Ursula Kessels (* 1969) ist eine deutsche Psychologin, Professorin an der Freien Universität Berlin für den Bereich Bildungsforschung und geschäftsführende Herausgeberin des Fachmagazins Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie.
Ursula Kessels studierte Psychologie an der Freien Universität Berlin und schloss ihr Studium 1998 mit Diplom ab. Im Anschluss dran arbeitete sie von 1998 bis 2001 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität Berlin in der Arbeitsgruppe der Didaktik der Physik und promovierte 2001 zum Dr. phil. an der Freien Universität Berlin.
Daraufhin erfolgte ein einjähriger Wechsel an die Universität Dortmund, um als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Psychologie mitzuwirken. 2002 kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschungen an die Freie Universität Berlin zurück. Dort erhielt sie 2007 ihre Habilitation (venia legendi) im Fach Psychologie.
Im Jahr 2008 übernahm sie die Vertretung des Lehrstuhles für Pädagogische Psychologie an der Helmut Schmidt-Universität Hamburg. 2009 trat sie dann die Professur für pädagogische Psychologie an der Universität zu Köln an. Seit 2013 ist sie Professorin für Bildungsforschung an der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Heterogenität und Bildung.
Neben ihrer Arbeit als Universitätsprofessorin ist Ursula Kessels auch als geschäftsführende Herausgeberin für das Fachmagazin Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie tätig. Ebenso übernimmt sie gutachterliche Tätigkeiten für nationale und internationale Fachzeitschriften wie beispielsweise die Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, die Zeitschrift für Pädagogik und das European Journal of Psychology of Education. Des Weiteren fungiert sie auch für wissenschaftliche Vereinigungen und Institutionen wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft als Gutachterin.
Ursula Kessels leitete zudem mehrere Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). So arbeitete sie von 2010 bis 2016 gemeinsam mit Bettina Hannover an dem Projekt „Sind Jungen die neuen Bildungsverlierer? Empirische Evidenz, mögliche Ursachen und pädagogisch-psychologische sowie bildungspolitische Schlussfolgerungen“. Seit 2018 widmet sie sich dem DFG-Projekt „Leistungsfeedback an Lernende mit Migrationshintergrund: Hinweise auf einen positiven Feedback-Bias?“.
Ursula Kessels widmet sich aktuellen Fragen der Schul- und Unterrichtsforschung mit dem Schwerpunkt Heterogenität. Dabei befasst sie sich vor allem mit dem sozialen Merkmal Geschlecht und wie sich diese auf motivationale, identitätsbezogene und einstellungsbezogene Faktoren von Schülern auswirkt. In diesem Zusammenhang wirkte sie auch bei der Entwicklung des Interests as Identity Regulation Models mit. Diese bildet ab, wie schulische Interessens- und Leistungsentwicklung mit der Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen interagiert.
Ergänzend dazu untersucht sie die Effekte von Koedukation bzw. Monoedukation geschlechterstereotyper Schulfächer. Ihr Forschungsvorgehen zeichnet sich dabei vor allem durch Evaluationsstudien und experimentelle Designs aus.
Durch ihren Forschungsschwerpunkt und ihre zahlreichen Publikationen zählt Ursula Kessels somit laut Birgit Spinath zu den führenden Expertinnen im Bereich Geschlecht und Schulerfolg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kessels, Ursula |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Psychologin |
| GEBURTSDATUM | 1969 |