Unering (Seefeld)

Unering
Gemeinde Seefeld
Koordinaten: 48° 2′ N, 11° 15′ OKoordinaten: 48° 1′ 45″ N, 11° 15′ 8″ O
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 82229
Vorwahl: 08153
Unering (Bayern)
Unering (Bayern)
Lage von Unering in Bayern

Unering ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Seefeld in Oberbayern, genau auf halbem Weg zwischen den nördlichen Enden von Ammersee und Starnberger See.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als „Uneringa“ ist in einer späteren Quelle für die Zeit um das Jahr 963 überliefert. Dem heutigen Ortsnamen liegt der bajuwarische Personenname Unheri zugrunde. In den um das Jahr 1055 verfassten Chroniken des Klosters Benediktbeuern (Breviarium Gotschalci im Chronicon Benedictoburanum) ist dokumentiert, dass der von Kaiser Otto I. eingesetzte Priester Wolfdio dem Kloster Ländereien in Unering und Sindelsdorf („in villis Uneringa et Sindilisdorfa“) stiftete.

Mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Unering als Selbstverwaltungskörperschaft gebildet. Am 1. Juli 1972 wurde Unering in die Gemeinde Oberalting-Seefeld eingegliedert. Seit 1978 heißt diese Gemeinde nach der Eingliederung weiterer Orte Seefeld.

Bauwerke

Kirche St. Martin

Katholische Filialkirche St. Martin

Unering besitzt mit der katholischen Filialkirche St. Martin eines der eigentümlichsten Denkmäler des Rokoko.

Erbaut um 1731 (Jahreszahl am Chorbogen) nach Abbruch des wohl baufälligen Vorgängerbaus, stellt St. Martin einen Zentralbau nach einheitlichem architektonischen Entwurf von Johann Michael Fischer dar. Weithin sichtbar steht die zierliche Kirche auf einem Moränenhügel. Der Westturm wurde 1833 angebaut, die Kirche 1961–1965 renoviert.

Der Hauptraum, ein Quadrat mit abgeschrägten Ecken, wird überwölbt von einer Flachkuppel mit kreisförmigem Grundriss auf Hängezwickeln (Pendentifs). Dort Fresko Sankt Martin fleht Maria um Schutz für die Armen an, 1731 von Johann Georg Sang aus München. In den Zwickeln vier Szenen aus der Martinslegende. Die Wände in Pilastergliederung; zwei geschweifte Seitenfenster geben dem Raum helles Licht. Stuck Festons und Putten von Johann Baptist Zimmermann und seinem Parlier Martin Hörmannstorffer.

Drei Altäre mit Figuren von Johann Georg Greiff und Stuckmarmor von Johann Baptist Zimmermann. Hauptaltar mit lebensgroßer Holzfigur des Hl. Martin als Ritter, der den Mantel teilt. Rechter Seitenaltar Hl. Johannes von Nepomuk, linker Seitenaltar Hl. Anna selbdritt, jeweils vor gemaltem Hintergrund, umgeben von feinem Stuck.

Friedhof

Die Kirche St. Martin ist umgeben von einem ummauerten Friedhof; dort Grabkapelle der Tiefenbrunner Gutsherrschaften, 19. Jahrhundert.

Frühgeschichtliche Spuren

Wirtschaft

Espe, Hersteller von Material für Zahnärzte; heute Tochter von 3M.

Literatur

Commons: Unering (Seefeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Monumenta Germaniae Historica, Scriptores (in Folio), Band 9: Chronicon Benedictoburanum, S. 218.
  2. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 576.
  3. ↑ Webpräsenz der Pfarreiengemeinschaft Seefeld
  4. ↑ Katja Sebald: Reizvolle Lichteffekte in der Kirche St. Martin, Artikel in der Süddeutschen Zeitung, Online-Version vom 27. August 2017.