Die Verworrenheit (oder Verwirrtheit, Verwirrung, engl. a. e. confusion) bezeichnet in der Psychiatrie einen allgemeinen Begriff für eine formale Denkstörung stärkeren Ausmaßes. Auch die Umgangssprache benutzt die Bezeichnung für Störungen des logischen Zusammenhangs (z. B. "ein Verwirrung stiftender Hinweis").
Denken wird unklar, unzusammenhängend und schlecht oder nicht nachvollziehbar. Der logische Zusammenhang eines Gedankenganges löst sich auf. Ein Gedanke steht beziehungslos neben dem anderen. Der Psychiater Kraepelin beschreibt Verwirrtheit als die gemeinsame Endstrecke einer Vielfalt von Veränderungen auf das Denken mit dem Ergebnis der Unordnung. „Man hat dieses Denken […] sich näherzubringen gesucht durch Vergleich mit dem Müdigkeitsdenken oder Einschlafdenken“ (C. Schneider).
Viele schwer verständliche Äußerungen sind nur schwer oder gar nicht zu differenzieren. Dann ist der allgemeinere Begriff der Verworrenheit geeignet. Das AMDP-System kennt den allgemeinen Begriff nicht, jedoch differenziertere formale Denkstörungen wie Umständlichkeit, Inkohärenz (Zerfahrenheit), Vorbeireden, Gedankendrängen, Ideenflucht, Gedankenabreißen u. a. Wegen ihrer Unbestimmtheit und Unverbindlichkeit wird die Bezeichnung in der wissenschaftlichen Psychiatrie gewöhnlich gemieden.
„Verwirrtheit ist keine einheitliche Denkstörung […] Der Ausdruck ist in der Fachsprache gleich zu verstehen wie in der Umgangssprache: Spricht jemand durcheinander und versteht man kaum mehr, was er sagen will und warum er es sagen will, dann ist er wirr geworden. Jede Störung aktiven Denkens, die einen hohen Grad erreicht, ist eine Verwirrung […]. Oft vermischen sich in einer Verwirrung verschiedene Denkstörungen […]. In der Erregung kann auch der Gesunde vorübergehend verwirrt sein“ (Manfred Bleuler 1975).
Als Verwirrtheit werden manchmal auch zeitliche und örtliche Orientierungsstörungen bezeichnet. Das Bewusstsein kann getrübt sein, auch die Auffassung, Merkfähigkeit u. a.
Bei schweren organischen Störungen und Psychosen.