Tretzendorf

Tretzendorf
Gemeinde Oberaurach
Koordinaten: 49° 56′ N, 10° 39′ OKoordinaten: 49° 55′ 47″ N, 10° 39′ 8″ O
Höhe: 310 m ü. NHN
Einwohner: 376 (31. Dez. 2024)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97514
Vorwahl: 09522
Karte
Historische Karte von Tretzendorf aus dem Jahr 1847

Tretzendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oberaurach im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.

Geografische Lage

Das Dorf liegt im Tal der oberen Aurach im nördlichen Steigerwald. Nachbarorte sind Unterschleichach (4,5 km im Westen) und Trossenfurt (0,9 km im Osten).

Der höchste Punkt des Ortes befindet sich auf 339 m ü. NHN (Damwildhof Jäger), der niedrigste auf etwa 309 m ü. NHN an der Aurachbrücke.

Geschichte

Das nordöstliche Gebiet des Steigerwaldes wurde bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts von Slawen bewohnt. Diese slawischen Siedler gründeten vermutlich im 8./9. Jahrhundert die Rodung Tretzendorf. Bestimmungswort ist wohl ein slawischer Vorname Drez/Droz (vgl. Nachbarort Trossenfurt und Trosdorf bei Bischberg). Der Ort wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt.

Das Katharinenspital (heute Bürgerspital) in Bamberg besitzt um Tretzendorf ansehnliche Waldungen und mehrere sehr gute Fischteiche. Die Bewohner lebten früher hauptsächlich vom Holzhandel, denn die Bodenverhältnisse erlaubten nur mittelmäßigen Getreideanbau.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, begünstigt durch den Bauboom der Gründerzeit, eröffnete Conrad Vetter (Deutsche Steinwerke AG) in der Umgebung von Trossenfurt und Tretzendorf bedeutende Steinbrüche von Sandstein.

Tretzendorf gehört seit dem 1. Mai 1978 zur neugebildeten Gemeinde Oberaurach.

Kirchliche Verhältnisse

Die Einwohner von Tretzendorf besaßen nie eine eigene Kirche oder Kapelle, sondern besuchten immer den Gottesdienst in Trossenfurt:
→ Kirchliche Verhältnisse in Trossenfurt

Baudenkmäler

In der Liste der Baudenkmäler in Oberaurach sind für Tretzendorf fünf Baudenkmale aufgeführt, darunter:

Barockschlößchen, jetzt Rathaus der Gemeinde

Mit Tretzendorf verbundene Personen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Zahlen und Daten – Gemeinde Oberaurach. Abgerufen am 1. März 2025.
  2. ↑ Gemeinde Oberaurach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 27. Dezember 2024.
  3. ↑ Klarmann, Johann Ludwig, Der Steigerwald in der Vergangenheit, S. 26–28
  4. ↑ Looshorn, Johann, Die Geschichte des Bisthums Bamberg, Band 2, Seite 795
  5. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 760 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).