
Ulrich Bartosch (* 1960 in Regensburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Pädagoge. Von 1. April 2020 bis 30. März 2026 war er Präsident der Universität Passau.
Er war Professor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und war von 2006 bis 2012 Vorsitzender des deutschen Fachbereichstages Soziale Arbeit sowie von 2009 bis 2015 Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW). Seit 2015 ist er der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der VDW.
Bartosch studierte Pädagogik und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg. Das Pädagogik-Diplom legte er 1986 ab, im folgenden Jahr schloss er das Studium der Politischen Wissenschaft mit dem Magister Artium ab. Zum Dr. phil. wurde er bei Iring Fetscher (Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Herfried Münkler (Humboldt-Universität Berlin) mit einer ideengeschichtlichen Arbeit zur Theorie des Friedens von Carl Friedrich von Weizsäcker (1994) promoviert. Bartosch war Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Regensburg bei Jens Hacker und 1995/96 Wissenschaftlicher Assistent von Guido Pollak am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Universität Passau. Er wechselte als Fachbereichsleiter in die berufliche Rehabilitation junger Menschen mit Behinderungen, danach in politische Erwachsenenbildung als stellvertretender Leiter der Volkshochschule Hagen. 2000 folgte er einem Ruf auf eine Professur für Pädagogik an die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Von 2001 bis 2007 war Bartosch Dekan der Fakultät für Soziale Arbeit an der KU. Deren Senat gehörte er von 2001 bis 2017 sowie von 2013 bis 2017 an. Seit dem Wintersemester 2016/17 leitet er den deutschlandweit ersten Master-Studiengang Schulsozialarbeit. Lehrbeauftragter war er von 1996 bis 2000 im Fach Allgemeine Pädagogik an der Universität Passau und im Fach Politikwissenschaft im Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Regensburg 1998. Von 2010 bis 2013 war er als Gastdozent an der Leuphana Universität Lüneburg und im Sommersemester 2013 als Gastprofessor an der FH Kiel tätig. Am 17. Juli 2019 wurde er zum Präsidenten der Universität Passau gewählt und übernahm das Amt am 1. April 2020. Zum 1. April 2026 endete seine Präsidentschaft, ihm folgte Jan Hendrik Schumann.
Bartosch ist seit 1988 mit der Kunsthistorikerin Christiane Bartosch verheiratet. Der Ehe entstammen zwei Söhne.
Einen Arbeitsschwerpunkt von Bartosch bildet der politische Teil des Werkes von Carl Friedrich von Weizsäcker. Insbesondere das Konzept Weltinnenpolitik mit seinen sicherheits- und umweltpolitischen Aspekten steht hier im Zentrum unterschiedlicher Veröffentlichungen und Tagungsprojekte. In der Pädagogik befasst er sich mit Fragen der Partizipation, des Machtmissbrauchs und dem konstitutionellen Ansatz von Janusz Korczak. Seit etwa 2001 ist Bartosch in verschiedene Entwicklungen des Bologna-Prozess eingebunden. Er hat federführend die Weiterentwicklung des deutschen Hochschulqualifikationsrahmens (HQR) begleitet, der 2017 von KMK und HRK beschlossen wurde. Dieses Dokument ist für jede Akkreditierung deutscher Studiengänge die verbindliche Referenz. Auch die Erstellung des ersten verabschiedeten Fachqualifikationsrahmens für die Soziale Arbeit hat er geleitet. Für die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) hat Bartosch zusammen mit Guido Pollak ein Seminarangebot zur Schulsozialarbeit entwickelt. Einen weiteren Schwerpunkt von Bartosch bilden Fragen der Verantwortung von Wissenschaft. Insbesondere in einem Projekt zur päpstlichen Enzyklika Laudato si’ von 2015 befasst er sich in Kooperation von VDW und KU mit Themen des Klimawandels und sozialer Gerechtigkeit.
Bartosch war von 2009 bis 2015 Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und ist gegenwärtig deren Beiratsvorsitzender. Dem Vorstand des deutschen Fachbereichstags Soziale Arbeit gehörte er von 2004 bis 2012 an, ab 2006 als Vorsitzender. Er ist Mitglied für die HRK in der Ad-hoc AG „Hochschulbildung für das digitale Zeitalter im europäischen Kontext“, Hochschulforum Digitalisierung von Stifterverband, CHE und HRK, 2019 und war vorher in der Ad-hoc AG „Anrechnung digitaler Lehrformate“ 2017–2018. Zu seinem hochschulpolitischen Engagement zählen u. a. die Mitgliedschaft im Team deutscher Bologna-Experten des DAAD im Auftrag der EU-Kommission von 2007 bis 2013, im Beirat für das CHE-Hochschulranking, der BA-MA-Kommission der bayerischen Dekanekonferenz Soziale Arbeit, der Arbeitsgemeinschaft Qualifikationsrahmen für Deutsche Hochschulabschlüsse von Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und als Jury des Ars-legendi-Preises von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Hochschulrektorenkonferenz 2012.
Bartosch ist Mitglied des Deutschen Jugendinstituts e. V., Mitglied im Beirat der Zeitschrift Soziale Passagen, stellvertretendes stimmberechtigtes Mitglied im Bayerischen Landesjugendhilfeausschuss und Mitglied in der Jury des ConSozial Wissenschaftspreises von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bartosch, Ulrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler und Pädagoge |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Regensburg |