Victor Hackman

Der spätere Geologe Victor Hackman mit Studentenmütze (Foto: Daniel Nyblin, 1886)

Victor Axel Hackman (* 27. April 1866 in Wyborg; † 26. November 1941 in Helsinki) war ein finnischer Geologe.

Familie

Der Finnlandschwede Victor Hackman wurde am 27. April 1866 in Wiborg (heute russisch Wyborg), im heute zu Russland gehörenden Südkarelien, als Kind von Woldermar Hackman und Emilie Krohn geboren. Die Familie Hackman stammte ursprünglich aus Bremen, von wo Victors Urgroßvater Johan Friedrich Hackman (Hackmann) der Ältere (1755–1807) im Jahre 1777 nach Wiborg auswanderte Er war ein Bruder des Archäologen Alfred Hackman und des Folkloristen Oskar Hackman. Der Zoologe Walter Hackman war der Sohn von ihm und seiner Frau Tyra (geb. Holm).

Leben

Nach dem Bachelor-Abschluss der Philosophie begleitete er den Geologen Wilhelm Ramsay im Sommer 1891 auf der großen Geologischen Expedition in die Chibinen auf der russischen Halbinsel Kola. Dabei widmete sich Hackman der Untersuchung der Nephelinsyenite. Danach analysierte er bei Harry Rosenbusch an der Universität Heidelberg seine Funde. Hier lernte er 1892 Karl von Kraatz-Koschlau kennen und sie unternahmen 1892 bis 1893 eine Exkursion nach der Iberischen Halbinsel in die Serra de Monchique und in die Region Algarve. Sie entdeckten dabei seltene Alkaligesteine wie Eläolithsyenit. Die daraus erfolgten Arbeiten und seine 1894 an der Kaiserlichen Alexanders-Universität (heute Universität Helsinki) verteidigte Lizenziatsarbeit mit dem Titel Petrographische Beschreibung des Nephelinsyenites vom Umptek und einiger ihn begleitenden Gesteine enthält die Ergebnisse seiner Forschung in Russland und Portugal wurden mit seinem Doktorvater Ramsay zu einem zweibändigen Werk verarbeitet. Auch auf den zwei späteren Expeditionen in den Jahren 1897 und 1898, ebenfalls nach der Halbinsel Kola, nahm er teil.

Von 1899 bis 1912 war er Dozent für Mineralogie und Petrographie an der Universität in Helsinki, und ab 1902 außerdem in der geologischen Kommission tätig. Zwischen 1924 und 1935 war er zudem als Geologe im Dienste des finnischen Staates angestellt und erhielt 1936 den Titel als Professor für Geologie. Er widmete sich hauptsächlich der Petrografie und Quartärgeologie Finnlands und veröffentlichte dabei einige geologische Kartenblätter.

Das Mineral Hackmanit (eine Varietät von Sodalith) ist nach ihm benannt. Auch ein Tobel am Berg Juksporr in den Chibinen – das trichterförmige Hackman-Tal (russisch dolina Gakmana) mit dem dort entspringenden Hackman-Fluss (russisch reka Gakmana) – wurde durch den russischen Mineralogen Alexander von Fersmann zu seinen Ehren benannt.

Hackman starb am 26. November 1941 in Helsingfors (finnisch Helsinki).

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Nachschlagewerke

Sekundärliteratur

Wikisource: Victor Hackman – Quellen und Volltexte
Commons: Victor Hackman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur von und über Victor Hackman im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

  1. ↑ Krohn Family, krohnfamily.org (englisch, finnisch; abgerufen am 12. Oktober 2022)
  2. ↑ https://runeberg.org/vemochvad/1967/0169.html
  3. ↑ Der Eläolithsyenit der Serra de Monchique, seine Gang- und Contactgesteine In: Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mittheilungen, 1896. Band 16, Wien, S. 197–307
  4. ↑ https://nordstoyn.ru/marshruty-geologicheskogo-turizma/lovchoritovyj-rudnik-nasledie-gulaga
  5. ↑ https://nordstoyn.ru/marshruty-geologicheskogo-turizma/lovchoritovyj-rudnik-nasledie-gulaga
  6. ↑ http://kpabg.ru/bryo/ex_final.pdf Seite 12
Personendaten
NAME Hackman, Victor
ALTERNATIVNAMEN Hackman, Victor Axel
KURZBESCHREIBUNG finnischer Geologe, Forschungsreisender und Entdecker
GEBURTSDATUM 27. April 1866
GEBURTSORT Wyborg
STERBEDATUM 26. November 1941
STERBEORT Helsinki