| Uniqa Insurance Group AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | AT0000821103 |
| Gründung | 1811/1999 |
| Sitz | Wien, |
| Leitung | Andreas Brandstetter (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiterzahl | 14.959 |
| Umsatz | 8,35 Mrd. Euro(Prämien 2025) |
| Branche | Versicherungswesen |
| Website | www.uniqagroup.com |
| Stand: 19. Juni 2026 | |
Die Uniqa Insurance Group AG (Eigenschreibweise UNIQA Insurance Group AG; vormals Uniqa Versicherungen AG) ist die Dachgesellschaft eines großen österreichischen Versicherungskonzerns, der Uniqa Group (Eigenschreibweise UNIQA Group). Die Gesellschaft betreibt das indirekte Geschäft für die operativen Versicherungsgesellschaften des Konzerns und ist zentraler Rückversicherer. Die Konzernzentrale befindet sich im Uniqa Tower in Wien, das Unternehmen notiert an der Wiener Börse.
Die Uniqa Group ist in 14 europäischen Ländern als Versicherer tätig. Ende 2025 betreute die Uniqa Group mehr als 18 Millionen Kunden mit einem verrechneten Prämienvolumen von 8,35 Milliarden Euro und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter und Vertriebspartner. Per Jahresende 2025 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 29 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern 516 Millionen Euro. Die Netto-Schaden-Kosten-Quote lag bei 91,7 %.
1922 wurde mit der Gründung der Versicherungsanstalt der österreichischen Bundesländer („Bundesländer-Versicherung“) der Grundstein für die heutige UNIQA Insurance Group gelegt. 1975 beteiligte sich die Bundesländer-Versicherung an der 1811 gegründeten Salzburger Landes-Versicherung. Diese wurde bis 2016 als 100-prozentige Tochtergesellschaft geführt.
1988 kam es zu Strafprozessen gegen den vorherigen Generaldirektor Kurt Ruso. Die Schadenssumme durch Auszahlungen aufgrund fingierter Schadensmeldungen betrug etwa 150 Millionen Schilling. Er wurde im Juni 1988 zu sieben Jahren Haft und zur Rückzahlung von 131 Millionen Schilling verurteilt. Im Fall Lucona verweigerte die Bundesländer-Versicherung die Auszahlung der Versicherungssumme, und Ruso sagte im Strafprozess aus, dass deshalb auf ihn Druck ausgeübt worden sei.
1993 kam es zur Verschränkung der Bundesländer-Versicherung mit der Raiffeisen Versicherung, die bis heute eine eigenständige Vertriebsmarke von Uniqa Österreich ist. 1997 wurde die BARC bestehend aus Bundesländer-, Austria-, Raiffeisen- und Collegialität Versicherung gegründet. Die Austria-Collegialität Österreichische Versicherung AG war ein von 1991 bis 1997 bestehendes Versicherungsunternehmen, entstanden aus der Fusion von Austria (mit Vorläufern bis 1860 zurückreichend) und Collegialität (gegründet 1899). 1999 wurde die heutige UNIQA Insurance Group AG gegründet. Sie ist die Dachgesellschaft für die 100%igen Töchter UNIQA Österreich Versicherungen AG und UNIQA International AG der Versicherungsgruppe und agiert als zentraler Rückversicherer. Im Jahr 2000 und in den Folgejahren übernahm, erwarb oder gründete die Uniqa Insurance Group weitere Versicherungsgesellschaften in diversen europäischen Ländern. 2004 wurde der Uniqa Tower in Wien eröffnet. Weiters zählte der Erwerb der deutschen Mannheimer AG Holding zu den wichtigen Meilensteinen des Jahres.
Im April 2012 wurde der Verkauf der an der Mannheimer AG Holding gehaltenen Mehrheitsbeteiligung an den Continentale Versicherungsverbund rechtlich vollzogen. Im Oktober 2013 wurde das Serbien- und Kroatiengeschäft der Bâloise für 75 Millionen Euro übernommen.
Im selben Jahr führte die Uniqa Group eine Kapitalerhöhung durch. Es wurden 88 Mio. junge Aktien zuzüglich 6,65 Mio. Mehrzuteilungsaktien ausgegeben, die 757 Millionen Euro Bruttoerlös einbrachten. Der Streubesitz stieg von zuvor 6,9 auf 35,4 Prozent. Die UNIQA Insurance Group AG wurde am 24. März 2014 in den Leitindex der Wiener Börse, den ATX, aufgenommen.
Im Oktober 2016 wurden die bisherigen Tochtergesellschaften Finance Life, Raiffeisen Versicherung und Salzburger Landes-Versicherung in die Uniqa Österreich fusioniert. Im Dezember 2016 beschloss das Unternehmen den Verkauf der italienischen Konzerngesellschaften. 2018 verkaufte Uniqa ihren 11,4-prozentigen Anteil an den Casinos Austria an die tschechische Sazka-Gruppe. Im Februar 2020 erwarb Uniqa als größten Zukauf der Unternehmensgeschichte die Tochterunternehmen von Axa in Polen, Tschechien und der Slowakei für eine Milliarde Euro. 2020 wurden die drei großen Gesellschaften am Standort Österreich, nämlich die börsennotierte UNIQA Insurance Group AG sowie ihre beiden Tochtergesellschaften UNIQA Österreich Versicherungen AG und UNIQA International AG in einer Gesellschaft zusammengeführt.
Im Jahr 2024 wurde das Unternehmen UNIQA Sustainable Business Solutions gegründet, das in Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei für Themen der nachhaltigen Transformation und ESG tätig ist. Im Mai 2025 beteiligte sich die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien an Mavie Next.
Im Juni 2025 hat die UNIQA Insurance Group AG den Verkauf ihrer Gesellschaften in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien abgeschlossen.
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verrechnete Prämien (Mio. Euro) | 6.605,2 | 6.358,0 | 5.565,3 | 5.372,6 | 5.309,5 | 5.293,3 |
| Erträge (netto) aus nach der Equity-Methode bilanzierten Kapitalanlagen | 405,7 | 648,0 | 505,4 | 585,2 | 585,0 | 572,1 |
| Ergebnis vor Steuern | 421,7 | 382,3 | 57,1 | 232,0 | 294,6 | 264,6 |
| Kapitalanlagen | 18.425,6 | 21.785,0 | 22.319,2 | 20.624,8 | 19.337,1 | 20.059,2 |
| Bilanzsumme | 28.196,2 | 31.547,8 | 31.908,0 | 28.728,4 | 28.616,2 | 28.743,9 |
| Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter | 14.515 | 14.849 | 13.408 | 13.038 | 12.818 | 12.839 |
Die Konzernkennzahlen mit den neuen internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 (Finanzinstrumente) und IFRS 17 (Versicherungsverträge) ab 2023 sind:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Verrechnete Prämien (Mio. Euro) | 8.354,7 | 7.839,7 | 7.185,6 |
| Ergebnis vor Steuern | 516,4 | 441,9 | 426,4 |
| Kapitalanlagen | 21.063,6 | 20.725,5 | 20.431,9 |
| Bilanzsumme | 29.047,9 | 28.532,1 | 28.151,0 |
| Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (FTE) | 14.959 | 15.131 | 14.629 |
Die Aktionärsstruktur der Uniqa Insurance Group AG:
| Grundkapital | 309,0 Mio. Euro |
| Aktien | 309,0 Mio. Stück |
| Aktionäre | Anteil |
|---|---|
| Uniqa Versicherungsverein Privatstiftung (Gruppe) | 49,0 % |
| Streubesitz | 35,6 % |
| RZB Versicherungsbeteiligung GmbH (RBI Gruppe) | 10,9 % |
| Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung | 3,8 % |
| Eigene Aktien | 0,7 % |
Stand: 31. Dezember 2021
Im Sportsponsoring unterstützt das Unternehmen den Österreichischen Skiverband (ÖSV), die Special Olympics World Winter Games 2017, des ÖFB-Cups sowie den Fußballverein First Vienna FC. Seit 2012 ist das Unternehmen Sponsor des Österreichischen Handballbundes (ÖHB) und seit Anfang 2019 Sponsor der österreichischen Fußballnationalmannschaft.
Im Kultursponsoring unterstützt Uniqa die Albertina, das Belvedere, das Kunsthistorische und das Technische Museum Wien. Des Weiteren ist das Unternehmen Partner des Kinder- und Jugendprogramms der Salzburger Festspiele, sowie Sponsor des Grafenegg Festival.
Seit 2011 verwirklicht das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs, den Wettbewerb UNIKATE, um kreative und technische Lösungen für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen zu finden.
Im Jahr 2002 wurde Uniqa ein Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen verliehen, da beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung eine sehr weitgehende „Zustimmung zur Ermittlung, Übermittlung und Verwendung von Daten“ abverlangt wird. Die Versicherung kann die Daten bei Ärzten, Krankenhäusern, Sozialversicherungsträgern, Behörden und sonstigen Einrichtungen, die über den Gesundheitszustand des Versicherten etwas wissen könnten, ermitteln.
2015 erhielt Uniqa erneut einen Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen, für das Produkt Uniqa Safeline und fahrprofilabhängige Versicherungstarife unter Nutzung von Telematikdaten.