Transit Times

Film
Titel Transit Times
Produktionsland Deutschland, Rumänien, Moldawien
Originalsprache Rumänisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Weydemann Bros.
Stab
Regie Ana-Felicia Scutelnicu
Drehbuch Ana-Felicia Scutelnicu
Produktion
Musik Alexandrina Hristov
Kamera Javier Palicio
Schnitt Ecaterina Iaschevici
Besetzung

Transit Times ist ein deutsch-rumänisch-moldawisches Filmdrama aus dem Jahr 2026 unter der Regie von Ana-Felicia Scutelnicu (* 1978). Es erzählt eine Familiengeschichte im Moldawien der 1990er Jahre, wenige Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, als das Land eine unabhängige Republik geworden war. Der Film spielt in der Hauptstadt Chișinău und wurde auch dort gedreht. Er hatte seine Weltpremiere am 26. Juni 2026 auf dem Filmfest München und kam am 2. Juli 2026 in die deutschen Kinos.

Handlung

Die Familie von Zina, Victor, beide früher Teil der Intelligenzija und ihrer 17-jährigen Tochter Eva hat in der jungen Republik Moldawien des Jahres 1997 ihr Einkommen verloren: Das Theater, in dem Zina arbeitet, verkauft keine Karten mehr, Victors Gemälde will niemand. Das Klavier der begabten Musikschülerin Eva haben sie aus Geldgründen verkauft. Der Strom wird abgestellt, Victor zieht in sein Atelier im Keller um und malt bei Kerzenlicht. Zina hat immer wieder Ideen, um die Familie notdürftig über Wasser zu halten, etwa den Weiterverkauf von selbstgebranntem Schnaps vom Lande.

Evas Freundin hat einen Job als Tänzerin im Nachtclub und nimmt sie mit. Sie kann dort gegen Bezahlung Klavier spielen. Als Befreiungsschlag bleibt der Familie nur noch, die eigene Wohnung über einen Makler an ausländische Touristen tageweise zu vermieten und solange im Kelleratelier zu hausen. Die findige Mutter erfährt auch von einem frei gewordenen Klavier im Diplomaten-Club. Als Eva dort vorspricht und auf dem Instrument spielt, ist ein Gast des Clubs, im mittleren Alter, gerührt und lädt sie in die Oper an. Eva übernachtet in seinem Gästezimmer, ohne bedrängt zu werden. Sie nutzt die Gelegenheit, um weiter bei ihm zu wohnen, was er sich bald aber doch durch Sex vergüten lässt.

Zina bekommt unterdessen gefälschte Dokumente, die ihre jüdische Herkunft belegen sollen und das Übersiedeln in den Westen erlauben würden. Als sie ihrer Tochter die Arbeit im Nachtclub verbietet, schließt diese sich Hals über Kopf der Freundin an, die gerade mit anderen Mädchen zum Arbeiten nach Istanbul aufbricht. Der Betreiber des Nachtclubs jagt mit der Mutter dem Kleinbus voller junger Frauen hinterher und löst mit Waffengewalt Eva heraus. Zina stößt nun die Ausreise aus Moldawien an. Der deutsche Konsul, der ihren Fall genehmigen soll, ist ausgerechnet der Mann, dem Eva im Diplomaten-Club begegnet war.

Produktion

Der Film ist eine Produktion von Weydemann Bros. in Koproduktion mit Mobra Films (Bukarest, Rumänien) und YouBeSC Film (Chișinău, Moldau). Er wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, Eurimages, die zwei staatlichen Filmzentren CNC Romania und CNC Moldova sowie Creative Europe Media. Die Drehbuchautorin und Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu gewann für das Filmprojekt auf der Berlinale 2019 den Kompagnon-Förderpreis.

Rezeption

Erica Zingher hebt in der taz die unspektakuläre und alltagsnahe Erzählweise des Films hervor. Gerade dadurch vermittle Transit Times präzise, wie sich der Zerfall der damaligen gesellschaftlichen Ordnung in Moldawien der 1990er Jahre im täglichen Leben bemerkbar machte. Sie deutet den Film als eine Geschichte "über das Verschwinden – und die Zurückgelassenen." Sichtbar werde der Umbruch unter anderem im Wechsel vom Russischen zum Rumänischen, in leeren Geschäften, dem Entstehen krimineller Geschäftsmodelle und dem wachsenden Einfluss der Kirche. Zugleich verbinde der Film den gesellschaftlichen Wandel mit der zunehmenden Entfremdung (im Rumänischen „Înstrăinare“, was auch der Zweittitel des Films ist) der Menschen vom Staat und voneinander.

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Transit Times. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 283832; abgerufen am 4. Juli 2026).
  2. ↑ Filme beim Filmfest München 2026
  3. ↑ Eintrag in der Filmstart-Datenbank allscreens.de des Verbandes Filmverleih und Audiovisuelle Medien
  4. ↑ Transit Times | filmportal.de. Abgerufen am 17. August 2026.
  5. ↑ Erica Zingher: Ein Land verschwindet nicht mit einem Knall. In: die tageszeitung. 17. August 2026, abgerufen am 17. August 2026.
Weitere Filmlinks: