Umweltgifte werden oft als begünstigend für Krankheiten oder Artensterben angeführt, beschränken sich jedoch nicht auf Schadstoffe im herkömmlichen Sinn. Eine klare Differenzierung zwischen den Begriffen „Umweltchemikalie“ und „(Umwelt)schadstoff“ findet sich weder in der Fach- noch in der allgemeinwissenschaftlichen Literatur.
Geschichte
Ursprünglich wurden Umweltchemikalien im ersten Umweltaktionsprogramm der deutschen Bundesregierung (Lit.: Dt. Bundestag, 1971) beschrieben als „Stoffe, die durch menschliches Zutun in die Umwelt gebracht werden und in Mengen und Konzentrationen auftreten können, die geeignet sind, Lebewesen, insbesondere den Menschen, zu gefährden. Hierzu gehören chemische Elemente oder Verbindungen organischer oder anorganischer Natur, synthetischen oder natürlichen Ursprungs […]“. Diese Definition entspricht jedoch nicht mehr dem heutigen Verständnis von Schadstoffen.
Mit der Revision des ADR von 2009 wurde diese Kategorie auch im ADR eingeführt, vorher war sie schon im IMDG und ADN.
Chemikalienrecht
Einstufung nach CLP/GHS
GHS-Piktogramm 09
Die Einstufung von gewässergefährdenden Stoffen nach GHS bzw. CLP-Verordnung orientiert sich an folgenden Grundelementen:
akute aquatische Toxizität
chronische aquatische Toxizität
potentielle oder tatsächliche Bioakkumulation
Abbaubarkeit
Kategorien
Gewässergefährdend
H400 – Akut 1
H410 – Chronisch 1
H411 – Chronisch 2
H412 – Chronisch 3
H413 – Chronisch 4
Schädigt die Ozonschicht
H420
Eine Einstufung als gewässergefährdend führt zur Kennzeichnung mit den Sicherheitshinweisen P273 und P501. Bei H400, H410 und H411 ist auch P391 anzugeben. Bei einer Einstufung als ozonschichtschädigend kommt P502 zur Anwendung.
Eine Einstufung als H400 plus H410, H411 oder H412 kann in der Kennzeichnung zu H410 zusammengefasst werden.
Genetisch veränderte Mikroorganismen und Organismen
Einstufung nach Gefahrgutrecht – See
Im Bereich des Seetransportes gibt zusätzlich die Unterteilung
non marine pollutant
marine pollutant
very marine pollutant
Beispiele
Eine vollständige Auflistung der in Wikipedia mit einem Artikel vertretenen umweltgefährlichen Stoffe findet sich in der Kategorie Umweltgefährlicher Stoff.
Bernd Beek, Horst Neidhard, Günther Neumeier, Wolfgang Lohrer: Substitution umweltgefährlicher Stoffe.Wissenschaftsmagazin Ökologie 8, S. 77–90 (1985), Technische Universität Berlin.
Helmut Greim: Chemikalien mit endokrin wirksamem Potenzial: eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit?Angewandte Chemie 117(35), S. 5704–5711 (2005), doi:10.1002/ange.200502138.