| Universiteit Leiden Universität Leiden | |
|---|---|
| Motto | Libertatis Praesidium („Ein Bollwerk der Freiheit“) |
| Gründung | 8. Februar 1575 |
| Ort | Leiden & Den Haag, Niederlande |
| Rektor | Hester Bijl |
| Studierende | 33081 (Okt. 2025) |
| Mitarbeiter | 5500 (31. Dez. 2015) |
| Jahresetat | rund 777 Mio. Euro (2021) |
| Netzwerke | CG, IAU, LERU |
| Website | www.universiteitleiden.nl |
Die Universität Leiden (niederländisch Universiteit Leiden, vormals Rijksuniversiteit Leiden) wurde im Jahre 1575 in Leiden gegründet. Sie ist die älteste Universität der Niederlande und gehört zu den besten 80 Universitäten weltweit. Weltruf genießen die Geisteswissenschaftliche Fakultät und die Juristische Fakultät.

Die Universität Leiden wurde durch Wilhelm I. von Nassau-Oranien am 8. Februar 1575 gegründet, wenige Monate nach dem Ende der Belagerung der Stadt durch spanische Truppen im Achtzigjährigen Krieg. Sie wurde damit die erste Universität der wenige Jahre später gegründeten Republik der Sieben Vereinigten Provinzen. Zusammen mit der Universitätsbibliothek Leiden entwickelte sie sich schnell zum wissenschaftlichen Zentrum des Landes. Bedeutende Gelehrte wie Justus Lipsius, Joseph Scaliger, Franciscus Gomarus, Hugo Grotius, Jacobus Arminius, Daniel Heinsius und Gerhard Johann Vossius steigerten die Bekanntheit der Universität und die Grundlage für die Forschungsfreiheit an der Universität, gemäß ihrem Motto: Praesidium Libertatis (Bollwerk der Freiheit). Sie wurde in der Frühen Neuzeit – nach den Niederländern – vor allem von Studenten aus Deutschland besucht, die zeitweise mehr als ein Viertel aller Studenten ausmachten; allein für die Zeit von ihrer Gründung bis 1750 sind rund 11.000 deutsche Studenten nachgewiesen.
1633 wurde die Sternwarte Leiden eröffnet, eine der ältesten Universitätssternwarten der Welt. Im 18. Jahrhundert wirkten Jacobus Gronovius, Herman Boerhaave, Tiberius Hemsterhuis und David Ruhnken an der Universität. Der spätere Nobelpreisträger Heike Kamerlingh Onnes wurde 1882 als Professor der experimentellen Physik an die Universität Leiden berufen, entwickelte die Helium-Verflüssigung und entdeckte die Supraleitung. Weitere Nobelpreisträger der Universität waren Hendrik Antoon Lorentz, Pieter Zeeman und Willem Einthoven. An der Universität wirkten in den 1920er und 1930er Jahren auch die Physiker Albert Einstein, Enrico Fermi und Paul Ehrenfest, der Arabist Christiaan Snouck Hurgronje, der Rechtswissenschaftler Cornelis van Vollenhoven und der Historiker Johan Huizinga.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Universität von den deutschen Besatzern am 27. November 1940 geschlossen, nachdem tags zuvor Rudolph Cleveringa, der Dekan der Juristischen Fakultät, im Groot Auditorium des Academiegebouw eine flammende Rede gegen die Entlassung seiner Lehrers Eduard Meijers und anderer jüdischer Wissenschaftler der Universität Leiden gehalten hatte.
Den Spinoza-Preis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Niederlande, erhielten bislang 18 Professoren der Universität Leiden, nämlich Frits van Oostrom (niederländische Literatur), Frederik Kortlandt und Pieter Muysken (Linguistik), Hendrik Lenstra (Mathematik), Carlo Beenakker, Jan Zaanen und Dirk Bouwmeester (Physik), Ewine van Dishoeck (molekulare Astrophysik), Marijn Franx (Astronomie), Alexander Tielens (Astrophysik und Astrochemie), Els Goulmy (Biologie), Frits Rosendaal (klinische Epidemiologie), Rien van IJzendoorn (Pädagogik), Wil Roebroeks (Archäologie), Corinne Hofman (Archäologie der Karibik), Michel Ferrari (Neurologie), Ineke Sluiter (Griechische Sprache und Literatur) und Naomi Ellemers (Sozialpsychologie).
Die Universität Leiden ist die traditionelle Ausbildungsstätte der niederländischen Königsfamilie und Mitglied von Europaeum, der Liga europäischer Forschungsuniversitäten LERU und der Coimbra-Gruppe.


An der Universität Leiden gibt es derzeit sieben Fakultäten:
Im September 2008 wurden die vormaligen Fakultäten für Theologie, Philosophie, Kunst, Literatur und Linguistik zu der neuen Fakultät der Geisteswissenschaften vereint.
Nach der Bewertung durch Times Higher Education (THE) gehörte die Universität Leiden im letzten Jahrzehnt zu den 80 besten Universitäten der Welt:
| Jahr | Rang | Jahr | Rang | |
|---|---|---|---|---|
| 2016 | 67 | 2022 | 71 | |
| 2017 | 77 | 2023 | 77 | |
| 2018 | 67 | 2024 | 77 | |
| 2019 | 68 | 2025 | 73 | |
| 2020 | 67 | 2026 | 70 | |
| 2021 | 70 |
Im QS World University Ranking 2023 belegt die Leiden Universität den 130. Platz. Im Bereich der Politikwissenschaft erreicht die Uni den 14. Platz weltweit und den 3. Platz in Kontinentaleuropa. Im Bereich der Geschichtswissenschaft ist die Uni im aktuellen Ranking die Nr. 1 in Kontinentaleuropa.
Im Oktober 2025 waren 33.081 Studierende an der Universität Leiden eingeschrieben, davon 21.111 für ein Bachelorstudium und 11.970 für ein Studium mit Masterabschluss. Gemessen an der Zahl der Studierenden war die Universität Leiden die drittgrößte Universität der Niederlande.
| Jahr | Studierende Bachelor | Studierende Master | Gesamt- zahl |
|---|---|---|---|
| 2017 | 17752 | 9970 | 27722 |
| 2018 | 18940 | 10114 | 29054 |
| 2019 | 20066 | 10338 | 30404 |
| 2020 | 21292 | 11152 | 32444 |
| 2021 | 21967 | 11737 | 33704 |
| 2022 | 22010 | 11228 | 33238 |
| 2023 | 22124 | 10886 | 33010 |
| 2024 | 21656 | 11680 | 33336 |
| 2025 | 21111 | 11970 | 33081 |
Koordinaten: 52° 9′ 21,9″ N, 4° 29′ 13″ O