Untermettingen

Untermettingen
ehemaliges Wappen der Gemeinde Untermettingen
Koordinaten: 47° 42′ N, 8° 21′ OKoordinaten: 47° 42′ 7″ N, 8° 20′ 39″ O
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 13,58 km²
Einwohner: 610 (2022)
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Ühlingen
Postleitzahl: 79777
Vorwahl: 07743

Untermettingen ist ein Ortsteil der baden-württembergischen Gemeinde Ühlingen-Birkendorf im Steinatal im Landkreis Waldshut. Ortsvorsteher ist Daniel Schliffke.

Ortsplan: Die Tafel L 159 in der Mitte bezeichnet die Brücke über die Steina, der blaue Umriss das Naturschutzgebiet Katzenhalde

Lage

Untermettingen mit den Ortsteilen Endermettingen, Löhningen und Raßbach, die bis 1974 alle zu Obermettingen zählten, liegt links und rechts einer Brücke über die Steina und bildet flächenmäßig den größten Ortsteil der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf. Die Brücke ist Teil einer Kreuzung von Verkehrsverbindungen ins Wutachtal, nach Ühlingen, Tiengen und Stühlingen.

Das Dorf liegt auf einer Höhe von 520 Meter bis zu 700 Meter ü. d. M.

Geschichte

Bronzezeit

Nordwestlich des Ortes wird die flache Muschelkalkhochfläche westlich der Straße Obereggingen-Obermettingen vom Galgenbuck, einer markanten, bewaldeten Kuppe überragt. Auf seinem sanft abfallenden Südhang liegt dicht unterhalb des höchsten Punktes (624,2 m) ein leicht ovaler Steinhügel nur wenige Meter vom Südrand eines Waldweges entfernt. Er misst im DM 14 × 15 m, seine Höhe beträgt ca. 1,80 m. Fuchsröhren, die im SW in den gut gewölbten Hügel hinein führen, lassen erkennen, dass er unter dem äußeren Steinmantel einen Kern aus feinem Lockermaterial besitzt.

Römer und Alamannen

Die römische Vergangenheit wurde durch Grundmauern eines Gutshofes bei Obermettingen ersichtlich. Dort wurden auch alamannische Reihengräber entdeckt und die Namensendung auf -ingen spricht ebenfalls für eine alamannische Gründung in der Bedeutung ‚bei den Leuten des Metto.‘

Franken

Die ersten Anhaltspunkte für das Bestehen der unregelmäßigen Siedlung (Villa – Mettingen) an der Hanglage beiderseits der Steina, geben zwei Urkunden des Klosters Rheinau aus dem Jahre 855, der Anfangsphase des Ostfrankenreichs.

Die alte Siedlung Untermettingen gehört mit Endermettingen und der selbstständigen Gemeinde Obermettingen zu dem im Kartular des Klosters Rheinau schon 855 gemeinsam als Mettingen erwähnten Klostergut. Mit diesem Mettingen ist der Siedlungsschwerpunkt um die Steinabrücke sowie zwei umliegende, große Höfe gemeint. Durch eine Schenkung bekam das Kloster 871 noch den Mettinger Besitz eines Wolf von Mettingen.

Spätmittelalter und Neuzeit

Da die drei Mettinger Siedlungen mit der Zeit verschiedene Grundherren hatten, wurde schließlich auch eine jeweils eigene Namensgebung erforderlich. Untermettingen erscheint 1337 erstmals als das Dorf ‚ze Nidren Mettingen‘, Endermettingen wird 1448 ‚ze Mettingen in dem eneren dorff‘.

Größte Grundbesitzer waren das Kloster St. Blasien und das Kloster Berau. 1394 ist der St. Georgsritter Friedrich von Ofteringen Besitzer der Burg Untermettingen. Heinrich von Erzingen wohnte hier 1427 und besaß Pfandgüter der Fürstenberger. 1469 wird er letztmals genannt. Auf der Burg Untermettingen saß Hans von Krenkingen, genannt von Küssenberg, später der Freiherr von Roggenbach. Er übergab 1481 an Georg von Erzingen und seine Frau Ursula den sechsten Teil des Zehnten zu Mettingen, die Raßbach und Löhningen. Erbe war dann Wilhelm von Grießen. Er verkaufte seinen Anteil 1495 an das Kloster Berau. 1599 wurde Johann Jakob von Beck Obervogt der Herrschaft Mettingen. 1610 ging die Herrschaft durch Kauf an Maximilian von Pappenheim und 1639 an die Fürstenberger.

20. Jahrhundert

13 Gefallene und 2 Vermisste verlor die Gemeinde Untermettingen im Ersten Weltkrieg. Noch tiefere Lücken riss der Zweite Weltkrieg mit 45 Gefallenen und 8 Vermissten.

Am 1. Januar 1974 wurde Untermettingen mit seinen Teilorten in die Gemeinde Ühlingen eingegliedert. Diese bildete am 1. Januar 1975 zusammen mit Birkendorf und Brenden die neue Gemeinde Ühlingen-Birkendorf.

21. Jahrhundert

Untermettingen hatte 2021 738 Einwohner, drei Geburten standen sieben Sterbefälle gegenüber. 17 Flüchtlinge wohnten in der Ortschaft.

Der ehemalige Ortschaftsrat Roland Kromer stellte 2021 eine Ortschronik fertig.

Kirche

Kirche in Untermettingen

Die ältesten Urkunden über die Pfarrei Mettingen gehen bis auf das Jahr 1275 zurück. Die heutige Pfarrkirche in Untermettingen stammt aus dem Jahr 1738. Davor waren Untermettingen und Raßbach Teil der Pfarrei Schwerzen.

Anmerkung

  1. ↑ Im ersten Jahr des Kaisers Ludwigs und im ersten Jahr des Papstes Benedikt III., am 21. August des Jahres 855 übergibt in seinem Hof in Mettingen der Priester Meginhart seinen Besitz an das Kloster Rheinau. (Meyer von Knonau: Cartular von Rheinau 1883. Urkunde S. 7 ff.) Die Schenkungen stehen im Zusammenhang der Wiederherstellung des Klosters Rheinau nach dem auf die Gründung 778 folgenden Niedergang.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Untermettingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Citypopulation. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  2. ↑ Landkreis Waldshut (Hrsg.), Bearbeitung durch Hans Matt-Willmatt: Die Chronik des Kreises Waldshut. Geographie·Geschichte·Kultur·Wirtschaft, Vocke Verlag, Waldshut 1957, S. 100.
  3. ↑ Egon Gersbach: Urgeschichte des Hochrheins (Funde und Fundstellen in den Landkreisen Säckingen und Waldshut)., Badische Fundberichte, Sonderheft 11, Katalogband, Staatliches Amt für Ur- und Frühgeschichte, Freiburg im Breisgau, 1969, S. 194. Gersbach erwähnt: Lit: Bad. Fundb. III, 1933–1936, 370.
  4. ↑ Roland Kromer: Die Chronik von Untermettingen und seinen Weilern, Hrsg.: Gemeinde Ühlingen-Birkendorf, 2021, S. 12.
  5. ↑ Zitate im Kapitel: Landkreis Waldshut (Hrsg.), Bearbeitung durch Hans Matt-Willmatt: Die Chronik des Kreises Waldshut, Waldshut 1957, S. 100.
  6. ↑ Nach H. Matt-Willmatt: Chronik WT und H. W. Mayer: Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut, Verlag R. Philipp, Waldshut 1926, S. 152.
  7. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 523 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  8. ↑ Werner Steinhart: Zufrieden mit dem Erreichten, Albbote, 18. Januar 2022.
  9. ↑ Zitate im Kapitel: Werner Steinhart: Zufrieden mit dem Erreichten, Albbote, 18. Januar 2022.