Todesmarsch durch Lindow

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Begründung: So kein ausreichender Artikel - eigentlich ein Fall zur Verschiebung in den BNR des Erstellers, da aber von TK

erstellt leider so nicht möglich.--

Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde seit dem 21. April von der SS geräumt. Der größte Teil der Häftlinge wurde auf Märsche in Gruppen in Richtung Nordwesten getrieben.

Die Tagesetappen waren zwischen 20 und 40 Kilometer lang. Bei nasskaltem Wetter mussten die Häftlinge marschieren. Viele starben an Entkräftung, andere wurden von der SS erschossen. Eine der Marschkolonnen wurde durch Lindow getrieben. Dieses Ereignis ist bisher nicht dokumentiert worden. Mögliche Zeitzeugen sind verstorben. Janine Fubel hat in ihrer Dissertation "Krieg, Bewegung und extreme Gewalt - Die Auflösung des Konzentrationslagers Sachsenhausen" vorhandene Quellen recherchiert und aufbereitet. In der letzten Veränderungsmeldung, die für Sachsenhausen vorliegt, vermerkt die Kommandantur in Sachsenhausen am 19. April 12.417 Frauen. Im Zuge der Räumung wurde auch das Frauenlager aufgelöst und es gab Gefangenenkolonnen, die Frauen führten. Ihre Zahl wurde auf 5000 geschätzt. Sie verließen das Hauptlager in Oranienburg als Letzte. Von der SS als "marschunfähig" erachtete Frauen wurden hingegen zurückgelassen. So brachen am 21. April auch Frauenkolonnen in Oranienburg mit dem Ziel auf, Neustadt-Glewe zu erreichen. SS Transportführer der zwei großen Gefangenenkolonnen, die Frauen deportierten, waren der SS-Obersturmführer Heinrich Fresemann, der nach eigenen Angaben 1000 Frauen aus Oranienburg wegbrachte, und der SS-Führer Walter Dankworth. Soweit rekonstruiert werden kann, trieb das Wachpersonal die Frauen gegen 19 Uhr aus dem Lager. Der Gewaltmarsch führte einen Teil von ihnen über Lindow, Köpernitz, Rheinsberg, Finow, Herzsprung und Alt Ruppin nach Wittstock.

Nachdem die Häftlinge durch Lindow getrieben worden waren, übernachten sie am Ortsausgang in Scheunen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Janine Fubel: Krieg, Bewegung und extreme Gewalt - Die Auflösung des Konzentrationslagers Sachsenhausen 1945. 1. Auflage. Wallstein Verlag, 2005, ISBN 978-3-8353-5839-3, S. 316.
  2. ↑ Gespräch mit Eckhard Döblitz am 29. Oktober 2026