Ummerstadt

Wappen Deutschlandkarte
Ummerstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ummerstadt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 16′ N, 10° 49′ OKoordinaten: 50° 16′ N, 10° 49′ O
Bundesland:Thüringen
Landkreis: Hildburghausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Heldburger Unterland
Höhe: 283 m ü. NHN
Fläche: 15,73 km²
Einwohner: 458 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98663
Vorwahl: 036871
Kfz-Kennzeichen: HBN
Gemeindeschlüssel: 16 0 69 052
Adresse der Verbandsverwaltung: Häfenmarkt 164
98663 Heldburg
Website: www.stadt-ummerstadt.de
Bürgermeister: Florian Lorz (parteilos)
Lage der Stadt Ummerstadt im Landkreis Hildburghausen
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Karte

Ummerstadt ist eine Stadt im Landkreis Hildburghausen in Thüringen und seit 1994 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland. Mit 462 Einwohnern (31. Dezember 2024) ist sie die kleinste Stadt Thüringens, die kleinste der Region Franken und die drittkleinste in Deutschland.

Ummerstadt von Westen

Geographische Lage

Ummerstadt liegt im Heldburger Land im südlichsten Zipfel des Freistaates Thüringen. Ein großer Teil der Gemarkungsgrenzen ist zugleich Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern, hinter der das Coburger Land liegt. Die Nachbarstadt in Thüringen ist Heldburg, Nachbarstädte in Bayern sind Bad Rodach, Seßlach und Coburg. Durch seine Lage am Flüsschen Rodach, das über die Itz in den Main entwässert, gehört Ummerstadt zum Einzugsgebiet des Rheins.

Geschichte

Im Codex Eberhardi, einer Urkundensammlung des Klosters Fulda, deren Kopien um 1140 entstanden, wurden zahlreiche Orte des Grabfeldgaus erstmals genannt. Zu Ummerstadt gehört wohl einer der beiden nicht sicher zuordenbaren Namen „Uundrungeuui“ (Urkunde 507 vom 17. Oktober 837) oder „Gubrahtestat“ (Urkunde 520 vom 2. Oktober 838). In beiden Urkunden werden auch Heldburg und Hellingen genannt. Eine Würzburger Urkunde Nr. 5630 vom 1. Februar 1223 nennt wiederum Heldburg und „Umerstat“ gemeinsam. Ein wettinisches Kopialbuch enthält die Abschrift der verloren gegangenen Stadtrechtsurkunde vom 2. Dezember 1394, die im „Dorf Heldburg“ ausgestellt wurde. Heldburg erhielt am gleichen Tag Stadtrecht. Die Ummerstädter betonten aber, dass sie schon unter den Hennebergern Stadtrechte (also spätestens 1374, dem letzten Jahr der hennebergischen Herrschaft), erhalten hätten, die Urkunde aber verloren gegangen sei. Tatsächlich wurde 1347 im Zusammenhang mit dem Übergang der hennebergischen Pflege Coburg als Mitgift (zu der unter anderem Ummerstadt gehörte) an den Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen, Friedrich III. der Strenge, Ummerstadt eine Stadt genannt. Ummerstadt besitzt damit hennebergisches und wettinisches Stadtrecht.

Auf dem Kirchberg von Ummerstadt befand sich eine Befestigungsanlage. Die Mauer, das Tor und der Torturm sowie Reste des Wallgrabens zeugen noch davon.

Während des Dreißigjährigen Krieges brannten im September 1632 52 Wohnhäuser sowie alle öffentlichen Gebäude ab. In den Folgejahren hatte die Stadt nur noch etwa 100 Einwohner. Elf Jahre später gab es nur noch 26 bewohnte Häuser.

Ab dem 18. Jahrhundert war das Töpferhandwerk der dominierende Wirtschaftszweig der kleinen Stadt.

Durch seine Lage im Grenzgebiet der DDR war Ummerstadt schon vor dem Fall der Mauer einer starken Abwanderung ausgesetzt. Bereits 1952/1953 mussten Bürger, bei denen eine politische Gefahr gesehen wurde, durch Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze die Stadt verlassen. Hatte Ummerstadt bei Gründung der DDR 1949 noch fast tausend Einwohner, halbierte sich diese Zahl in den folgenden Jahrzehnten fast. Der Ortsteil Erlebach wurde bis 1982 vollständig geräumt. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde Ummerstadt zur kleinsten Stadt der DDR. Nach 1990 setzte sich der Abwanderungstrend unverändert fort. 1992 stimmte die Bevölkerung in einem Bürgerentscheid für den Erhalt der Selbständigkeit Ummerstadts.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt Ummerstadt

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1861: 887
  • 1885: 825
  • 1949: 969
  • 1983: 600
  • 1987: 550
  • 1994: 539
  • 1995: 545
  • 1996: 540
  • 1997: 538
  • 1998: 541
  • 1999: 534
  • 2000: 539
  • 2001: 528
  • 2002: 526
  • 2003: 526
  • 2004: 526
  • 2005: 533
  • 2006: 530
  • 2007: 522
  • 2008: 507
  • 2009: 508
  • 2010: 500
  • 2011: 492
  • 2012: 487
  • 2013: 488
  • 2014: 487
  • 2015: 484
  • 2016: 474
  • 2017: 462
  • 2018: 461
  • 2019: 463
  • 2020: 468
  • 2021: 452
  • 2022: 452
  • 2023: 458
  • 2024: 455

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Dialekt

In Ummerstadt wird wie im Coburger Land der mainfränkische Dialekt Itzgründisch gesprochen.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Ummerstadt besteht aus fünf Ratsmitgliedern – darunter eine Frau –, die bei der Kommunalwahl am 27. Mai 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden. Vier gehören den Freien Wählern und einer der Wählergruppe Für Ummerstadt an. Ein weiterer der Wählergruppe zustehender Sitz konnte nicht besetzt werden.

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2022 Florian Lorz. Zuvor war seit 2004 Christine Bardin im Amt.

Wappen

Blasonierung: Geviert von Gold und Blau, darin vier einander zugewendete Löwen: im ersten und vierten Feld schwarz mit roter Zunge und Bewehrung, im zweiten und dritten siebenmal von Silber und Rot geteilt.

Das Wappen von Ummerstadt zeigt einerseits die markmeißnischen und andererseits die thüringischen Löwen, womit sowohl die ehemalige Zugehörigkeit zum Hause Wettin (als Balthasar von Meißen die alten verlorengegangenen Stadtrechte von neuem bestätigte) als auch zum Lande Thüringen bestätigt wird. Die vier Felder mit den Löwen erschienen erstmals auf einem 1400 entstandenen Siegel.

Bauwerke

Die gesamte historische Ortslage von Ummerstadt steht unter Denkmalschutz, daneben gibt es zahlreiche Einzeldenkmale.

Söhne und Töchter der Stadt

Johann Georg Rosenmüller

Literatur

Commons: Ummerstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. ↑ Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 158.
  3. ↑ Wahlen in Thüringen, Gemeinderatswahl 2024 in Thüringen, Ummerstadt. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 4. Januar 2025.
  4. ↑ Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2022 in Thüringen, Ummerstadt. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 4. Januar 2025.
  5. ↑ Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der DDR. 2. Aufl., Leipzig 1984, S. 468/469.
  6. ↑ Ummerstadt – Wappen. Abgerufen am 10. Juni 2013 (nach Wahl von „Geschichte“ und danach „Wappen“). – Dort wird das Lexikon der Städte und Wappen der DDR wie folgt zitiert: „Geviert von 1:4 Gold und 2:3 Blau, darin vier einander zugewendete aufgerichtete Löwen: vorn oben und hinten unten schwarz mit roter Zunge und Bewehrung, hinten oben und vorn unten siebenmal von Rot und Silber geteilt“ (d. h. der Löwe beginnt oben rot wie der Thüringer Löwe im heutigen Landeswappen). Das auf der Seite dargestellte Wappen zeigt jedoch einen oben silbernen Löwen.
  7. ↑ Das Stadtwappen der Stadt Ummerstadt. Historischer Verein Ummerstadt, abgerufen am 10. Juni 2013 (nach Wahl von „aktuelle Themen“ und danach „Wappen“).
  8. ↑ «Thermalbad Rodach, Gleichberge mit Heldburger Land». In: Fritsch Wanderkarte. 3. Auflage. Band 140. Landkartenverlag Fritsch, Hof/Saale 2000, ISBN 3-86116-140-0.
  9. ↑ Georg Brückner: Diez, Justus Laurentius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 217.