanischen Gerontologin und Theaterwissenschaftlerin Anne Basting entwickelte Methode, bei der Menschen mit Demenz spielerisch verschüttete Erinnerungen aktivieren können.

Zu einem Foto oder Kunstwerk stellt ein zertifizierter TimeSlips-Moderator offene Fragen. Die spontanen Antworten der teilnehmenden Menschen mit dementieller Erkrankung werden protokolliert. So entsteht im Laufe einer Veranstaltung eine gemeinschaftlich erfundene Geschichte. Dabei gilt ausdrücklich, dass es keine falschen Antworten gibt. Nicht das Defizit, sich an ein bestimmtes Wort oder ein bestimmtes Ereignis nicht mehr erinnern zu können, steht im Vordergrund, sondern die positive Erfahrung, wie viele Erinnerungen bei diesem freien Fließen der Fantasie auftauchen.

Die Methode wird in 24 Ländern praktiziert, überwiegend im englischsprachigen Raum. Im deutschsprachigen Raum hat sie erstmals 2012 die Psychologin und Gerontologin Karin Wilkening in der Schweiz angewandt.

Die TimeSlips-Methode wird seit 2017 am Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig auch für Menschen mit Lerneinschränkungen eingesetzt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Sandra Verena Müller, Jasmin Aust, Theresa Engelin: „Kreatives Geschichtenerfinden“ zur Steigerung der Lebensqualität von Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz – Ein Erfahrungsbericht. In: Inklusive Medizin. Jg. 14, H. 1. Edition Bentheim, Würzburg 2017, S. 21–27.
  2. ↑ Our Network – TimeSlips Creative Storytelling. Abgerufen am 5. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. ↑ Karin Wilkening, Yvonne Kündig, Sandra Oppikofer: Aufgeweckt! Eine Kunstgeschichte. In: Demenz. Band 20. Brinkmann-Meyhöfer, Hannover 2014, S. 7 ff. (uzh.ch [PDF]).
  4. ↑ Menschen mit Beeinträchtigung - 3Landesmuseen. 13. Juli 2021, abgerufen am 5. Oktober 2026.