
Adolf Halbreiter (* 13. Mai 1839 in Rosenheim; † 28. Juni 1898 in München) war ein deutscher Kunsthandwerker, insbesondere Gold- und Silberschmied, Ziseleur und Entwerfer.
Adolf Halbreiter wurde als Sohn des Arztes Michael Halbreiter (1811–1881) und seine Frau Josepha, geborene Freiin von Sauer im oberbayrischen Rosenheim geboren. Michael Halbreiter – ein Bruder des Historienmalers und Silberarbeiters Ulrich Halbreiter – hatte sich dort als praktischer Arzt und Inhaber eines Bades niedergelassen. In Rosenheim wurden auch Adolfs Schwestern Anna (* 1837) und Bertha (* 1840) geboren. Von den ab 1841 in München geborenen weiteren fünf Geschwistern erreichten nur die Brüder Emil (1843–1891) und Wilhelm (* 1847) das Erwachsenenalter. Adolf Halbreiters Frau Josepha verstarb relativ jung im Jahr 1848.
Nach dem Tod der Ehefrau trat Adolfs Vater Michael Halbreiter als Militärarzt in russische Dienste. Für seinen Einsatz bei der Belagerung von Sewastopol (1854/55) wurde er mit Orden ausgezeichnet und zum kaiserlich-russischen Hofrat ernannt.
Adolf besuchte die katholische Domschule und für einige Monate das Maximiliansgymnasium München. Ab 1854 ging er zu seinem Onkel Ulrich Halbreiter, der eine Werkstatt für Schmuck- und Dekorationsgegenstände in München betrieb, in die Lehre. Anschließend besuchte er die Zeichenschule des Bayerischen Kunstgewerbevereins unter der Leitung von Hermann Dyck und wechselte schließlich mit dem 20. Mai 1859 in die Antikenklasse der Kunstakademie München unter Johann Georg Hiltensperger sowie in die Bildhauerklasse von Max von Widnmann. Von 1862 bis 1866 bildete er sich in Paris bei dem Goldschmied Charles Christofle und den Brüdern Auguste Fannière (1818–1900) und Joseph Fannière (1820–1897) als Silberschmied und Ziseleur weiter. 1866 nahm er als Soldat am Krieg des Süddeutschen Bundes gegen Preußen teil.

Um 1871 gründete Adolf eine eigene Werkstätte für Metallarbeiten in München. 1880 heiratete Halbreiter Cäcilie Sedelmayr. Von den vier Kindern aus dieser Ehe wurde der älteste Sohn, Bernhard Halbreiter, Bildhauer. Fritz von Miller, Professor für Metallarbeiten und Ziselieren an der neu gegründeten Kunstgewerbeschule, war sein Schwager. Als Adolf 1878 einen Ruf als Professor und Leiter der Modellier- und Ziselierabteilung an die Kunstgewerbeschule Dresden erhielt, wollte König Ludwig II. den begabten Künstler nicht verlieren: Er ernannte ihn zum Titular-Professor und band ihn durch lukrative Aufträge an München. Adolf Halbreiter war Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft (MKG) und des Kunstgewerbevereins sowie Ehrenmitglied des Vereins zur Erhaltung der Volkstracht „Die Wallberger“ in Rottach-Egern, dessen Vereinsabzeichen er 1889 entwarf und modellierte.
1886 erhielt Adolf Halbreiter das Bürgerrecht in München und wohnte mit seiner Familie seit 1887 in der Sophienstraße 1 a, in unmittelbarer Nähe des Glaspalastes. Seine Werkstatt befand sich in der nahen Karlstraße 42 (Rückgebäude). Nachdem ihm eine Erkrankung an Gelenkrheumatismus bereits zunehmend eigenes Schaffen unmöglich gemacht hatte, verstarb Adolf Halbreiter kurz vor Vollendung seines 61. Lebensjahres und wurde auf dem Auer Friedhof (heute Ostfriedhof) beigesetzt.
Nach Adolf Halbreiter und seinem Onkel Ulrich Halbreiter wurde 1947 im Stadtteil Solln (Stadtbezirk 19 - Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) ⊙ die Halbreiterstraße benannt.
Adolf Halbreiter machte sich einen Namen durch seine Produktion feiner Broschen und Schmucknadeln, von Tafelzierat, Pokalen und Lüsterweibchen nach eigenen und fremden Entwürfen. Stilistisch orientierte er sich bei seinen Entwürfen und ausgeführten Arbeiten an den vor allem in der Architektur und im Innenausbau wieder aufgegriffenen historischen Stilen und passte sich somit dem Geschmack seiner Zeit beziehungsweise dem seiner Auftraggeber an.
Werkauswahl
Schriften
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Halbreiter, Adolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthandwerker, insbesondere Gold- und Silberschmied, Ziseleur und Entwerfer |
| GEBURTSDATUM | 13. Mai 1839 |
| GEBURTSORT | Rosenheim |
| STERBEDATUM | 28. Juni 1898 |
| STERBEORT | München |