Ulrich Halbreiter

Selbstporträt von Ulrich Halbreiter, 1841

Ulrich Halbreiter (* 11. Juli 1812 in Freising; † 26. November 1877 in München) war ein deutscher Historienmaler, Silberarbeiter, Liedersammler und Komponist.

Leben

Nachdem der Vater, ein Freisinger Bierwirt, den Wohnsitz der Familie nach München verlegt hatte, besuchte Ulrich Halbreiter wie auch sein Bruder Michael die Elementarschule in München. Mit dem 17. November 1826 ist der Eintritt des erst 14-jährigen in die Münchner Königliche Kunstakademie dokumentiert. Hier bildete er sich bei dem Historienmaler Joseph Schlotthauer ebenfalls in der Historienmalerei aus. Seinen Lehrer begleitete er 1834 auf eine Studienreise nach Oberitalien. Unter Heinrich Maria von Hess arbeitete er anschließend an der Ausmalung der St.-Bonifaz-Basilika und unter Peter von Cornelius an der Ausmalung der Ludwigskirche in München mit. 1840 reiste er mit Oberbaurat Friedrich von Gärtner, den Malern Joseph Kranzberger (1814–1844), Claudius Schraudolph d. Ä., Joseph Schwarzmann und 10 Gehilfen, sowie den Architekten Friedrich Bürklein, Franz Xaver Beyschlag (1817–1866), Karl Friedrich Andreas Klumpp (1811–1885), Otto von Langenmantel und Eduard Riedel nach Athen, wo er 1842–1843 an den Wandmalereien des Palastes für König Otto von Griechenland mitarbeitete. Ende 1843 reiste Halbreiter über Smyrna nach Konstantinopel, Alexandria und Kairo und weiter zu Pferd über Gaza, Jaffa und Ramlah nach Jerusalem, wo er das Stadtpanorama zeichnete. Auf dem Seeweg setzte er die Reise nach Kaipha (Haifa) und mit einem Kamelritt über Nazareth, Kana (Kafr Kana), Akkon und Sidon nach Beirut fort. Dort schloss er sich einer Karawane nach Damaskus an und kehrte über Baalbeck nach Beirut zurück. Hier entstanden unter anderem Porträts für englische Reisende. Erneut auf dem Seeweg gelangte Halbreiter auf die Insel Zypern, weiter nach Smyrna (Izmir) und schließlich auf die Kykladeninsel Syros. Anfang 1844 reiste er über Malta nach Sizilien (Syrakus, Catania, Messina) und von Palermo über Neapel nach Rom. 1845 kehrte er nach München zurück.

Heirat und Firmenübernahme

Ulrich Halbreiter heiratete Anna Maria Sanktjohanser (* 15. April 1813 in München; † 26. März 1898 in München), Tochter des selbständigen Silberarbeiters und Hausbesitzers in München, Georg Sanktjohanser. Halbreiter übernahm nach dem Tod des Schwiegervaters dessen Werkstatt für Schmuck- und Dekorationsgegenstände, Perlen- und Edelsteinfassungen in München (Dienerstraße 5). In seine eigene Firma „Sanktjohanser's Erben“ trat er als Lehrling ein und legte die Gesellenprüfung sowie die Meisterprüfung im Silberhandwerk ab. Seit 1854 war er zudem Lehrmeister seines Neffen Adolf Halbreiter. Adolf Halbreiters Sohn Bernhard Halbreiter wurde Bildhauer.

Titelseite der Sammlung auserlesener Gebirgslieder von Halbreiter, 1839

Liedersammler und Komponist

Ulrich Halbreiter verfügte über eine gute Singstimme und wirkte als Sänger bei entsprechenden Aufführungen mit. Eine Auswahl seiner Sammlung auserlesener Gebirgslieder und eigene Kompositionen erschien 1839 unter dem Titel „Bayerische Gebirgslieder“; ein kleiner Cyclus „Soldaten-G’sangeln“, gedichtet von Paul Zipperer, 1848.

Halbreiter war Mitglied des Münchner Vereins für Christliche Kunst.

Ulrich Halbreiter starb 1877 im Alter von 65 Jahren in München.

Grabstätte

Grab von Ulrich Halbreiter auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Ulrich Halbreiter befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 8 – Reihe 10 – Platz 34/35) Standort.

Namensgeber für Straße

Nach Ulrich Halbreiter und seinem Neffen Adolf Halbreiter wurde 1947 die Alpspitzstraße im Stadtteil Solln (Stadtbezirk 19 - Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) Standort in Halbreiterstraße umbenannt.

Ausstellungen

Werke

Wandmalerei:

Ölgemälde:

Illustrationen:

Archivalien

Literatur

Commons: Ulrich Halbreiter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Das Selbstportrait befindet sich auf der Rückseite eines von Halbreiter angefertigten Hausaltars
  2. ↑ Matrikelbuch 1809–1841: 01211 Ulrich Halbreiter.
  3. ↑ Ludwig Schorn (Hrsg.): Morgenblatt für gebildete Leser. Band 34, Ausgabe 4, Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1840, S. 440: Beilage Kunstblatt. Nr. 102, 22. Dezember 1840.
  4. ↑ Verein für christliche Kunst in München (Hrsg.): Festgabe zur Erinnerung an das 50jähr. Jubiläum. Lentner’sche Hofbuchhandlung, München 1910, S. 107.
  5. ↑ Grabinschrift und Infos zum Grab von Ulrich Halbreiter. In: alter-suedlicher-friedhof-muenchen.de.
  6. ↑ Halbreiterstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de
Personendaten
NAME Halbreiter, Ulrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Silberarbeiter
GEBURTSDATUM 11. Juli 1812
GEBURTSORT Freising
STERBEDATUM 26. November 1877
STERBEORT München