Valmiera

Valmiera (dt. Wolmar)
Wappen von Valmiera
Valmiera (Lettland)
Valmiera (Lettland)
Basisdaten
Staat:Lettland Lettland
Verwaltungsbezirk:Bezirk Valmiera
Koordinaten:57° 32′ N, 25° 26′ OKoordinaten: 57° 32′ 19″ N, 25° 25′ 32″ O
Einwohner: 22.325 (1. Jan. 2024)
Fläche: 19,36 km²
Bevölkerungsdichte: 1.153 Einwohner je km²
Höhe: 43 m
Stadtrecht: seit 1323
Webseite: www.valmiera.lv
Postleitzahl: 4201, 4202, 4204
ISO-Code: LV-113
Blick auf die Altstadt von Valmiera von der Gauja aus

Valmiera (Ausspracheⓘ/?), auf Deutsch Wolmar, ist eine Stadt im Norden Lettlands beiderseits des Flusses Gauja etwa 100 km nordöstlich von Riga und 50 km von der Grenze zu Estland. Valmiera ist eine der Republik-Städte Lettlands und Sitz des Bezirks Valmiera. Mit knapp 25.000 Einwohnern (22.325 am 1. Januar 2024) ist sie größte Stadt der Region Vidzeme und deren kulturelles Zentrum. In der Nähe befindet sich der Nationalpark Gauja.

Geschichte

Archäologen fanden Siedlungsspuren aus der Zeit um 7000 v. Chr. In historischer Zeit war Valmiera von Lettgallen besiedelt. 1224 geriet das Gebiet an der Gauja unter die Herrschaft des Schwertbrüderordens, die hier eine Burg anlegten. 1323 wurde die „Stadt Woldemars“ erstmals schriftlich erwähnt, wobei der Ort bereits 40 Jahre früher bestand, als der Hochmeister des Livländischen Ordens Wilhelm von Schauenburg die Burg „Wolmar“ und eine katholische Kirche für den heiligen Simeon an den Flussufern der Gauja erbauen ließ. Vom 14. bis 16. Jahrhundert war die aufstrebende Handelsstadt Mitglied der Hanse.

Im Juni 1525 fand in Wolmar ein Landtag statt, auf dem u. a. eine allgemeine Landordnung beschlossen wurde. Als Teil des Herzogtums Livland gehörte Valmiera von 1566 bis 1622 zum Großfürstentum Litauen und zu Polen-Litauen. 1622 wurde das nördliche Livland von den Schweden erobert. Valmiera war Besitz des Reichskanzlers Axel Oxenstierna. Es folgten mehrere Kriege und eine Pestepidemie. Während des großen nordischen Kriegs wurde Wolmar 1702 zerstört und niedergebrannt.

Als Teil des russischen Gouvernement Livland folgte dann eine lange Friedenszeit. 1738 wurde Valmiera Ausgangspunkt der Herrnhuter Gemeinde, als hier ein Lehrerseminar gegründet wurde. Die Kreisstadt bekam 1865 eine Holzbrücke und 1899 Eisenbahnanschluss. Damit setzte auch die Industrialisierung ein, und neue Stadtteile jenseits der Gauja entstanden. Vor dem Ersten Weltkrieg bestanden unter anderem ein Lehrerseminar, ein Mädcheninternat und eine Handelsschule.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Valmiera zur neu gegründeten Republik Lettland.

Vom historischen Stadtkern ist nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem ein Drittel der Stadt niederbrannte, außer der gotischen Simeonskirche kaum etwas übrig geblieben.

Verkehr

Sehenswürdigkeiten

Sonstiges

Partnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Commons: Valmiera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Urban and rural population in regions, cities, municipalities, towns and rural territories. Central Statistical Bureau of Latvia, abgerufen am 20. Juni 2023.
  2. ↑ Jürgen E. Fischer: Announcing the release of QGIS 2.2. In: OSGeo.org. Abgerufen am 22. März 2025 (englisch).
  3. ↑ International cooperation. Website der Stadt (englisch); abgerufen am 5. Juli 2018
  4. ↑ Jürgen Sudhölter: Heimliches Hanseatendreieck zwischen Wiedenbrück, Oldenzaal und Valmiera. In: Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh, Jg. 2007, S. 44–51.