Tongern

Tongern
Tongern (Limburg)
Tongern (Limburg)
Tongern
Staat: Belgien Belgien
Region: Flandern
Provinz: Limburg
Bezirk: Tongeren
Gemeinde: Tongeren-Borgloonwub
Koordinaten: 50° 47′ N, 5° 28′ OKoordinaten: 50° 47′ N, 5° 28′ O
Fläche: 87,56 km²
Einwohner: 32.138 (1. Jan. 2024)
Bevölkerungsdichte: 367 Einwohner je km²
Postleitzahl: 3700
Vorwahl: 012
Website: www.tongeren.be

Tongern (niederländisch Tongeren, limburgisch Tóngere, französisch Tongres) ist eine ehemalige Gemeinde und Stadt in der belgischen Provinz Limburg und der niederländischsprachigen Region Flandern. Sie ist nach Arlon (gegründet 52 v. Chr.) die zweitälteste Stadt Belgiens (gegründet um 15 v. Chr.), entstanden aus der römischen Siedlung Atuatuca Tungrorum, die an der Römerstraße von Köln nach Bavay lag, die heute Via Belgica genannt wird und weiter bis nach Bononia führte. Zum 1. Januar 2025 erfolgte die Fusion der Gemeinden von Borgloon und Tongern zu Tongeren-Borgloon.

Denkmal des Ambiorix

Geografie

Tongern liegt im Süden der belgischen Provinz Limburg, etwa 15 km nördlich von Lüttich, 15 km westlich von Maastricht und ungefähr 20 km südlich von Hasselt.

Geschichte

Das antike Atuatuca Tungrorum ist wohl nicht identisch mit dem befestigten Platz Aduatuca, bei dem Quintus Titurius Sabinus, ein Feldherr Caesars, 54 v. Chr. eine empfindliche Niederlage gegen die von Ambiorix geführten Eburonen erlitt und fiel. Während der Regierungszeit von Kaiser Augustus entstand um 15 v. Chr. auf dem Gebiet des heutigen Tongern ein römisches Militärlager und in dessen Nähe bald darauf eine zivile Siedlung. Aduatuca Tungrorum wurde Hauptort der Tungerer und der römischen Civitas Tungrorum. Gegen Ende der Herrschaft des Augustus wurde das Militärlager aufgegeben, doch der Ort blieb ein wichtiges Handelszentrum. Während der Revolte des Iulius Civilis 69/70 n. Chr. scheint Aduatuca Tungrorum zerstört worden zu sein, wurde aber bald wieder aufgebaut. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Straßenknotenpunkt und zum nach Köln bedeutendsten Ort der Provinz Germania inferior. Trajan oder Hadrian ließ es von einer Mauer von etwa 4,5 km Umfang umgeben. Um 275 plünderten Franken die Stadt. Nach deren Vertreibung legten die Römer eine neue, aber deutlich kleinere Umfassungsmauer an. Die Stadt kam nun zur Provinz Germania secunda. 451 wurde sie vielleicht während des Einfalls Attilas von den Hunnen zerstört. Jedenfalls endete kurz nach diesem Zeitpunkt die römische Periode in Tongern. Reste der im 2. Jahrhundert errichteten Stadtmauer, ferner von Häusern, eines Heiligtums und eines Aquädukts sowie viele Gräber blieben erhalten.

Die Stadt war schon seit dem Anfang des 4. Jahrhunderts Sitz eines Bischofs gewesen, der um 595 nach Maastricht und 718/19 nach Lüttich übersiedelte. Im Jahre 881 wurde Tongern von den Normannen gebrandschatzt.

Die weitgehend zerstörte Stadt entstand dann im 10. Jahrhundert neu, kam 980 an den Bischof Notger von Lüttich und gehörte bis zum Ende des Ancien Régime zum Hochstift Lüttich. 1401 und 1553 wüteten hier Pestepidemien. 1677 wurde Tongern von Truppen Ludwigs XIV. niedergebrannt.

Politik

Sitzverteilung im Stadtrat
von Tongern 2018
     
Insgesamt 31 Sitze

Nach der Wahl kam es zu einer Koalition aus CD&V - VLD und Vooruit. Zusammen kommen sie auf 23 der 31 Sitze.

Stadtteile

Sehenswürdigkeiten

Römische Mauer
Liebfrauenbasilika Tongern

Museen

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

Verkehr

Tongern liegt an der Bahnstrecke Lüttich—Hasselt—Antwerpen sowie an der Bahnstrecke Aachen–Tongern. Letztere dient ausschließlich dem Güterverkehr.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

Galerie

Literatur

Commons: Tongeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Andreas Kockartz: Die Landkarte von Flandern ist durch die Gemeindefusionen neu gezeichnet. In: VRT News. 2. Januar 2025, abgerufen am 5. Januar 2025.
  2. ↑ Sigfried Jan de Laet: Atuatuca Tungrorum. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3 (englisch, perseus.tufts.edu).
  3. ↑ Michael_Erbe: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Kohlhammer, Stuttgart 1993, ISBN 3-17-010976-6, S. 33.
  4. ↑ Michael Erbe: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Kohlhammer, Stuttgart 1993, ISBN 3-17-010976-6, S. 34.
  5. ↑ Detlev Arens: Flandern: das flämische Belgien: die einzigartige Städtelandschaft um Brüssel, Brügge, Gent und Antwerpen (= DuMont-Kunst-Reiseführer). 7., aktualisierte Auflage. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-3005-4, S. 317.
  6. ↑ Archäologie in Deutschland. Heft 4/2011 S. 71.