Tina Spies

Tina Spies (* 1979) ist eine deutsche Soziologin und Professorin für Soziologie, Gender und Diversität an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Forschung umfasst Migrations-, Rassismus-, Diskriminierungs- und Intersektionalitätsforschung aus qualitativer Perspektive.

Leben

Spies schloss im Jahr 2005 ein Magisterstudium der Soziologie an der Universität Hamburg mit den Nebenfächern Psychologie und Kriminologie ab und wurde 2009 an der Universität Kassel promoviert. Von 2005 bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel; danach arbeitete sie bis 2013 im BMBF-Projekt MuViT – Soziologische Perspektiven auf Mustererkennung und Video Tracking an der Universität Potsdam und vertrat 2012/2013 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eine Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung. Von 2013 bis 2018 war sie an der Universität Potsdam tätig, zuletzt als Leiterin des Lehrbereichs Sozialstrukturanalyse und Soziale Ungleichheit. Von 2018 bis 2021 war sie Professorin für Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt; seit April 2021 ist sie Professorin in Kiel und leitet dort den Arbeitsbereich Gender- und Diversitätswissenschaften.

Wirken

Spies arbeitet zu Migrations- und Rassismusforschung, Ausgrenzung, Geschlechterforschung, Queer-Theorie, Postkolonial- und Kulturwissenschaften, sozialer Ungleichheit, Intersektionalität, interpretativer Sozialforschung sowie Jugendgewalt, Männlichkeit und Gewalt. Sie war von 2015 bis 2019 stellvertretende Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und von 2019 bis 2021 Sprecherin der Sektion Biografieforschung; seit 2024 ist sie zweite Sprecherin der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung. Mit Elisabeth Tuider gab sie 2017 den Band Biographie und Diskurs heraus; 2022 war sie Mitherausgeberin der Bände Othering in der postmigrantischen Gesellschaft und Positioning the Subject. In einem 2025 veröffentlichten Aufsatz untersuchte sie mit Elisabeth Tuider, Manja Dimitra Kotsas, Tom Fixemer und Hazal Budak-Kim die intersektionale Diskriminierung in der Rechts- und Antidiskriminierungspraxis. Sie betrachtet Genderwissenschaften als bedeutend für die Analyse sozialer Ungleichheit und warnte vor politischem Druck auf die Geschlechterforschung.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Prof. Dr. Tina Spies. In: Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 13. Mai 2026, abgerufen am 31. Mai 2026.
  2. 1 2 3 4 Vita. In: Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 21. April 2021, abgerufen am 31. Mai 2026.
  3. ↑ Othering in der postmigrantischen Gesellschaft - Herausforderungen und Konsequenzen für die Forschungspraxis. In: Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 18. November 2022, abgerufen am 31. Mai 2026.
  4. ↑ Intersektionale Diskriminierung – Verhandlungen in der Rechts- und Antidiskriminierungspraxis. In: ZDfm – Zeitschrift für Diversitätsforschung und -management. November 2025, abgerufen am 31. Mai 2026.
  5. ↑ Professorin über Gender-Studies: „Es wird versucht, uns in eine Krise zu bringen“. In: taz. 22. Juli 2025, abgerufen am 31. Mai 2026.
Personendaten
NAME Spies, Tina
KURZBESCHREIBUNG deutsche Soziologin und Hochschullehrerin
GEBURTSDATUM 1979