| Tridelta | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1990 |
| Sitz | Hermsdorf, |
| Leitung | Hans-Heinrich Matthias; Thomas Berners |
| Mitarbeiterzahl | 250–500 |
| Umsatz | 35–65 Mio. € |
| Branche | Industrie, Sinter- & Magnettechnologie |
| Website | www.tridelta.de |
Tridelta mit Sitz in Hermsdorf im Thüringer Holzland ist das Nachfolgeunternehmen des Kombinat VEB Keramische Werke Hermsdorf (KWH).
Zu DDR-Zeiten wurden Keramik-Überspannungsableiter und Isolatoren, Ferritkerne und Elektronikbauteile (insbesondere Hybridschaltkreise der Serie KME3) produziert. Vorgänger der KWH vor 1946 war das Unternehmen Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren GmbH (HESCHO), das 1922 aus der Fusion der Margarethenhütte bei Großdubrau mit der Porzellanfabrik Kahla hervorging und hauptsächlich Porzellanisolatoren herstellte, zunehmend insbesondere für Hochspannungs-Fernleitungen. Im Geschäftsjahr 2018/2019 war Tridelta an der Sanierung von Kahla Porzellan beteiligt, wie aus Geschäftsberichten der Unternehmen hervorgeht. Eine Beteiligung bestand zu dieser Zeit jedoch nicht.
1997 wurde die Fertigung der Magnetfabrik Aplerbeck in Dortmund erworben. Die Sparte der Überspannungsableiter wurde im Jahr 2015 an die japanische Meiden Group verkauft und bezeichnet sich seitdem als Tridelta Meidensha GmbH. Der Standort befindet sich jedoch nach wie vor an gleicher Stelle auf dem Hermsdorfer Tridelta-Gelände, sämtliche Arbeitsplätze wurden erhalten und das Unternehmenswachstum konnte fortgesetzt werden. Zuvor gehörte auch ein französischer Ableiterproduzent zum Konzern, der 2010 von Areva übernommen und später wieder veräußert wurde. Zeitweise lag der konsolidierte Konzernumsatz somit bei deutlich über 60 Mio. Euro, was die Tridelta Gruppe zu einem der umsatzstärksten Wirtschaftsunternehmen mit Sitz in Thüringen machte. Es wurden weit über 600 Mitarbeiter beschäftigt. Durch weitere Zu- und Verkaufstätigkeiten der folgenden Jahre schwankten der Konzernumsatz sowie die Mitarbeiteranzahl deutlich. Grund hierfür waren jedoch offenbar keine finanziellen Probleme, wie aus den Geschäftsberichten des Konzerns hervorgeht, sondern eine Veränderung der Unternehmensstrategie.


Aktuelle operative Sparten sind der Werkzeug- und Formenbau der Triwefo GmbH (Hermsdorf), die Produktion von Magnetsystemen im Rahmen der Tridelta Magnetsysteme GmbH (Dortmund), die Produktion von keramischen Magneten und Magnetpulver der Tridelta Hartferrite GmbH (Hermsdorf) sowie die Produktion vielfältig einsetzbarer Sinterwerkstoffe der Tridelta Siperm GmbH (Dortmund).
Die Triwefo GmbH feierte 2023 ihr 30-jähriges Bestehen.
Daneben verwaltet die Tridelta Gruppe Industriegelände mit einer Grundfläche von über 10 Hektar und Büro- und Produktionsflächen von knapp 70.000 m² an den Standorten Hermsdorf und Dortmund. Hierzu zählt auch die Stromversorgung größerer Teile des Tridelta Gewerbegebiets Hermsdorf, die unter dem Namen Tridelta Energieversorgungs GmbH firmiert.
Die Tridelta Gruppe ist Gründungsmitglied des Tridelta Campus Hermsdorf, einem Zusammenschluss Hermsdorfer Industrieunternehmen im Rahmen einer Standortinitiative, in deren Rahmen z. B. das 12,7 Mio. Euro schwere Saphir-Projekt verwirklicht wird.
Auf dem ehemaligen Gelände der Magnetfabrik Aplerbeck, auf dem ein Teil der Magnetproduktion weiterhin betrieben wird, befindet sich unter anderem ein Magnetmuseum, das die Tridelta Gruppe mit zwei Mitarbeitern weiterhin ehrenamtlich betreibt. Wegen Umzugs innerhalb des Geländes ist das Museum bis Anfang 2024 geschlossen und eröffnet dann auf größerer, renovierter Fläche.
Seit dem Jahr 2000 stand die Tridelta-Gruppe unter der Leitung von Hans-Heinrich Matthias, ehemaliger Bankdirektor im Auslandsgeschäft der Dresdner Bank, der das Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Phase übernahm und restrukturierte. In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch die damalige Tridelta Überspannungsableiter GmbH positiv weiter. Diese ist jedoch seit 2015 vollständig Teil der Meidensha Corporation und firmiert heute als Tridelta Meidensha GmbH. Eine Zugehörigkeit zur heutigen Tridelta-Gruppe besteht seitdem nicht mehr.
Regionale Bekanntheit erlangte die Tridelta nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch durch Aktionen wie kostenlosen Elektro-Dienst-Fahrrädern für sämtliche interessierte Mitarbeiter.
Die Tridelta-Gruppe gab am 9. März 2024 in Social Media bekannt, Photovoltaikanlagen für die eigene Nutzung mit einer Nennleistung von 3 MW auf eigenen Dächern zu bauen und damit den Strombedarf der Firma bilanziell vollständig decken zu können. Die Ausschreibungsunterlagen der Bundesnetzagentur belegen dies. Wenig später wurde ebenfalls in Social Media bekannt gegeben, dass die Nennleistung bis Ende 2025 auf 4,7 MW erweitert wird und das Unternehmen somit mehr Solarstrom erzeugt als es selbst verbrauchen kann.
Am 15.08.2026 wurde bekanntgegeben, dass eine mit der Tridelta-Gruppe assoziierte Gesellschaft namens Renaissance Building Technologies GmbH & Co. KG das Industriedenkmal Schalthaus 101 auf Phoenix West, Dortmund, erwirbt und mit einem Investitionsbudget von bis zu 25 Mio. € hier einen sog. Innovationscampus mit Büros, Veranstaltungs-, Start-up und sonstigen Flächen schafft.
Zum 01.10.2026 wurde die Übernahme der ThyssenKrupp accelis Magnettechnik bekanntgegeben, die nun unter dem Namen Tridelta Magnettechnik firmiert. Es sei durch den Zusammenschluss ein führendes europäisches Magnetismus-Unternehmen entstanden.
Namensgleichheit besteht aus historischen Gründen u. a. mit den Firmen Tridelta Thermprozess und Tridelta Weichferrite GmbH, die jedoch keinen Teil der Unternehmensgruppe darstellen. Tridelta Überspannungsableiter firmiert seit dem Verkauf 2014 an den japanischen Meiden Konzern unter dem Namen Tridelta Meidensha GmbH und ist ebenfalls kein Teil der heutigen Tridelta Gruppe.