Transliteration

Transliteration ist die buchstabenweise eindeutig umkehrbare Umschrift eines Wortes von einem Schriftsystem in ein anderes. Die Bezeichnung ist abgeleitet aus lateinisch trans „hinüber“ und litera [auch littera] „Buchstabe“. Sie wird, nicht zuletzt wegen der dazu häufig erforderlichen diakritischen Zeichen, nur in der Wissenschaft angewendet.

Transkription dagegen ist die aussprachenahe oder traditionelle Umschrift eines Wortes gemäß Wörterbuch der Zielsprache, die in den übrigen Medien zur Allgemeinverständlichkeit verwendet wird, im Bibliothekswesen, damit ein vertrauter Begriff gefunden werden kann.

Als Umschrift im weitesten Sinne ist noch die Ausspracheerklärung hinter einem Eintrag zu nennen. Sie erfolgt in eckigen Klammern nach den Regeln des Internationalen Phonetischen Alphabetes.

Allgemeines

Beispiele für Transliterationssysteme bestehen für Arabisch, Armenisch, Belarusisch, Bulgarisch, Griechisch, Hebräisch, Jiddisch, Koreanisch, Mazedonisch, Persisch, Russisch, Sanskrit, Serbisch, Thailändisch (Thai), Ukrainisch.

Keine Transliterationssysteme, sondern nur Transkriptionssysteme gibt es für komplexe Schriften wie Chinesisch.

Beispiele zur Transliteration und Transkription

Neugriechische Sprache


Transliteration und Transkription (im engeren Sinne) am Beispiel der neugriechischen Sprache
Neugriechisches Wort Transliteration Transkription Bemerkungen zur Aussprache
Ελληνική Δημοκρατία Ellēnikḗ Dēmokratía Elliniki Dimokratia Δ/δ wie englisch th in this ([​ð​])
Ελευθερία Eleuthería Eleftheria Θ/θ wie englisch th in thing ([​θ​])
βασιλεύς εν Ναυπλίω basileús en Nauplíō vasilefs en Nafplio Β/β wie deutsch w; αυ/ευ wie deutsch af/ef vor harten Konsonanten
Ευαγγέλιο Euaggélio Evangelio Ευ/ευ wie deutsch ew vor Vokalen und weichen Konsonanten; γγ wie deutsch ng ([​ŋ​])
των υιών tōn uiṓn ton ion υ/υι wie deutsch i
Μπερλίν, Ντακάρ, Γκέντ Mperlín, Ntakár, Gként Berlin, Dakar, Gent μπ/ντ/γκ (Digraphe) wie deutsch b/d/g

Konsonantenschrift

Dieses Beispiel eines persischen Zweizeilers verdeutlicht die Unterscheidung zwischen Transliteration und Transkription nach den Vorgaben der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG):

Beschreibung: Erste Zeile aus dem Mas̱nawī-ye ma‘nawī („Geistige Zweizeiler“) des Rumi: „Hör die Flöte, was sie sagt / Wie sie ums Getrenntsein klagt“
Ausgangstext: بشنو از نى چون حكايت ميكند / از جدائى ها شكايت ميكند
Transliteration: BŠNW ’Z NY ČWN ḤK’YT MYKND / ’Z ǦD’’Y H’ ŠK’YT MYKND
In der Orientalistik erfolgt die Transliteration mittels Großbuchstaben, um sie von der Transkription deutlich zu unterscheiden.
Transkription: bešnau az ney čūn ḥekāyat mīkonad / az ǧodā’ī-hā šekāyat mīkonad
Vokalisation nach der im heutigen Iran üblichen Aussprache, die sich vom „Ostpersischen“ in Afghanistan, Tadschikistan und dem Indischen Subkontinent unterscheidet.

Normen

Deutsche Normen

Internationale Normen

Siehe auch

Wiktionary: Transliteration – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen