Undine geht ist eine Erzählung der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und stammt aus ihrem ersten Erzählband Das dreißigste Jahr (1961). Darin stellt „Undine geht“ den abschließenden Text dar. Die als Monolog gestaltete Erzählung stellt eine moderne Auseinandersetzung mit dem seit der Romantik bekannten Undine-Stoff dar. „Undine geht“ gehört zu Ingeborg Bachmanns bekanntesten Erzählungen.


Das Undine-Motiv wurde auch in der Bildenden Kunst umgesetzt. Angela Hampels Werk Undine geht umfasst zwei Undine-Plastiken mit den Titeln Undine geht und Undine kommt. Im Dresdner Ortsteil Johannstadt geht die Figur in die Elbe und flussabwärts im Ortsteil Pieschen kommt sie wieder heraus. Jean Giraudoux’ Werk über Undine besitzt ebenso wie „Undine geht“ eine Figur namens Hans. Diese steht in „Undine geht“ für alle Männer.
In einem viel zitierten Interview antwortet Ingeborg Bachmann auf die Frage, ob die Erzählung „Undine geht“ ein Selbstbekenntnis sei, mit folgenden Worten:
„Sie ist meinetwegen ein Selbstbekenntnis. Nur glaube ich, dass es darüber schon genug Missverständnisse gibt. Denn die Leser und auch die Hörer identifizieren ja sofort – die Erzählung ist ja in der Ich-Form geschrieben – dieses Ich mit dem Autor. Das ist keineswegs so. Die Undine ist keine Frau, auch kein Lebewesen, sondern, um es mit Büchner zu sagen, ‚die Kunst, ach die Kunst‘. Und der Autor, in dem Fall ich, ist auf der anderen Seite zu suchen, also unter denen, die Hans genannt werden.“