Hermann Leiser (Verlag)

Der Verlag Hermann Leiser, auch Verlag Herm. Leiser genannt, war ein Ansichtskarten-Verlag, dessen Schwerpunkt „auf der Porträtfotografie von Personen des kulturellen Lebens“ lag. Der Namensgeber hatte 1909 den Verlag Louis Blumenthal übernommen und wirkte von Berlin-Wilmersdorf (Berlin W. 15) aus.

Verlagsprofil

Während der vormalige Verlag Louis Blumenthal vor seiner Übernahme durch Leiser noch im Dezember 1905 mit mehr als „1500 Portraits“ für sich werben konnte, bewarb die Firma „Hermann Leiser, vorm. Louis Blumenthal“ im Herbst 1909 unter der Adresse Olivaerplatz 4 bereits „3000 Portraitkarten von Schauspielern, Opernsängern, Musikern, Schriftstellern, sowie Scenenkarten“ aus zeitgenössischen Theateraufführungen. Monatlich Neuerscheinungen waren Aufnahme-Vervielfältigungen im Format einer Postkarte im Bromsilberdruck, für die das Unternehmen regelmäßig aktualisierte Verzeichnisse „gratis und franco“ herausgab.

In Werbeanzeigen offerierte Leiser für Gastspiele und Konzerte auch sein Kommissionsgeschäft, das sich an Veranstalter wie auch die abgebildeten Künstler wendete.

1913 wurde das Unternehmen an den Rüdesheimer Platz 3 verlegt. Nach Leisers Tod 1932 führte Ludwig Urbach den Verlag bis etwa 1937 weiter.

Seit etwa 2021 versucht das Hermann Leiser Projekt „alle veröffentlichten Karten zu dokumentieren und Angaben zu einer zeitlichen Einordnung der Publikationen zu sammeln“.

Leben

Der Kaufmann Hermann Leiser stammte aus einer jüdischen Familie, er wurde 1854/55 in Culmsee, Provinz Westpreußen geboren und starb am 31. März 1932 in Berlin. Ab 1896 war er Geschäftspartner von Blumenthal.

1883 heiratete Leiser in Hohensalza, Provinz Posen Franziska Leszczynski (* 1862 in Hohensalza; † 1940 in Berlin-Friedenau). Das Paar hatte die Töchter Martha (verheiratete Wolff, * 1885 in Culm; † 1915 in Berlin) und Käthe (* 1901 in Berlin). Käthe arbeitete als Sprechstundenhilfe und wurde im November 1941 aus Berlin-Friedenau in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) deportiert, wo sie am 1. März 1942 starb.

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Einzelnachweise

  1. ↑ Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)
  2. ↑ Avers eines Karten-Kuverts mit Werbevordruck und Berliner Tageblatt vom 6. Dezember 1905, S. 15
  3. 1 2 Allgemeine Musik-Zeitung, Band 36 (1909), S. 900, 952, v. a. S. 923; Vorschau über Google-Bücher
  4. ↑ Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin 1937, S. 712; S. 1244
  5. ↑ online im Internet Archive
  6. ↑ Standesamt Berlin III, Sterbeurkunde Nr. 245 vom 1. April 1932 (Landesarchiv Berlin)
  7. ↑ Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, Ausgabe 1897, S. 107. Blumenthals Ehefrau war eine geborene Leiser; möglicherweise waren Leiser und Blumenthal verschwägert.
  8. ↑ Standesamt Berlin-Schöneberg, Sterbeurkunde Nr. 1541 vom 23. April 1940 (Landesarchiv Berlin)
  9. ↑ Leiser, Käthe im Gedenkbuch

Koordinaten: 52° 30′ 37,3″ N, 13° 23′ 34,3″ O