Videix

Videix
Videix (Frankreich)
Videix (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Haute-Vienne (87)
Arrondissement Rochechouart
Kanton Rochechouart
Gemeindeverband Porte Océane du Limousin
Koordinaten 45° 47′ N, 0° 44′ OKoordinaten: 45° 47′ N, 0° 44′ O
Höhe 219–307 m
Fläche 16,63 km²
Einwohner 206 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km²
Postleitzahl 87600
INSEE-Code

Mairie Videix

Videix (okzitanisch Vidais) ist eine französische Gemeinde mit 206 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart.

Ihre Einwohner werden als Videixois bzw. Videixoises bezeichnet.

Etymologie

Die Gemeinde Videix gehört zum okzitanischen Sprachraum, an dessen Nordwestrand sie liegt. Sie hieß im Jahr 1315 Vidays und 1762 Vidais. Vidais dürfte vom lateinischen Männernamen Vitus abgeleitet sein – versehen mit dem Suffix -ensis, womöglich auch -ensem oder -isc. Die lateinische Ausgangsform war somit sehr wahrscheinlich Vitensis – „zum Vitus gehörig“.

Geographie

Videix liegt am Oberlauf der Charente und ist Nachbargemeinde zum Département Charente. Die Nachbargemeinden sind:

Pressignac (Charente)
Verneuil (Charente) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Vayres
Les Salles-Lavauguyon Chéronnac

Videix ist mit 16,63 Quadratkilometer eine kleine und verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.

Lagekarte der Gemeinde Videix
Der Weiler La Chassagne

Die kleine Gemeinde liegt im Einflussbereich des Kraters von Rochechouart-Chassenon und berührt bereits das Département Charente.

Nach der Präfekturstadt Limoges im Ostnordosten sind es 40,0 Kilometer, nach Nontron (Département Dordogne) im Süden 29,0 Kilometer. Angoulême (Stadtmitte) im Westsüdwesten ist 47,5 Kilometer entfernt (Angaben alle Luftlinie). Im näheren Umkreis gelten folgende Entfernungen: Pressignac im Norden 4 Kilometer, Verneuil im Westen 3 Kilometer, Les Salles-Lavauguyon im Südwesten 6 Kilometer, Chéronnac im Süden 4 Kilometer, Vayres im Südosten 6 Kilometer und Rochechouart im Nordosten 7 Kilometer.

Neben dem Ortskern Videix besteht die Gemeinde Videix aus folgenden Weilern, Gehöften und Geländepunkten: Bos de la Font, Chez Bureau, L'Ardidie, La Bastide, La Besse, La Chassagne, La Loge, La Petite Forêt, La Veyrie, Lambertie, Le Breillier, Le Château de l'Abeille, Le Grand Pré, Le Loubaret, Le Mas, Le Mas de la Vergne, Le Mas Mazet, Le Mas Reynaud, Le Moulin Paute, Le Puy de Chiraud, Le Repaire (Schloss), Les Brujauds, Les Champs, Les Cosses, Les Graules, Les Lilas, Les Prades, Les Ribières, Les Rivauds, Mas Brun, Mie, Monplaisir, Negraud, Saint-Gervais und Terrasson.

Der Ortskern Videix ist nicht viel bedeutender als einige der Weiler. Saint-Gervais war bis 1829 eine eigenständige Gemeinde, wurde aber dann in Videix eingegliedert.

Der topographisch tiefste Punkt mit 219 Meter über N. N. liegt an der Charente im Nordwesten, der höchste Punkt mit 307 Meter befindet sich bei La Bastide an der Südostgrenze. Die maximale Höhendifferenz beträgt 88 Meter. Die Charente ist an der tiefsten Stelle zu einem Stausee aufgestaut.

Verkehrsanbindung

Verkehrsanbindungen in der Gemeinde Videix

Hauptverbindungsachse in Videix ist die Ost-West verlaufende D 10 von Rochechouart nach Massignac (in der Charente wird sie als D 13 bezeichnet). Sie quert Saint-Gervais, jedoch nicht den Hauptort Videix, den sie rund 1 Kilometer südlich umgeht. Durch Videix führt jedoch in nordnordwestlicher-südsüdöstlicher Richtung die D 87 von Pressignac weiter nach Chéronnac. Die D 10a berührt sowohl den Ostteil als auch den Südteil der Gemeinde. Sie kommt ebenfalls von Pressignac, quert Saint-Gervais und bindet sodann im Süden an die D 34 von Vayres nach Les Salles-Lavauguyon an. Die nur sehr kurze D 87 A verknüpft Videix mit der D 10. Zu erwähnen sind noch mehrere Kommunalstraßen, die die Kommunikation mit verstreut liegenden Weilern aufrechterhalten.

Klima

Die Gemeinde Videix unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klimaregion charakterisiert sich normalerweise durch eine recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.

Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 12,0 °C mit einer Jahresamplitude von 14,5 °C.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode akkumulierte zu 997 Millimeter – mit 12,8 Niederschlagstagen im Januar und 7,5 Niederschlagstagen im Juli.

Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der Wetterstation von Rochechouart in 8 Kilometer Entfernung (Luftlinie) bereits eine leichte Temperaturerhöhung auf 12,2 °C gemessen – gleichzeitig verringerte sich der Jahresniederschlag auf 963,9 Millimeter. Die höchste gemessene Temperatur in Rochechouart belief sich auf 39,6 °C am 5. August 2003. Die niedrigste gemessene Temperatur registrierte mit − 19,0 °C am 16. Januar 1985. Am 22. Juni 2026 wurde mit 40,5 °C die bis dahin geltende Höchsttemperatur überboten.

Hydrographie

Hydrographische Karte von Videix

Hauptsächliches Fließgewässer in der Gemeinde Videix ist die Charente, die von Chéronnac kommend in nordwestlicher Richtung abfließt. Sie wird in zwei Staustufen zum Lac de Lavaud aufgestaut, wobei die obere Staustufe auf dem Gemeindegebiet an der Nordwestgrenze liegt. Ein linker Seitenarm der Charente ist die Treize, die sich ihrerseits wiederum in mehrere Arme aufgabelt. An ihrem Unterlauf wird sie ebenfalls rückgestaut und bildet Teil des Stausees Lac de Lavaud. Ein weiterer linker Seitenarm der Charente ist der Ruisseau du Breuil, der auf knapp 2 Kilometer die Südostgrenze der Gemeinde darstellt. Der Nordosten der Gemeinde wird von der Chauffie in Nordrichtung entwässert.

Die Gemeinde Videix entwässert generell nach Nord in Richtung Charente. Sie erreicht aber noch an ihrer Südgrenze die Wasserscheide zur nach Westen abfließenden Tardoire.

Geologie

Tektonische Karte. Die Gemeinde Videix liegt am linken Rand im oberen Drittel.
Impaktbrekzie des Typus Rochechouart
Rote Impaktbrekzie des Typus Montoume

Die Gemeinde Videix liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, welche überwiegend aus Plagioklas-reichen Paragneisen (ursprünglichen Grauwacken) aufgebaut wird. Weiterhin bedeutend ist der Saint-Gervais-Granit, der in die Paragneise eingedrungen ist.

Die Foliationstrajektorien der Paragneise streichen generell Südost und drehen im Ostabschnitt in die Ost-Richtung. Ihr Einfallen erfolgt aber sowohl in nordöstlicher als auch in südwestlicher Richtung – was auf ihre interne Verfaltung schließen lässt.

Seltenere Gesteine innerhalb der Paragneise sind eine Nordnordwest-streichende Gangschar aus porphyrischen bis granophyrischen Mikroleukograniten, darunter auch ein porphyrischer Mikrogranit, sowie der Gang eines Nordwest-streichenden, porphyrischen Mikrogranits bei La Besse. Die Gangschar erstreckt sich von La Bastide im Süden bis nach Le Mas über mehr als 3 Kilometer. Sie berührt auch den Saint-Gervais-Granit. Weitere Intrusiva sind drei kleine Apohysen des Saint-Mathieu-Leukogranits bei L'Ardidie. Mafische Intrusiva sind einmal ein Ausleger der Merlis-Serpentinite sowie ein aus basischen Tuffen hervorgegangener Amphibolitgang nördlich von Le Repaire und ein ebenfalls Nordnordwest-orientierter Amphibolit bei Chez Bureau. Der Serpentinit steht nördlich von Les Champs an.

Videix wurde auch direkt durch den Meteoritenimpakt des Kraters von Rochechouart-Chassenon betroffen – zu erkennen an etwa 200 Millionen Jahre alten Auswurfbrekzien des Typus Rochechouart nordöstlich von Videix. Neben dem Typus Rochechouart erscheinen auch kleine Vorkommen des Typus Montoume, die sich bei Le Loubaret und bei Le Château de l'Abeille über den Typus Rochechouart ausbreiten.

Oberflächengesteine des Quartärs sind pleistozäne Alterite, Kolluvium und holozänes Alluvium. Die Alterite sind aus der Verwitterung des Grundgebirges hervorgegangen und finden sich im Süden entlang dem Höhenrücken von Montplaisir (entlang der D 34) – der Wasserscheide zwischen der Treize (Charente) im Norden und der Tardoire im Süden. In Talniederungen gehen diese Alterite sodann in kolluviale Ablagerungen über – beispielsweise südlich von Le Repaire und bei La Bastide. In den Flussniederungen der Treize und der Charente hat sich im Holozän subrezentes bis rezentes Alluvium entwickeln können.

Während des Holozäns konnte insbesondere auf den Oberflächenformationen die Bodenbildung einsetzen – auf Alloalteriten 20 bis 50 Zentimeter. Die meist grau gefärbten Böden konnten sich sehr gut in den Talniederungen an den Hangfüßen des einmündenden Kolluviums entwickeln. Unter stagnierenden und reduzierenden Bedingungen entstanden so Gleye und Pseudogleye.

Bodenbedeckung

Bodenbedeckung in Videix

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Videix schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Die ackerbauliche Nutzung steht mit 71,1 % eindeutig im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (71,3 %) leicht abgenommen.

Naturrisiken

Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Videix

Naturrisiken manifestieren sich in Videix als

In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist Videix zu 32,4 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala.

Videix ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Ökologie

Naturpark

Das Gemeindegebiet von Videix gehört in seiner Gesamtheit zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Nationales Naturschutzgebiet

Videix bildet außerdem Teil der Réserves naturelles en France innerhalb des Meteoritenkraters – dem Krater von Rochechouart-Chassenon (frz. Réserve naturelle nationale de l'astroblème de Rochechouart-Chassenon). Hierzu gehören zwölf Geotope innerhalb der Gemeinden Chéronnac, Rochechouart und Videix in der Haute-Vienne und Chassenon und Pressignac in der Charente.

Geschichte

Ältester Fund in der Gemeinde Videix ist bisher eine Wetzrille (franz. Polissoir) des Neolithikums, gefunden bei Le Moulin Paute.

Die Römerstraße von Périgueux nach Poitiers verlief wahrscheinlich einst durch das Gemeindegebiet von Videix.

Im Mittelalter gehörten sowohl Videix als auch Saint-Gervais zur Vizegrafschaft von Rochechouart (Vicomté und auch Châtellenie).

Älteste bestehende Bauwerke in der Gemeinde Videix sind die Pfarrkirche Sainte-Marie-Madeleine in Videix und die Ortskirche in Saint-Gervais. Beide stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Im Gemeindegebiet finden sich außerdem Burgen bzw. Schlösser, z. B. in Le Château de l'Abeille, in Le Moulin Paute und in Le Repaire. Le Moulin Paute lag an der Charente, wohingegen Le Repaire die große Straße von Les Salles nach Chéronnac überwachte.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Videix
Jahr Einwohner
1962443
1968393
1975338
1982282
1990252
1999243
2005236
2006253
2010225
2015212
2020203
2023206

Quelle: INSEE

Die Bevölkerung von Videix ist seit 1962 stark rückläufig (Gesamtverlust von 53,5 Prozent), insbesondere in den Jahren 1962 bis 1982 war der Verlust sehr stark. Diese negative Tendenz scheint sich jetzt nach dem Einschnitt von 2006 eventuell etwas umzukehren.

Ihren höchsten Bevölkerungsstand hatte die Gemeinde im Jahr 1846 mit 900 Einwohnern. Sie hat seitdem einen Rückgang von 77,1 % erlitten.

Die Gemeinde hat bei einer Fläche von 16,63 Quadratkilometer eine Bevölkerungsdichte von 12,4 Einwohner/km².

Bürgermeister

Bürgermeister von Videix ist seit 2020 Edouard Coquillaud.

Präsidentschaftswahl 2022

Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Marine Le Pen Front national FN 33 25,78 % 57 51,35 %
Emmanuel Macron En marche ! EM 29 22,66 % 54 48,65 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 26 20,31 %
Jean Lassalle Résistons ! R 14 10,94 %
Éric Zemmour Reconquête REC 10 7,81 %
Valérie Pécresse Les Républicains LR 9 7,03 %
Fabien Roussel Parti communiste français PC 2 1,56 %
Anne Hidalgo Parti socialiste PS 2 1,56 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 1 0,78 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 1 0,78 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 1 0,78 %
Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 0 0,0 %
Gesamt 128 100 % 111 100 %
Gültige Stimmen12883,66 %11172,55 %
Ungültige Stimmen10,65 %159,80 %
Wahlbeteiligung12984,31 %12682,35 %
Enthaltungen2415,69 %2717,65 %
Registrierte Wähler 153 153
Quelle: La Dépêche

Die Präsidentschaftswahl 2022 in Videix konnte Marine Le Pen relativ knapp für sich entscheiden.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche Sainte-Marie-Madeleine in Videix

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ P. Chèvremont, J. P. Floc'h, F. Ménillet, J. M. Stussi, R. Delbos, B. Saliret, J. L. Blès, C. Courbe, D. Vuaillat und C. Gravelat: Notice explicative, Carte géol. France (1/50000), feuille Rochechouart (687). In: Carte géologique par M. Chèvremont, J. P. Floc'h. BRGM, Orléans 1996, ISBN 2-7159-1687-6.
  2. ↑ La Dépêche: Résultats de l'élection présidentielle 2022 – Videix (87600). 2022 (ladepeche.fr).
Commons: Videix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien