Valeria Koch (nach ungarischer Namenskonvention Koch Valéria; * 22. April 1949 in Szederkény; † 28. Februar 1998 in Budapest) war eine ungarndeutsche Lyrikerin.
Koch wuchs als Tochter des Agronomen und Schriftstellers Leo Koch im ungarndeutschen Dorf Szederkény (deutsch Surgetin) in der Baranya (deutsch Branau), dem Hauptsiedlungsgebiet der Ungarndeutschen, auf. 1967 legte sie am Leövey Klára Gimnázium (deutsch Klára-Leövey-Gymnasium) in Pécs (deutsch Fünfkirchen) die Matura ab. Anschließend studierte sie von 1967 bis 1972 Germanistik und Hungarologie an der Universität der Wissenschaften Szeged. Daraufhin arbeitete sie ein Jahr lang als Deutschlehrerin am Leövey Klára Gimnázium in Pécs. 1973 zog sie nach Budapest, wo sie an der Eötvös-Loránd-Universität Journalistik und Philosophie studierte.
Zwischen 1973 und 1981 war Koch Herausgeberin und Redakteurin der deutschsprachigen Neuen Zeitung und später des Hungarian Trade Journal. Ab Mitte der 1980er Jahre unterrichtete sie literarische Übersetzung und deutsche Literatur an der Eötvös-Loránd-Universität. Zudem war sie als Journalistin, Lehrerin, Schriftstellerin und literarische Übersetzerin tätig. Sie veröffentlichte regelmäßig in Anthologien, Zeitschriften und Radiosendungen sowohl in Ungarn als auch in der deutschsprachigen Welt.
Ihre Werke befassen sich unter anderem mit der ungarndeutschen Identität und dem Verhältnis von Minderheiten zur Muttersprache. Die Grundlage ihrer Dichtung bildet die parallele Verwendung der ungarischen und deutschen Sprache und die Beziehung zwischen den beiden Sprachen. Sie vermied es, ihre eigenen Werke in die jeweils andere Sprache zu übersetzen; einige ihrer deutschen Gedichte wurden von Márton Kalász ins Ungarische übersetzt. Nach den Revolutionen im Jahr 1989 verarbeitete sie die Abschaffung der realsozialistischen Systeme in ihren Werken.
Koch war eine Kennerin und Verehrerin Martin Heideggers, mit dem sie bereits als Studentin Briefkontakt aufnahm. Sie übersetze einige seine Werke ins Ungarische und verfasste ihre 1989 eingereichte Dissertation Martin Heidegger és a létmegértés útjai (deutsch Martin Heidegger und die Wege des Seinsverständnisses ) über ihn.
Von 1992 bis zu ihrem Tod 1998 war Koch zweite Vorsitzende des Verbands Ungarndeutscher Autoren und Künstler. Außerdem war sie Mitglied des Ungarischen Schriftstellerverbandes, des Ungarischen Kulturfonds, des PEN-Clubs und der Künstlergilde Esslingen.
Koch starb Ende Februar 1998 im Alter von 49 Jahren in Budapest an Magenkrebs. Sie wurde in ihrem Heimatdorf Szederkény beigesetzt.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koch, Valeria |
| ALTERNATIVNAMEN | Koch, Valéria |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarndeutsche Dichterin |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1949 |
| GEBURTSORT | Szederkény |
| STERBEDATUM | 28. Februar 1998 |
| STERBEORT | Budapest |