Tokos

Tokos

Jackson-Toko (Tockus jacksoni), Kenia

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Gattung: Tokos
Wissenschaftlicher Name
Tockus
Lesson, 1830

Als Tokos werden im Deutschen die Arten der Gattung Tokos (Tockus) bezeichnet. Die Gattung Tockus umfasst 10 Arten. Innerhalb der Familie der Nashornvögel stellen sie die größte Gattungsgruppe dar. Das Verbreitungsgebiet dieser Arten ist Afrika.

Merkmale und Lebensweise

Tokos sind kleine bis mittelgroße Nashornvögel. Kennzeichnend für sie ist, dass nur die Haut um das Auge und eine kleine Partie an der Kehlbasis unbefiedert sind. Bei den meisten Arten dieser Gattung ist das nashornvogeltypische Horn auf einen wenig auffälligen Schnabelfirst reduziert.

Fortpflanzung

Tokos sind monogame Vögel und nur von einer Art gilt ein kooperatives Brutgeschäft für wahrscheinlich.

Tokos nisten in Baumhöhlen oder Felsspalten. Wie für viele Nashornvögel typisch, mauert das Weibchen den Eingang bis auf einen kleinen Spalt zu. Sie nutzt dafür überwiegend ihren eigenen Kot, Futterreste und Fruchtbrei. Nur bei einigen Arten wird auch Lehm verbaut. Das Gelege umfasst gewöhnlich zwischen drei bis fünf Eier. Eine Ausnahme ist der Jackson-Toko, dessen Gelege nur in Ausnahmefällen drei Eier umfasst, gewöhnlich aber nur aus zwei Eiern besteht. Das Weibchen durchläuft in der Bruthöhle die Mauser und ist bei einigen kleineren Arten mitunter sogar flugunfähig. Nicht brütende Weibchen dagegen mausern so, dass sie ihre Flugfähigkeit behalten, Brütende Weibchen verlassen die Bruthöhle, noch bevor die Nestlinge flügge sind. Die Nestlinge mauern dann erneut die Bruthöhle bis auf einen schmalen Spalt zu.

Nahaufnahme eines Südlichen Gelbschnabeltokos
Auffliegender Deckentoko
Östlicher Gelbschnabeltoko, Kenia
Decken-Toko, Weibchen

Lebensraum

Bis auf den Zwergtoko (Tockus camurus), der feuchte Sumpfgebiete bevorzugt, sind die Arten Buschland-, Savannen- und Waldbewohner. Der Monteiro-Toko, der nur in einem kleinen Gebiet in Namibia und Angola lebt, kommt auch in Halbwüsten vor und besiedelt von allen Tokos den Lebensraum mit den geringsten Niederschlägen. Er nutzt als Bruthöhle auch Felsspalten, die in seinem Habitat häufig sind.

Arten

Dem Rotschnabeltoko wurden ursprünglich fünf Unterarten zugeordnet, denen mittlerweile alle Artstatus zugebilligt wird.

Tokos und Mensch

Dedikationsnamen

Eine Reihe der Tokos haben Artepithetons, die an die Leistungen bestimmter Personen erinnern:

Haltung

Tokos werden erfolgreich in Zoologischen Gärten gehalten und auch gezüchtet. Sie erreichen in der Gefangenschaftshaltung zum Teil ein beträchtliches Lebensalter. Für den Grautoko sind 20 Jahre, für den Rotschnabeltoko 18 Jahre sowie für die Elstertoko und den Südlichen Gelbschnabeltoko 22 Jahre belegt.

Literatur

Commons: Tokos (Tockus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

  1. ↑ W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. S. 537
  2. ↑ Kemp: The Hornbills - Bucerotiformes. S. 109.
  3. ↑ Kemp: The Hornbills – Bucerotiformes. S. 144.
  4. ↑ Pagel, Marcordes: Exotische Weichfresser. S. 82.
  5. ↑ Artbeschreibung in The Atlas of Southern African Birds., aufgerufen am 3. Oktober 2016
  6. ↑ Josep del Hoyo et al. (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. 1. Auflage. Band 6. Lynx Edicion, Barcelona, ISBN 84-87334-30-X, S. 493.
  7. ↑ Bo Beolens, Michael Watkins: Whose Bird? Men and Women Commemorated in the Common Names of Birds. Christopher Helm, London 2003, ISBN 0-7136-6647-1, S. 205.
  8. ↑ Allgemeine Zeitung München, Beilage vom 8. Oct. 1865 S. 4561 - Wien 2. Oct. - Frhrn. v. der Decken's Expedition nach Ost-Afrika
  9. ↑ Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. S. 548.