Trebesing

Trebesing
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Trebesing
Trebesing (Österreich)
Trebesing (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 73,78 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 13° 31′ OKoordinaten: 46° 53′ 11″ N, 13° 30′ 37″ O
Höhe: 735 m ü. A.
Einwohner: 1.137 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 15 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9852
Vorwahlen: 0 47 32
Gemeindekennziffer: 2 06 38
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Trebesing 15
9852 Trebesing
Website: www.trebesing.at
Politik
Bürgermeister: Arnold Prax (FPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(15 Mitglieder)
4
6
5
4 6 5 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Trebesing im Bezirk Spittal an der Drau
Lage der Gemeinde Trebesing im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)Bad KleinkirchheimBaldramsdorfBerg im DrautalDellach im DrautalFlattachGmünd in KärntenGreifenburgGroßkirchheimHeiligenblut am GroßglocknerIrschenKleblach-LindKrems in KärntenLendorfLurnfeldMallnitzMaltaMillstatt am SeeMörtschachMühldorfOberdrauburgObervellachRadentheinRangersdorfReißeckRennweg am KatschbergSachsenburgSeeboden am Millstätter SeeSpittal an der DrauStallSteinfeld (Kärnten)TrebesingWeißenseeWinklernKärnten
Lage der Gemeinde Trebesing im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Trebesing mit Autobahn-Einhausung und mit den Ortsteilen Zlatting (Mitte oberhalb) und Neuschitz (links oberhalb)
Blick auf Trebesing mit Autobahn-Einhausung und mit den Ortsteilen Zlatting (Mitte oberhalb) und Neuschitz (links oberhalb)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Zwischen Trebesing Bad und Gmünd, Panorama

Trebesing ist eine Gemeinde mit 1137 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Spittal an der Drau im österreichischen Bundesland Kärnten.

Geographie

Geographische Lage

Trebesing liegt im Liesertal in Oberkärnten unweit der Nationalparks Hohe Tauern und des Biosphärenparks Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge, etwa 12 Kilometer nördlich von Spittal an der Drau. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Lieser in Richtung Westen über die Ausläufer der Gebirgsgruppe Hohe Tauern mit dem Reißeck (2985 m) als höchste Erhebung der Gemeinde.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in die drei Katastralgemeinden Altersberg, Radl und Trebesing gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

  • Aich (129)
  • Altersberg (114)
  • Großhattenberg (83)
  • Hintereggen (10)
  • Neuschitz (68)
  • Oberallach (49)
  • Pirk (30)
  • Rachenbach (13)
  • Radl (72)
  • Trebesing (165)
  • Trebesing-Bad (68)
  • Zelsach (79)
  • Zlatting (257)

Nachbargemeinden

Reißeck Malta
Mühldorf

Lurnfeld

Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gmünd
Lendorf Seeboden

Geschichte

Mauerbauer in Radl um 1900

Vor der ersten urkundlichen Erwähnung (1206 als „Trebozingen“) wurde Trebesing vermutlich im 10. Jahrhundert von den Grafen von Lurn gegründet und später von den Erzbischöfen von Salzburg erworben.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde im Radlgraben im Auftrag der Herren von Mallenthein, die Radl als Adelssitz wählten und das Jagdschloss Mallenthein erbauten, nach Erzen, Gold und Silber geschürft. Der Eisenerzabbau ging ab Anfang des 19. Jahrhunderts allmählich zurück, 1930 wurde er mangels Ergiebigkeit endgültig eingestellt. An seine Stelle traten im 19. Jahrhundert die Holzwirtschaft und ab der zweiten Hälfte der Fremdenverkehr als wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle.

1830 erfolgte die Fassung der Heilquelle, mittlerweile hat Trebesing drei im Privatbesitz befindliche Mineralquellen, eine davon in Zlatting.

1850 wurde die heutige politische Gemeinde Trebesing gegründet, die sich seither in ihrer Ausdehnung kaum verändert hat.

Aus der Zeit um 1900 gibt es für die Gegend von Trebesing detaillierte Beschreibungen von Bauernhäusern, Almhütten und ländlichen Arbeitsgeräten von Johann Reinhard Bünker. Der aus Seebach stammende Volkskundler war Lehrer in Ödenburg und verbrachte einige Sommer bei seinem Bruder, dem Pastor von Trebesing.

Während des Abwehrkampfes bestand in Trebesing kurzzeitig ein Internierungslager.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hatte Trebesing 1263 Einwohner, davon besaßen 98,5 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 62,0 % der Bevölkerung bekannten sich zur evangelischen und 32,1 % zur römisch-katholischen Kirche, 3,6 % waren ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Trebesing: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.037
1880
  
1.085
1890
  
1.076
1900
  
1.017
1910
  
1.048
1923
  
1.036
1934
  
1.112
1939
  
1.070
1951
  
1.058
1961
  
1.042
1971
  
1.160
1981
  
1.126
1991
  
1.179
2001
  
1.263
2011
  
1.226
2021
  
1.168
2026
  
1.137
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Gemeinde gab es (Stand 31. Dezember 2005) 58 Gewerbebetriebe (davon allein 27 Hotels, Pensionen und Privatzimmervermieter) sowie 68 Landwirtschaftsbetriebe. Durch das Gemeindegebiet führt auch die Tauernautobahn (A 10); in dem Zusammenhang ist die Altersbergbrücke durch ihre Sperre im Herbst 2006 bekannt geworden.

Wirtschaftssektoren

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021 20112001 202120112001
Land- und Forstwirtschaft 1) 49 96107 617441
Produktion 7 109 323326
Dienstleistung 46 4427 1059591

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Energie

Trebesing gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand März 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.

Verkehr

  • Eisenbahn: Der nächste Bahnhof ist Spittal an der Drau rund 10 Kilometer im Süden. Direkte Bahnverbindungen wurden niemals realisiert. Vor 1900 wurde überlegt, die neu zu bauende Alpentransversale Salzburg–Villach–Triest durch das Liesertal zu führen. Diese wurde dann aber über die westlichere Linie Gasteinertal – Mölltal errichtet. Weiters gab es bereits konkrete Pläne und eine behördliche Bewilligung für eine schmalspurige Bahnstrecke Spittal an der Drau–Gmünd – auch deren Bau kam nicht zustande.
  • Straße: Die Tauern Autobahn verläuft entlang der Ostgrenze der Gemeinde. Die nächsten Auffahrten sind im Norden bei Gmünd und im Süden beim Knoten Spittal / Millstätter See. Parallel dazu führt die Katschberg Straße B99 von Spittal an der Drau nach Salzburg.
  • Rad: Die Lieser entlang verläuft der Lieser Radweg R9.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Trebesing hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

Direkt gewählter Bürgermeister der Gemeinde:

  • 2015 bis 2021 Christian Genshofer (SPÖ)
  • seit 2021 Arnold Prax

Wappen

Im Wappen von Trebesing sind sowohl die Quellen als auch die Mallentheiner berücksichtigt: Vorne sind die drei Trebesinger Heilquellen symbolisiert, der der Greifenkopf in der hinteren Hälfte war eine Komponente im gevierten Wappen der Herren von Mallenthein. Die Blasonierung des Wappens lautet:

„Von grün zu Silber gespalten; vorn ein silberner Bottich, in denen drei vom oberen Schildrand ausgehende, parallel geführte silberne Wellenleisten münden; hinten ein roter, mit Flug ornamentierter Greifenkopf.“

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 29. Juni 1989 verliehen. Die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde

Partnergemeinde von Trebesing ist seit dem 4. September 1999 die französische Gemeinde Pussay.

Persönlichkeiten

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Commons: Trebesing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. ↑ Johann Reinhard Bünker: Das Bauernhaus am Millstätter See in Kärnten. (PDF) Wien 1902. Sonderabdruck aus Band XXXII [Der dritten Folge Band II] der Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Wien 1902. Im Selbstverlage der Anthropologischen Gesellschaft. Druck von Friedrich Jasper in Wien.
  3. ↑ Internierungen 1919. (PDF) In: Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška. Katja Sturm-Schnabl, Bojan-Ilija Schnabl, 2016, S. 532–534, abgerufen am 22. Dezember 2023.
  4. ↑ Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 962f.
  5. ↑ Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 661f.
  6. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Trebesing, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2023.
  7. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Trebesing, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2023.
  8. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Trebesing, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. Oktober 2023.
  9. 1 2 STATcube. Statistik Austria, abgerufen am 19. Oktober 2023.
  10. ↑ e5-Gemeinden in Österreich Stand März 2019
  11. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Trebesing. Amt der Kärntner Landesregierung, 1. März 2015, abgerufen am 25. Februar 2021.
  12. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in Trebesing. Amt der Kärntner Landesregierung, 28. Februar 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  13. ↑ Wahlergebnis Bürgermeisterstichwahl 2015 in Trebesing. Amt der Kärntner Landesregierung, 1. März 2015, abgerufen am 25. März 2021.
  14. ↑ Wahlergebnis Bürgermeisterwahl 2021 in Trebesing. Amt der Kärntner Landesregierung, 28. Februar 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  15. ↑ zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 282
  16. ↑ Partnergemeinde Pussay - Gemeinde Trebesing. Abgerufen am 27. Dezember 2020.