Ulrike Landfester (* 23. Juni 1962 in Soltau) ist eine deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin sowie Professorin für Deutsche Sprache und Literatur und war Prorektorin an der Universität St. Gallen.
Landfester studierte 1981 bis 1982 Archäologie, Ägyptologie und Ältere Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und von 1982 bis 1985 sowie anschließend bis 1989 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Neuere deutsche Literatur, Englische und Mittelalterliche Literatur.
Nach Abschluss der Promotion im Juli 1993 zur Dr. phil. war sie bis Dezember 1993 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Marburg tätig. Von 1994 bis 1996 war Landfester Stipendiatin der Stiftung für Romantikforschung, München, und Lehrbeauftragte der Universität München, danach bis 1999 Mitarbeiterin im DFG-Projekt Edition Rahel Levin Varnhagen an der Universität Hamburg.
1998 habilitierte sie sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zwischen 2001 und 2003 war sie Lehrstuhlvertreterin von Gerhart von Graevenitz an der Universität Konstanz. 2003 wurde sie als Professorin für den Schwerpunkt 18. und 19. Jahrhundert und Ästhetik an die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berufen.
Seit 2003 ist Ulrike Landfester Ordinaria für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität St. Gallen. Dort war sie von 2011 bis 2019 Prorektorin für Internationale Beziehungen und regionale Verankerung.
Ulrike Landfester war Mitglied des Standing Committee for the Humanities der European Science Foundation (2006–2012), Präsidentin des Fachausschusses für Internationale Zusammenarbeit des Schweizerischen Nationalfonds (2008–2012) und Vizepräsidentin des Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds (2009–2012). Von 2008 Bis 2011 war sie Mitglied des Advisory Board des European Space Policy Institute (ESPI, Wien).
Seit 2008 ist Ulrike Landfester Mitglied des Advisory Board von Limbus. Australisches Jahrbuch für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft / Australian Yearbook of German Literary and Cultural Studies, hg. von Franz-Josef Deiters, Axel Fliethmann, Birgit Lang, Alison Lewis und Christiane Weller.
Seit 2020 ist sie Vorstandsmitglied der St. Galler Stiftung für Internationale Studien.
Ihre Promotionsschrift zum Thema Der Dichtung Schleier. Zur Poetik der Kleidung in Goethes Frühwerk lässt das Interesse an poetologischen Fragestellungen in der literaturwissenschaftlichen Forschung Ulrike Landfesters erkennen. Im Anschluss daran war sie an der Edition der Werke Rahel Levin Varnhagens beteiligt. Die Habilitationsschrift zum Thema Selbstsorge als Staatskunst. Bettine von Arnims politisches Werk weist Landfester als Romantikforscherin aus. Später gab sie auch den ersten Band der Erläuterungen zu den Gesammelten Briefen Clemens Brentanos heraus.
Die komparatistische und interdisziplinäre Ausrichtung der Forschungsarbeit Landfesters zeigt der Band Stichworte. Tätowierung und europäische Schriftkultur, der eine Kulturgeschichte der Tätowierung vor dem Hintergrund des Mediums Schrift zeigt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Goethezeit und Romantik, Kriminalliteratur, Poetiken des Körpers, die Geschichte des Narren und Kulturpoetiken der Körperlichkeit.
| Personendaten | |
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| NAME | Landfester, Ulrike |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Literaturwissenschaftlerin |
| GEBURTSDATUM | 23. Juni 1962 |
| GEBURTSORT | Soltau |