
Sir Victor Morven Fortune (* 21. August 1883; † 2. Januar 1949) war ein hochrangiger Offizier, zuletzt Generalmajor, der britischen Armee. Er diente sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg. Während der Schlacht um Frankreich befehligte er die 51. (Highland) Infanteriedivision. Er wurde mit seiner Truppe anschließend eingekesselt und musste sich am 12. Juni 1940 den Deutschen ergeben. Danach war er bis April 1945 im Offizierslager VI B bei Dössel und im Oflag XII-B in Hadamar interniert.
Nach seiner Ausbildung in Winchester und am Royal Military College Sandhurst trat Fortune im Dezember 1903 als Second Lieutenant in die britische Armee ein und diente im 1. Bataillon der Black Watch (Royal Highlanders). Im November 1906 wurde er zum Lieutenant befördert.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs diente Fortune als Zugführer in der A-Kompanie unter Major Lord George Stewart-Murray. Das Bataillon verlegte im August 1914 nach Frankreich, wo Fortune während des Rückzugs von Mons und der Ersten Marneschlacht erste Kampfeinsätze erlebte. Im September wurde er zum Captain befördert und übernahm nach dem Tod Stewart-Murrays in der Ersten Schlacht an der Aisne das Kommando über die A-Kompanie. Fortune führte die A-Kompanie geschickt durch die Erste Flandernschlacht, bevor er am 11. November als Adjutant zum Bataillonsstab aufstieg, wo er weitere Kämpfe bei Givenchy, Cuinchy, Neuve Chapelle und Aubers Ridge erlebte.
Fortune diente bis zum 30. September 1915 als Bataillonsadjutant. Danach wurde er zum Brigademajor der 1st Armoured Infantry Brigade ernannt. In dieser Schlüsselposition wirkte er während der verlustreichen Schlacht bei Loos. Knapp ein Jahr später, am 16. September 1916, kehrte Fortune zum 1. Bataillon der Black Watch (Royal Highlanders) zurück und übernahm als kommissarischer Lieutenant-Colonel während der Schlacht an der Somme das Kommando. Er führte das Bataillon souverän durch die Endphase der Schlacht an der Somme und die spätere Schlacht von Passchendaele, bevor er im Januar 1918 das Kommando über die Schießschule der Vierten Armee übernahm. Fortune beendete den Krieg als Kommandeur der 46. Infanteriebrigade im kommissarischen Rang eines Brigadier-General, nachdem er im Juni in diesen Rang befördert worden war. Während seines Kriegseinsatzes wurde Fortune mit dem Distinguished Service Order (DSO) ausgezeichnet und fünfmal in den Kriegsberichten erwähnt.
Nachdem er von 1920 bis 1921 das Staff College in Camberley besucht hatte, kehrte Fortune nach Sandhurst zurück, diesmal als Ausbilder. Im Januar 1923 zum Major befördert, wurde er zum stellvertretenden Kommandanten der Small Arms School in Hythe, Kent, als Nachfolger von Brevet-Colonel Thomas Dalby ernannt. Es folgte 1925 eine kurze Rückkehr zum 1. Bataillon der Black Watch (Royal Highlanders) in Indien; 1927 wurde er zum Lieutenant-Colonel befördert und zum Kommandeur des 1. Bataillons der Seaforth Highlanders ernannt.
Im Januar 1930 wurde Fortune rückwirkend zum Januar 1923 zum Colonel befördert, und zum GSO1 der 5. Infanteriedivision ernannt. Anschließend war er im März 1932 Kommandeur der 5. Infanteriebrigade und wurde im April 1934 Adjutant von König Georg V. als Nachfolger von Brigadier Bertram Sergison-Brooke und im Januar 1935 zum Major-General befördert. Im April 1935 gab er das Kommando über seine Brigade ab und wurde unter Halbsold vom aktiven Dienst freigestellt, bis er im September 1935 zum kommandierenden General der 52. (Lowland) Infanteriedivision ernannt wurde. Er befehligte die Division, eine Formation der Territorialarmee, bis August 1936, als er erneut auf Halbsold gesetzt wurde, bevor er im April 1937 Kommandeur des Südwestgebiets wurde. 1937 war er GOC der 51. (Highland) Infanteriedivision, einer weiteren TA-Formationion.
Die 51. Division blieb nach der allgemeinen Evakuierung aus Dünkirchen in Frankreich und wurde dem französischen IX. Korps zugeteilt. Nachdem eine Evakuierung auf dem Seeweg unmöglich geworden und die Munitionsvorräte aufgebraucht waren, sah sich Major-General Fortune gezwungen, mit dem größten Teil der Highland Division in Saint-Valery-en-Caux zu kapitulieren.
Fortune verbrachte den Rest des Krieges als Kriegsgefangener. Als hochrangiger britischer Offizier in deutscher Gefangenschaft setzte er sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der ihm unterstellten Soldaten ein. 1944 erlitt er einen Schlaganfall, lehnte jedoch eine Rücküberführung ab. Im April 1945 wurde er schließlich befreit und kurz darauf als Knight Commander des Order of the British Empire geadelt.
Mehrere britische Autoren haben die Entscheidung, während der Schlacht bei den Franzosen zu bleiben, in Frage gestellt. General Charles de Gaulle erklärte jedoch: „Ich für meinen Teil kann sagen, dass die Waffenbrüderschaft, die im Mai/Juni 1940 auf dem Schlachtfeld von Abbeville zwischen der französischen Panzerdivision, die ich die Ehre hatte zu befehligen, und der tapferen 51. schottischen Division unter General Fortune geschlossen wurde, eine Rolle bei meiner Entscheidung gespielt hat, den Kampf an der Seite der Alliierten bis zum Ende fortzusetzen, komme, was wolle.“ Und er schloss mit dem alten Motto der Garde Ecossaise: omni modo fidelis – in jeder Hinsicht treu.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fortune, Victor |
| ALTERNATIVNAMEN | Fortune, Victor Morven (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Generalmajor |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1883 |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1949 |