Valentin Kraus, Ordensname Fr. Maurus Kraus OSB (* 23. August 1873 in Mühlhausen; † 23. August 1941 in Würzburg) war ein deutscher Bildhauer, Professor der bildenden Kunst und ab 1932 Benediktiner. Kraus verschrieb sich der Christlichen Kunst. Er arbeitete meist mit Holz und Stein, aber auch mit Keramik, Bronze oder Gips.
Valentin Kraus wurde im kleinen Dorf Mühlhausen bei Bergtheim, nördlich von Würzburg, am 23. August 1873 als schlichter Leute Kind geboren.
Mit 13 Jahren (1886/87) begann Kraus eine Ausbildung an der Holzschnitzerschule in Bischofsheim a.d. Rhön (heute: Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer). Nach seiner Gesellenprüfung begab er sich auf Wanderschaft und arbeitete in verschiedenen Kunstwerkstätten in Bad Kissingen, Marburg, Frankfurt und Würzburg. Hierbei wird Kraus als Schüler des Würzburger Bildhauers Arthur Schleglmünig (1863–1956) genannt.
1897 führte ihn sein Weg an die Akademie der Bildenden Künste München. An vielen seiner späteren Werke ist klar erkennbar, dass Kraus ein Schüler von Balthasar Schmitt (1858–1942) war, der u. a. den Hochaltar für St. Benno (München) schuf. Sein Bildhauerstudium schloss er 1905 ab, blieb aber noch bis 1920 immatrikuliert.
Sein wohl erstes Atelier, wo er 1906 mit Adresse erscheint, befand sich in der Theresienstraße 74, Gartengebäude 0 in München. Kraus bezog auch eine Wohnung in der Schleißheimer Straße 74, 3. Stock.
Kraus war Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft und stellte in diesem Rahmen regelmäßig u. a. in der Münchner Kunstausstellung im Glaspalast aus. Im Jahr 1925 wurde Valentin Kraus mit dem Professortitel ausgezeichnet.
Um 1931 trat Valentin Kraus als Oblate in die Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach ein und übernahm dort die Leitung der Bildhauerschule St. Bernhard. Spätestens 1932 bei seiner Ewigen Profess nahm er den Namen Maurus an.
Zwischen 1935 und 1938 wurde die Abteikirche Münsterschwarzach unter dem Architekten Albert Boßlet (1880–1957) neu erbaut. In der klösterlichen Werkstatt schuf man u. a. den steinernen Altar und ein lebensgroßes Kreuz an der zentralen Chorwand. Letzteres trägt eindeutig seine Handschrift. Die Ähnlichkeit mit den Figuren des hl. Benedikt von Nursia und dessen Schwester, der hl. Scholastika, an der Seitenaltären sowie den vier Evangelisten an der Fassade ist auffällig.
Sein Heimatkloster Münsterschwarzach wurde 1941 von den Nationalsozialisten aufgelöst und die Mönche vertrieben. Der bereits erkrankte Frater Maurus wurde in das Würzburger Juliusspital gebracht. Dort starb er an seinem 68. Geburtstag.
| Personendaten | |
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| NAME | Kraus, Valentin |
| ALTERNATIVNAMEN | Kraus, Maurus (Ordensname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bildhauer, Hochschullehrer und Benediktiner-Frater |
| GEBURTSDATUM | 23. August 1873 |
| GEBURTSORT | Mühlhausen |
| STERBEDATUM | 23. August 1941 |
| STERBEORT | Würzburg |