Tobias Trappe (* 1966 in Mülheim an der Ruhr) ist ein deutscher Philosoph. Er ist Professor für Ethik der Polizei und öffentlichen Verwaltung an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) in Duisburg.
Tobias Trappe studierte Philosophie und katholische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach seinem Promotion arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophisch-theologische Grenzfragen bei Richard Schaeffler, später dann als Assistent bei Theo Kobusch. Er war zunächst als wissenschaftliche Hilfkraft, danach als Bandherausgeber für das Historische Wörterbuch der Philosophie tätig. Nach seiner Tätigkeit als Senior Berater bei der IFOK GmbH (Bensheim, später Düsseldorf), wo er u. a. für die Initiative „Jugend denkt Zukunft“ verantwortlich war, erhielt er 2009 als erster Nichttheologe den Ruf auf die neugeschaffene Professur für Ethik an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln. 2017 gründete er zusammen mit Sabine Mecking das Institut für Geschichte und Ethik der Polizei und öffentlichen Verwaltung (IGE) in NRW. 2019 wurde er zum stellvertretenden Sprecher des Fachbereichs Polizei an der HSPV NRW gewählt. Diese Funktion übernahm bis Ende 2023. Zusammen mit Sabine Mecking, Werner Schiewek und und Klaus Weinhauer ist Trappe Mitherausgeber der Schriftenreihe „Geschichte und Ethik der Polizei und öffentlichen Verwaltung“ im Verlag Springer.
Tobias Trappe promovierte 1994 mit einer Arbeit über Edmund Husserls Konzept der transzendentalen Erfahrung und ihrer möglichen Relevanz für die transzendentale Theologie, wie sie Karl Rahner entworfen und durch Richard Schaeffler weiterentwickelt worden war. Danach folgten zahlreiche begriffsgeschichte Artikel (u. a. Realismus, das Schöne, Sein; Seiendes, Selbstoffenbarung, Staunen; Bewunderung; Verwunderung, Subjekt, Substanz; Akzidens, Transzendental; Vernunft; Verstand; Vergeben; Verzeihen, Wahrheit, Wirklichkeit), die sich philosophiehistorisch neben der (Leib-) Phänomenologie (Husserl, Lévinas, Fuchs) sowie Existenzphilosophie (vor allem Karl Jaspers) schwerpunktmäßig im Bereich der nachhegelschen Tradition und hier speziell im Umkreis des sog. Spekulativen Theismus bewegen. Im Horizont dieser Arbeiten erschien 1997 eine Studie zum Problem der Allmacht Gottes. In den Folgejahren entwickelte Trappe Ansätze zu einer Rehabilitation des Substanzbegriffs, den er im lockeren Anschluss etwa an Arbeiten von Günther Anders als unverzichtbare Kategorie zur Deutung menschlicher Grenzerfahrungen wie Armut, Alter und Krankheit wiederzugewinnen versuchte.
Im Jahr 2000 veröffentlichte er unter dem Titel „Die Unwirklichkeit des Todes“ die Ergebnisse eines Forschungsprojektes an der Kreispolizeibehörde Kleve zur Verbesserung des Opferschutzes bei tödlich verlaufenden Unglücksfällen. Diese Studie bildet seit 2024 eine Grundlage der Rahmenkonzeption „Polizeilicher Opferschutz“ der Polizei NRW.
Angestoßen durch seine hochschulpolitische Tätigkeit widmete sich Trappe verstärkt danach der Integration der Menschenrechtsbildung in die polizeiliche Ausbildung, ferner Fragen der demokratischen Resilienz der Polizei, der Werteorientierung, der Führungsethik („Zur Tapferkeit des Führens“) sowie – insbesondere unter dem Eindruck der Forschungen von Wolfgang Seibel zur Loveparade-Katastrophe von 2010 – der Bedeutung von „Verwaltungsdesastern“ für das Verständnis der Verwaltungsethik im demokratischen Rechtsstaat. Im Umkreis dieser Arbeiten entstanden nicht nur Beiträge zur Ethik der polizeilichen Ausbildung, sondern auch ein in dieser Form einmaliges Online-Training für die polizeiliche Aus- und Fortbildung, das erstmals die Konsequenzen der UN-Behindertenrechtskonvention für die alltägliche polizeiliche Arbeit reflektiert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Trappe, Tobias |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | Mülheim an der Ruhr |