Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Untersteinach.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Untersteinach. Sie hat eine Fläche von 11,425km² und ist in 2054 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5562,5m² haben.
Geschichte
Der Ort wurde im Jahre 1281 als „Nydernsteinach“ erstmals urkundlich erwähnt. Benannt wurde der Ort nach dem Fluss Steinach. Im Gegensatz zu Stadtsteinach, das ursprünglich ohne den Zusatz Stadt- auskam, hatte Untersteinach von Anfang an den Zusatz Nydern-, woraus sich schließen lässt, das Untersteinach die jüngere Siedlung ist. Die Adelsfamilie Varell prägte über sechs Generationen bis zu ihrem Aussterben 1765 die Geschichte des Orts.
Am 10. August 1706 kam es durch einen Bubenstreich zu der bisher größten Katastrophe in der Geschichte von Untersteinach. Drei Jugendliche hatten in einer Scheune mit einer Schlüsselbüchse gespielt, woraufhin das Gebäude Feuer fing. Aufgrund des schönen Wetters und der beginnenden Erntesaison befanden sich fast alle Bürger des Ortes auf den Feldern. So konnte sich das Feuer rasch ausbreiten und fast das komplette Dorf brannte ab. Es war ein Todesopfer zu beklagen. Die Untersteinacher wurden nach dem Unglück in den Nachbardörfern aufgenommen. Zwei Häuser blieben verschont, von denen eines das älteste Gebäude in Untersteinach ist. Es befindet sich in Privatbesitz und steht unter Denkmalschutz.
Die St.-Oswald-Kirche ist eine alte Wehrkirche mit Elementen des gotischen Baustils. Die alten Wehranlagen aus Sandstein mit dem Torhaus sind noch erhalten und können besichtigt werden. Auch das alte Pfarrhaus ist noch von einer Mauer umgeben.
Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Pfarrei im Jahre 1281 anlässlich eines Streits zwischen den von Blassenberg und dem Grafen Otto von Orlamünde.
Bereits im Jahre 1553 nahm die St.-Oswald-Gemeinde die evangelisch-lutherische Lehre an.
Erste Bürgermeisterin ist seit 2026 Cornelia Wehner (SPD). Ihre Vorgänger waren (chronologisch absteigend) Volker Schmiechen (SPD), Heinz Burges (SPD) und Walter Arlt (SPD).
Gemeinderat
Die Gemeinderatswahlen 2026 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:
Partei
Sitze
SPD
5
CSU
4
UBG
3
Wappen und Flagge
Wappen
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorne ein nach links gewendeter roter Greif, hinten ein silberner widersehender nackter Mann, der mit beiden Händen eine silberne Lanze schräg vor sich hält.“
Untersteinach verfügt über eine Grundschule. In der Volksschule Untersteinach-Ludwigschorgast werden, aufgeteilt auf die beiden Schulgebäude in Untersteinach und Ludwigschorgast, derzeit 140 Schüler der Klassen eins bis vier unterrichtet (Stand 2010/11). Die Klassen 1 und 2 befinden sich im Gebäude in Ludwigschorgast, die Klassen 3 und 4 in Untersteinach.
Mittelschule Stadtsteinach-Untersteinach
Untersteinach ist Mitglied im Mittelschulsprengel Stadtsteinach-Untersteinach. Die Klassen 5 und 6 werden im Schulgebäude Untersteinach unterrichtet, die übrigen in der Nachbargemeinde Stadtsteinach.
Persönlichkeiten
Johann Gottfried Biedermann (* 19. August 1705 in Plauen, † 11. Juli 1766 in Untersteinach), („Hochfürstlich Brandenburg-Culmbachischer“) Pfarrer und Genealoge. Er erstellte die genealogischen Tabellen des fränkischen Adels.
Georg Adam von Varell (* 28. Juni 1709 in Untersteinach, † 6. November 1765 in Untersteinach), Kaiserl. Rat und Generalfeldmarschall-Leutnant des Fränkischen Kreises, Oberst über ein Infanterieregiment im Siebenjährigen Krieg. Er war der letzte Vertreter seines Geschlechts und wohnte im Schloss Untersteinach, welches nach seinem Tod an die Familie Guttenberg zurückfiel (ab 1869 Sitz der Schlossbrauerei, 1982 in baufälligem Zustand abgebrochen).
Sparkasse Kulmbach in Zusammenarbeit mit dem Landkreis (Hrsg.):Unser Landkreis Kulmbach. Deutscher Sparkassenverlag, Stuttgart 1985, OCLC159885915, S.163–164.
↑Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis.In:ldbv.bayern.de.Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung,17.April 2025,abgerufen am 16.Dezember 2025.
↑W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 228.
Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 38). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2012, ISBN 978-3-7696-6554-3.
↑S. 647 f. Hier werden abweichend 90 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.