
Tresterer sind im Salzburger Pinzgau (in Bruck, Saalfelden, Stuhlfelden, Zell am See, Unken) und in der Stadt Salzburg beheimatete Schönperchten, welche schauspielerische und tänzerische Figuren des bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtums sind.
Der Trestererbrauch ist 1841 erstmals belegt. Über weiter zurückliegende Ursprünge können nur Vermutungen angestellt werden. Pinzgauer Tresterer gehen davon aus, dass sich das Trestern vom Dreschen des Getreides durch Stampfen mit den Füßen ableitet. Hingegen erklären Volkskundler den Brauch unter anderem mit europäischen Kulturtransfers entlang alter Handelswege. Die von Richard Wolfram und Ulrike Kammerhofer-Aggermann geäußerte Herleitung des Wortes „trestern“ von der Praxis des Most- oder Weinstampfens ist durch keine Quelle belegt.
Der Brauch des Tresterns ist seit 1841 belegt und findet hauptsächlich im Pinzgau, genauer Oberpinzgau statt. In der Stadt Salzburg gibt es seit 1911 eine Tresterergruppe, die bis 1988 unabhängig vom Brauchgeschehen nur den Tanz aufführte. Die Gruppen, sie werden als Passen bezeichnet, unterscheiden sich je nach Ort in den Kostümen und haben je nach Ort auch unterschiedliche Begleitfiguren dabei. Gemein ist ihnen der Termin der Abhaltung des Brauchs, welcher am 5. und/oder 6. Jänner stattfindet. Zum Beispiel gehen die Stuhlfeldener Tresterer am 5. Jänner abends jedes Jahr in einem anderen Ortsteil nur zu den Bauernhöfen und am 6. Jänner nachmittags im Ortszentrum. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass es Auftritte zu anderen Terminen gibt, besonders früher gab es oft Auftritte bei Trachtenfesten im Sommer oder in der Adventzeit beim Salzburger Adventsingen oder Fernsehsendungen wie Licht ins Dunkel. Eingebunden in einer bestimmten Choreographie der diversen Begleitfiguren stellt der Tanz der Tresterer den eigentlichen Höhepunkt dar. Ein Vorpercht genannter Tänzer betritt den Tanzplatz, nachdem der Hanswurst diesen freimachte (davor wüteten die Schiachperchten und andere Figuren in der Stube), nachdem dieser rhythmisch mit den Schuhen stampft, kommen die restlichen Tresterertänzer dazu und führen einen komplizierten Rundtanz mit Hüpf- und Stampfschritten mit und ohne Musikbegleitung auf. Im Anschluss werden Neujahrswünsche ausgesprochen und meistens auch allen Anwesenden dabei die Hand zum Gruße gereicht. Die Tänzer sind ausschließlich Männer verschiedenen Alters. Der „Pinzgauer Tresterertanz der Salzburger Alpinia“ wurde 2013 vom Immateriellen Kulturerbe der UNESCO ausgezeichnet. Manche Heimatmuseen oder Gemeindeämter stellen unterm Jahr die Kostüme aus, alte Kostüme sind aus konservatorischen Gründen nur noch in Sonderausstellungen zu sehen, zum Beispiel in einer kulturwissenschaftlichen-künstlerischen Reflexion zum Brauch in der Wanderausstellung „Matthias tanzt. Salzburger Tresterer on stage“ im Volkskundemuseum Wien und Volkskunde Museum Monatsschlössl Hellbrunn. Die Kostüme des Salzburg Museums und des Volkskundemuseum Wiens stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde hat umfassende Forschungsergebnisse in zwei Büchern herausgegeben.
Der Tanz der Schönperchten verheißt für die Bauernfamilien reichen Erntesegen, Fruchtbarkeit, Glück und Gesundheit. Darum sind die Tresterer bei den Bauern stets willkommen. Bevor die Perchten zum nächsten Hof weiterlaufen, werden sie von den Familien zur Jause eingeladen. Dann verschwinden sie wieder im Dunkel der Winternacht.
Die Tresterer werden stets von weiteren Perchten (Begleitfiguren) begleitet, in Zell am See sind es:
Der Text, den der Zeller Hanswurst aufsagt, lautet:
Griass Eich Gott, liabe Leit, sad's nur stad und passt's auf,
die Tresterer va Zell mochen ean Lauf.
Als Hanswurst muass i z'erscht a Kreiz nei' schlog'n
dann kinnan die Tresterer ihren Tanz vurtrogn.
Doa tuats von Droad (Getreide) austreten her kemma
und soid ins allen Glück und Segen bringa.
Lopp, Lappin, Zopfn- und Werchmandl
Hobergoassn, Kropfnschnapper, Heanapeacht,
die Schiachen und a poar Musikanten
tan a mit uns umanaunda ziachn.
Und so winscht Eich die Tresterer Pass
fias neiche Joahr an Frieden, an Gsund und an Reim.