| Ultimate Akademie (UA) | |
|---|---|
| Gründung | 1987 |
| Auflösung | 2009 |
| Sitz | Köln |
| Zweck | Kunstverein |
| Vorsitz | Inge Broska (1. Vorsitzende) |
| Beschäftigte | 3 |
| Mitglieder | 52 |
| Website | www.ultimateakademie.de |

Die Ultimate Akademie war ein Kunstprojekt in Köln, das sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst widmete. Zwischen 1987 und 1999 befand sich das Organisationsbüro des gemeinnützigen Vereins in der Mozartstraße 60 in Köln, von 1999 bis 2009 im Weyertal 84. Nicht zuletzt durch ihre Gründer Al Hansen und Lisa Cieslik und durch die Kooperation mit Künstlerkollegen wie Benjamin Patterson, Phillip Corner, Dick Higgins oder Takako Saito war die Anknüpfung an Fluxus bestimmend. Zahlreiche, auch internationale Kooperationen wurden aus diesem Netzwerk entwickelt.
Gegründet wurde die UA von Al Hansen und Lisa Cieslik. Der Name bezieht sich auf eine Idee Al Hansens, eine Akademie zu gründen, bei der alle Mitglieder selbst Professoren sind. Im Büro Mozartstr.60 in Köln kam es 1987 zur Niederlassung und Eröffnung des ersten offiziellen Büros der Ultimate Akademie.
In den ersten Jahren standen Gruppenausstellungen im Mittelpunkt. Neben thematischen Präsentationen wurden vor allem in den Räumen der Mozartstraße gemeinsame Aktions- und Performanceabende inszeniert.
Ab 1990 verlagerte sich das Interesse auf Einzelpräsentationen. Nach dem Konzept „One Artist Show“ wurde die Arbeit ausgewählter Mitglieder der Ultimate Akademie vorgestellt.
1992 wurde das Staubüro Köln eröffnet, eine Kooperation mit Claudia Pütz, Bonn. Bis 2012 erschien jährlich regelmäßig die Publikation DER STILLSTAND. Neben der Ausstellungstätigkeit stand die Organisation von Kursangeboten im Mittelpunkt.
Bei der Beteiligung an „Piazza Virtuale“, einem Medienprojekt der Documenta IX, fanden über die Dauer der Dokumenta regelmäßig Performanceaktivitäten der Mitglieder der Ultimate Akademie über einen „entry point“ im Kölner Kunstraum „Moltkerei Werkstatt“ statt. Sie wurden über Satellit in einen gemeinsamen Medienpool eingespielt und standen über einen Fernsehkanal dem Publikum des Medienprojekts zur Verfügung.
Das „Ultimate Akademie Video Cafe“, präsentierte eine Sammlung von Videos internationaler Performance- und Aktionskünstler.
In den Jahren 1991–1995 wurden in den „ultimate lectures“ regelmäßig Kursangebote und Vorträge realisiert, wie z. B. „door-to-door-sales“ von Alice Kinser und Andrew Walther, die zwischen künstlerischer Aktion und Weiterbildungsangeboten positioniert waren.
1994 startete die Ultimate Akademie eine Kooperation mit dem Kölner „Urania-Theater“. Die Pilotveranstaltung war der Performanceabend 100 Performances. Rund 50 Performer hatten die Gelegenheit, in jeweils nur einer Minute ihre Performance zu präsentieren. Daraufhin wurden 1995/96 monatlich thematisch orientierte Performance-Abende von der Ultimate Akademie im Urania-Theater veranstaltet. Ebenfalls dort fand 1995 das Interaktive Performance-Menue statt, eine Kombination von permanenten Performance-Auftritten und einem Menüangebot.
Unter dem Arbeitstitel „One day of my life in a box“ lud die Ultimate Akademie 1996 ca. 120 Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Network-Strukturen ein, an einem Kommunikationsprojekt teilzunehmen. Um einen realen, praktikablen Dialog der Kulturen zu ermöglichen, wurde die klassische Form der Mail-Art eingesetzt.
Mit den beiden ART-Bingo-Veranstaltungen 1995 und 1996 zeigte die Ultimate Akademie ihren experimentellen Grundcharakter. Eine Ausstellungslotterie realisierte aus offiziell genehmigten Losverkäufen zwei Ausstellungen als Gesamtkonzept, von Ziehung über Vernissage bis hin zur Katalogerstellung.
Abgeschlossenen wurden die ersten zehn Jahre der Tätigkeit der UA mit der Präsentation des Katalogs „ultinet.art“ im Kölner Chapel Art Center.
1999 wurde das Organisationsbüro aus der Mozartstraße in die neuen Räume Weyertal 84 verlegt. Von dort aus wurde die Arbeit des Instituts in eine neue, weitere Phase geführt. Neben der Weiterentwicklung der Publikationsarbeit des „Stillstand“-Projekts waren es vor allem Performance-Konzepte, die nun im Vordergrund standen. Ein Austausch mit dem Artoll-Labor in Bedburg gab 2000 den Anstoß das Performance-Netzwerk zu erweitern. Die Kooperation „Graz-Performance“ mit KAVN, Graz, organisierte in Zusammenarbeit mit der Kulturhauptstadt Europas 2003 einen Austausch mit der UA: Ein Jahr lang fanden an neun Kölner Kunstorten (u. a. Moltkerei, Galerie Rachel Haferkamp, BBK-Köln) insgesamt 24 Performance-Abende statt, die auf Video dokumentiert jeweils zeitversetzt zwei Tage später in Graz präsentiert wurden.
Bis 2012 fanden auch in Kooperation mit der Kölner Galerie Rachel Haferkamp regelmäßig Performance-Events zum jährlichen Erscheinen des „Stillstand“-Magazins statt.
Insgesamt hat die Ultimate Akademie in 25 Jahren die Entwicklung der Kölner Kunstszene mitgeprägt. Neben zahlreichen Aktivitäten in den Galerieräumen in der Mozartstraße in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren wirken vor allem die Performance-Konzepte, zum Teil stilbildend, bis in die heutige Zeit nach. Als Netzwerk hat sich der Einfluss über nationale Grenzen hinaus entwickelt und an der Positionierung Kölns als Kunstmetropole in den 1990er Jahren mitgewirkt.
Seit 2019 werden Dokumente, Fotografien und Videoaufzeichnungen der Ultimate Akademie vom Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung ZADIK archiviert.